Fußball-EM

Happy in Herzogenaurach: Bierhoff schwärmt vom "Home Ground"

10.6.2021, 14:48 Uhr
Zufrieden in Herzogenaurach: Oliver Bierhoff, hier bei der Ankunft in Nürnberg, mag das Base Camp der Nationalmannschaft sehr. 

Zufrieden in Herzogenaurach: Oliver Bierhoff, hier bei der Ankunft in Nürnberg, mag das Base Camp der Nationalmannschaft sehr.  © Daniel Karmann, dpa

Der Herr Direktor kam standesgemäß mit dem Fahrrad zur Pressekonferenz am Mittag. Zu Fuß kann sich das Firmengelände von Gastgeber Adidas ganz schön ziehen. Vor allem, wenn man wie Oliver Bierhoff von einem Ende zum anderen muss. Das Base Camp der Nationalmannschaft befindet sich im Westen, das Medienzentrum eher im Osten des weitläufigen Konzern-Areals. Am frühen Dienstagabend hat die DFB-Delegation ihre drei Funktionsgebäude und 15 Wohneinheiten bezogen, wobei natürlich von mindestens nationalem Interesse ist, wer mit wem in einem der Blockhäuser residiert.


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So weiß man jetzt zum Beispiel, dass die Nationalmannschaft sieben Kapitäne hat. Die sieben mit den meisten Länderspielen waren gesetzt, den großen Rest haben sie ihnen zugelost. Eine Villa mit ursprünglich gleich drei Bayern-Spielern hat jetzt mindestens einen weniger, um schon im Ansatz jeglicher Form der Grüppchenbildung vorzubeugen.

"Wir sind froh, wir sind happy, das wir da sind", sagt Bierhoff und weiß, bei wem er sich zu bedanken hat. Auch sein "Riesenriesendankeschön" gilt dem Ausrüstungspartner, der infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen hat, wie sie "besser eigentlich nicht gehen".

Der Weltmeister ist zumindest "leicht favorisiert"

Nach dem eher beschaulichen Mittwoch ohne irgendwelche Verpflichtungen ging’s am Donnerstag richtig los mit der Vorbereitung auf das erste EM-Gruppenspiel am Dienstagabend in München gegen Frankreich (Anstoß 21 Uhr), nicht nur für Bierhoff ist der Weltmeister zumindest "leicht favorisiert". Erstes Training am Nachmittag, abends ein virtueller Austausch mit der Bundeskanzlerin. Jetzt, kündigt Bierhoff am Mittag an, "fahren wir hoch".

So lange Deutschlands beste Fußballer im Wettbewerb sind, bleiben sie in Herzogenaurach; "es wird hoffentlich eine lange Zeit", sagt Bierhoff, am "Base Camp" soll es nicht scheitern. "Wunderbar designt" sei das Ambiente gar, findet Bierhoff, den Wohlfühl-Faktor empfindet nicht nur die Sportliche Leitung als hoch. Wahrscheinlich würden sie aber auch fünf Wochen im Zelt übernachten, wenn danach der Europameister-Titel stünde.

Kein Kontakt zur Außenwelt

Der Kontakt zur Außenwelt musste nicht mal abreißen, es gab und gibt ihn schlichtweg nicht. Aufgrund der Hygienemaßnahmen "sind wir schon sehr abgeschirmt", merkt Bierhoff an, aber immerhin nicht abgelenkt. Wie lange die totale Isolation gut gehen kann mit für gewöhnlich fast immer und überall abgelenkten Stars, ist dieser Tage eine oft und gerne gestellte Frage.

Sich Angela Merkel vor ihrem letzten Turnier zuschalten zu lassen, sollte vor allem die Sinne schärfen. So werde hoffentlich "jedem deutlich, "dass es schon eine nationale Angelegenheit ist". Mit Herzogenaurach als Hauptstadt.

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