Obenauf in Ostwestfalen?

Der HCE will in Lübbecke raus aus dem Minus

14.10.2021, 06:00 Uhr
Gegen Flensburg eine wichtige Stütze, seitdem angeschlagen: Petter Overby.

Gegen Flensburg eine wichtige Stütze, seitdem angeschlagen: Petter Overby. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Das Punktekonto ist dann doch schon wieder negativ. Fünf zu sieben heißt es in der Spalte der Tabelle, die in der Handball-Bundesliga letztlich die entscheidende ist, natürlich auch für den HC Erlangen. Der möchte am Ende der Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen, mit einem negativen Punktekonto dürfte das aber ziemlich sicher nichts werden. Ein Grund zur Unruhe ist das aber noch nicht, nicht nach sechs Spieltagen, an denen dem HCE dreimal ein absolutes Topteam gegenüberstand.

Den TBV Lemgo Lippe muss man da nicht zwingend mit dazuzählen und dennoch hat er am Wochenende die Punkte aus der Nürnberger Arena entführt. "Jeder hat gewusst, dass wir gegen Lemgo auch gewinnen hätten können", sagt Raul Alonso, der Sportdirektor des HCE, über die Stimmung in der Mannschaft nach der 24:28-Niederlage. Hätten sie gewonnen, wäre das Punktekonto positiv, aber der Leistungssport funktioniert nunmal nicht im Konjunktiv. "Selbstkritisch und konzentriert" seien sie darum in die erneut nur kurze Trainingswoche gestartet, ehe es am Mittwochnachmittag auf die Reise nach Lübbecke in Ostwestfalen ging, wo der HCE am Donnerstag (19.05 Uhr /Sky) auf den TuS Nettelstedt trifft.

"Natürlich fahren wir da hin um zu punkten", sagt Alonso, wenngleich er dem Aufsteiger bescheinigt, dass er das "bisher sehr gut gemacht hat". Wie die Erlanger haben auch die Ostwestfalen bisher zwei Siege in der Bundesliga gefeiert, zuletzt auch durchaus überzeugend beim 23:18 in Minden. "Wir müssen eine gutes handballerisches Level erreichen und eine Abwehr mit einer notwendigen Härte stellen", erklärt der Sportdirektor und weiß dabei, dass ein Mann, der für diesen Job prädestiniert ist, wohl fehlt: Petter Overby hat wegen muskulärer Probleme schon das Lemgo-Spiel verpasst und seither auch nicht mehr mit der Mannschaft trainiert. Der Norweger hatte im Sommer durch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen zuerst weniger Pause und danach weniger Zeit, sich wieder heranzuarbeiten, das macht sich nun bemerkbar.

Immer besser in Tritt kommt hingegen Spielmacher Patrik Leban. Dem Neuzugang aus Celje war zu Saisonbeginn die Torgefahr abgegangen, ein Problem, an dem er mit Trainer Michael Haaß gearbeitet hat. Gegen Lemgo wirkte der Slowene als gleichermaßen beruhigendes wie belebendes Element, traf erstmals in der Bundesliga, bereitete Tore vor, erzwang Siebenmeter. "Es hat mich gefreut, dass er einen Step in die richtige Richtung gemacht hat", sagt Alonso. "Patrik wird von Woche zu Woche sicherer, auch was die Sprache angeht und das ganze Auftreten." Auf der Mittelposition dürfte dennoch auch am Donnerstag Nico Büdel beginnen, Leban soll sich in genau dieser Rolle ruhig weiterentwickeln. Sie haben ja noch einige Ziele beim HC Erlangen, das erste lautet: Das Punktekonto ausgleichen.

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