Handball-Bundesliga

Der HCE vor Flensburg: Fünf Abschiede und das "Zünglein"

22.6.2021, 16:24 Uhr
Das letzte Heimspiel: Florian von Gruchalla wechselt in den e.V., er wird am Mittwoch offiziell vor Zuschauern verabschiedet.

Das letzte Heimspiel: Florian von Gruchalla wechselt in den e.V., er wird am Mittwoch offiziell vor Zuschauern verabschiedet. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, NNZ

Michael Haaß ist kein gemeiner Mann, auch wenn es sich in der Presserunde des HC Erlangen vor dem Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt am Mittwoch (19 Uhr/Sky) einen Satz lang so angehört hat. "Wenn wir jemanden ärgern können, dann machen wir das", sagte der Erlanger Trainer da. Damit wäre die Favoritenrolle für das letzte Heimspiel des HCE in dieser langen Saison auch geklärt, denn für das Ärgern sind gemeinhin immer die Underdogs zuständig. Haaß' Mannschaft ist es in dieser Saison erstaunlich oft gelungen, andere, bessere Teams zu ärgern, es gab Siege gegen die Füchse aus Berlin, die Löwen aus Mannheim, die Turngemeinde aus Melsungen und den Sportclub aus Magdeburg. Das sind zwei Spieltage vor Rundenschluss allesamt Top-Sechs-Teams, am Mittwoch kommt nun ein weiteres.

Mehr noch: Die Flensburger stecken sogar noch im Titelrennen mit dem THW Kiel. Das "Zünglein an der Waage" nennt Geschäftsführer René Selke seinen HCE darum, der sich aber auch aus einem anderen Grund auf die Partie freut: Mit Florian von Gruchalla, Jan Schäffer, Daniel Mosindi sowie den erst spät in der Saison zur Mannschaft gestoßenen Stefan Lex und Benjamin Meschke werden vor dem Anwurf fünf Spieler verabschiedet. "Fünf Spieler, die uns sehr getragen haben in letzter Zeit", sagt Haaß, Selke ergänzt: "Das sind jedes Mal sehr emotionale Momente."

Zumal ja seit neuestem wieder Zuschauer in die Nürnberger Arena dürfen, wie gegen Lemgo sind 1700 erlaubt. Auch wenn es noch wenige Tickets gibt, stehen laut Selke die Chancen nicht schlecht, dass die Spielstätte erneut ausverkauft sein wird. Das ist durchaus bemerkenswert, findet auch der Geschäftsführer, weil unmittelbar im Anschluss an das Handballspiel ein nicht ganz unwichtiges Fußballspiel bei der Europameisterschaft steigt. Auch die Mannschaft des HC Erlangen interessiert sich in diesen Tagen für Fußball und wird die Partie der deutschen Nationalelf gegen Ungarn gemeinsam schauen.

Noch so ein Indiz dafür, dass "aus dem kunterbunten Haufen eine echte Mannschaft geworden ist", wie Haaß feststellt. Underdog bleibt sie dennoch, findet auch der Trainer: "Mehr Außenseiter können wir nicht sein."

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