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Dienstag, 18.06.2019

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Handball: Roßtal bietet für jede Spielstärke etwas

Der TSV ist mit Teams von der Bezirksklasse bis zur Landesliga vertreten - 16.04.2019 17:47 Uhr

Hart war der Abstiegskampf in der BOL: Hier stemmen sich Roßtals Christoph Wende (Mitte) und seine Kollegen gegen den Zirndorfer Maximilian Maußner.


Mitte Oktober wirkte Pelz im FN- Gespräch extrem niedergeschlagen. "In der Hinrunde war es für die Psyche und den Spaß am Handball schon eine Nagelprobe aufgrund der vielen teils hohen Niederlagen", gesteht der 39-Jährige rückblickend ein.

2019 präsentierte sich seine Mannschaft aber häufig von ihrer anderen Seite. Speziell die beiden Siege gegen die direkten Konkurrenten Tuspo Nürnberg (27:22) und ESV Flügelrad (32:31) direkt hintereinander zeigten, dass es die Roßtaler Landesligareserve doch besser kann. "Die Rückrunde erfüllt mich mit Stolz und Zufriedenheit", so Pelz: "Wir waren in jedem Spiel besser als in dem der Vorrunde und haben dementsprechend häufig auf BOL-Niveau gekämpft."

Auch seine persönliche Entscheidung, in der Rückrunde wieder selbst auf dem Parkett zu stehen, war eines der Puzzlestücke für die Wiederbelebung des fast schon tot geglaubten Aufsteigers. "Die Liebe zum Handball kann man auf dem Spielfeld immer noch am besten ausleben", gibt der TSV-Coach ehrlich zu. Die Doppelrolle habe mitunter den Vorteil gehabt, "in Spielabläufe gezielt eingreifen zu können und die Absprache mit den Spielern auf dem Feld zu verbessern". Auf der Bank behielt Co-Trainer Markus Rößl den Überblick, was Pelz zu schätzen weiß.

Im harten Abstiegskampf der BOL sprangen auch Roßtals A-Jugendliche in die Bresche, Spielgestalter Christian Krach erzielte beispielsweise in den immens wichtigen Partien gegen Tuspo Nürnberg und Flügelrad alleine 18 Tore. "Bei einzelnen Spielern sind deutliche Leistungssprünge zu sehen, vor allem die A-Jugendlichen prägen schon unser Spiel", weiß auch Pelz.

Diese waren es auch hauptsächlich, die die vierte Mannschaft von der Bezirksklasse in die Bezirksliga hievten. Dadurch stellt der TSV in der kommenden Saison Mannschaften in der Landesliga, Bezirksoberliga, Bezirksliga und Bezirksklasse. "Das ist ziemlich überragend. Wir können verschiedene Leistungsniveaus anbieten und gerade für die U21-Spieler ergeben sich dadurch optimale Spielmöglichkeiten", findet Pelz. Zehn A-Jugendliche rücken in der nächsten Spielzeit fest in den Männerbereich auf, so dass rund 60 Spieler für die vier Teams zur Verfügung stehen könnten.

Der einstige Landesliga-Spielmacher der Roßtaler will in der kommenden Saison derweil kürzertreten, um "mehr Zeit für Familie und Beruf" zu haben. Dass er in einer der unteren Mannschaften noch mal als Spieler auftaucht, will Pelz aber nicht ausschließen. Denn: "Der Handballsport ist ein toller Ausgleich zum beruflichen Alltag." Diesen sehen sicherlich auch die Spieler des MTV Stadeln, die in der kommenden Saison gemeinsam mit Roßtals erster Mannschaft in der Landesliga antreten werden. Darauf einigten sich Trainer Florian Kopatsch und sein Team nach einem klärenden Gespräch (FN-Bericht vom letzten Dienstag) am vergangenen Donnerstagabend.

"Stadeln hat sich in dem extrem engen Aufstiegsrennen durchgesetzt und war die routinierteste Mannschaft unter den vielen talentierten. Sie sind der verdiente Aufsteiger", findet Pelz. Um in der nächsthöheren Liga bestehen zu können, müsse der MTV vor allem "eine hohe Abwehrqualität" gewährleisten. Mit dieser hätte ihn der Landesligist aus Roßtal in dieser Saison beeindruckt.

Dass ausgerechnet Bernd Hitzler – bis zuletzt bei der SG Kernfranken im Amt – im Sommer die erste Mannschaft des TSV übernehmen wird, freut Pelz: "Bernd war mein erster Trainer im Männerbereich in Roßtal und wir konnten in der Saison 2000/01 unter ihm erstmalig in die Landesliga aufsteigen. Wir konnten seinerzeit eine große Euphorie entfachen mit einer innovativen, offensiven Abwehrvariante, von der auch heute noch einzelne Zuschauer schwärmen." Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind in Roßtal gestellt.

Ergebnisse vom Wochenende:

Bayernliga, Frauen: MTV Stadeln - HG Ingolstadt 42:21, Tabellenplatz 9; 1. FC Nürnberg - HG Zirndorf 27:32, Tabellenplatz 2.

Landesliga, Männer: TSV Roßtal - TG Heidingsfeld  28:29, Tabellenplatz 7.

Bezirksoberliga, Männer: TSV Roßtal II - HG Ansbach 24:34, Tabellenplatz 9; HSG Lauf/Heroldsberg II - HG Zirndorf 33:31, Tabellenplatz 7.

Bezirksoberliga, Frauen: TSV Roßtal - HG Ansbach 23:22, Tabellenplatz 7; SpV Mögeldorf - TSV Altenberg 26:27, Tabellenplatz 5. 

MAXIMILIAN SCHMIDT

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