Handball-Bundesliga

30:35! Nach starkem Beginn unterliegt der HCE den Füchsen Berlin

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 28.09.16..FOTO: Michael Matejka MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait - Sportredakteur Sebastian Gloser ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Sebastian Gloser

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3.10.2021, 16:15 Uhr
Wurfgewaltig, aber am Ende trotzdem nicht robust genug für die Füchse Berlin: Simon Jepsson (Mitte) und Christoph Steinert (links) erzielten jeweils neun Treffer bei der 30:35-Niederlage.

Wurfgewaltig, aber am Ende trotzdem nicht robust genug für die Füchse Berlin: Simon Jepsson (Mitte) und Christoph Steinert (links) erzielten jeweils neun Treffer bei der 30:35-Niederlage. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Die Clubs sind wieder geöffnet, auch das berühmte Berliner Berghain. Dass seine Spieler einen Abstecher wagen würden bei der Dienstreise in die Hauptstadt, musste Michael Haaß aber natürlich nicht befürchten. "Das sind alles Profis", sagte Erlangens Trainer vor der Abfahrt. Vor allem haben sich diese Profis ja einiges vorgenommen in dieser Saison. Die großen Mannschaften der Handball-Bundesliga wollen sie diesmal nicht nur ärgern, sie möchten solche Vergleiche auch immer häufiger gewinnen.

Am Sonntagnachmittag wartete mit den Füchsen Berlin in der Max-Schmeling-Halle eine weitere dieser großen Mannschaften auf den HC Erlangen. Nach 60 intensiven Minuten bleibt es aber vorerst dabei: Das mit dem Ärgern klappt bisweilen ganz gut, das mit dem Gewinnen nicht; zumindest noch nicht. Endstand: 30:35 (16:20).

Jeppsson und Steinert ragen heraus

"Wir lassen uns davon nicht die positive Grundstimmung kaputt machen", hatte Haaß eine Woche zuvor direkt im Anschluss an die 20:30-Niederlage gegen den THW Kiel gesagt, gegen die größte Mannschaft der Handball-Bundesliga. Auf einen starken Saisonstart folgte auch ein starker Start in diese Partie, in den Minuten vor der Halbzeitpause verloren seine Spieler aber kurzzeitig völlig den Faden und damit letztendlich auch die Begegnung. Trotzdem: Auch die Aufgabe gegen die bislang ungeschlagenen Berliner durfte der HCE mit Selbstbewusstsein angehen und tat das zunächst auch.

Hatte sie gegen Kiel im Angriff öfter mal der Mut verlassen, verzichteten die Erlanger diesmal zu Beginn meist auf den Extrapass und zogen einfach mal durch. Erst profitierte davon vor allem Sebastian Firnhaber am Kreis, dann stellten Christoph Steinert und besonders Simon Jeppsson aus dem Rückraum ihre Wurfgewalt unter Beweis. Weil Klemen Ferlin auf der anderen Seite des Spielfelds drei Mal die Hand an den Ball bekam, lag der HCE nach zehn Minuten mit 7:5 in Führung.

Bonuspunkte, immer noch

Bei den Füchsen haben sie eine Reihe von sehr talentierten Einzelkönnern versammelt, in Anbetracht des Rückstands präsentierten sie sich aber auch als Mannschaft sehr wehrhaft. Mit mehr Griffigkeit in der Abwehr, mehr Tempo im Angriff und bald auch der Naturgewalt von Nationalspieler Paul Drux übernahm der Favorit mehr und mehr die Kontrolle. Beim Stand von 14:14 setzten die Füchse zu einem 6:2-Lauf bis zur Pause an, den Tim Zechel in der Schlusssekunde nur etwas erträglicher gestalten konnte. "Wir haben wieder den Faden verloren", ärgerte sich Haaß hinterher über zu einfache Ballverluste in Unterzahl.

Passend zum Namensgeber der Spielstätte glich die Partie auch nach dem Seitenwechsel einem harten Boxkampf. Immer wieder rückten die Wischer an, um die Schweißflecken zu beseitigen, nachdem einer oder gleich mehrere Protagonisten zu Boden gegangen waren. Insgesamt elf Zeitstrafen verteilten die Schiedsrichter, mehrere Behandlungspausen sprachen nicht unbedingt für Harmonie am Tag der deutschen Einheit. "Sie sind mit aller Brachialität in unsere Deckung reingerannt, natürlich gehen wir da nicht aus dem Weg", stellte Haaß fest, sechs Minuten vor Schluss warf der HCE dann aber trotzdem das Handtuch.

Auch die Hereinnahme von Torhüter Martin Ziemer noch in der ersten Halbzeit und Spielmacher Patrik Leban zu Beginn der zweiten bewirkte keine Wende, im Angriff blieb der HCE fehleranfällig, die Deckung stand oft zu weit auseinander. Ein Sieg in Berlin? "Das wären für uns immer noch Bonuspunkte", sagt Michael Haaß.

Erlangen: Ferlin, Ziemer; Jeppsson 9, Steinert 9/3, Firnhaber 4, Zechel 2, Bissel 2, Olsson 2, Metzner 1, Büdel 1, Link, Overby, Leban, Sellin.

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