Minus erwirtschaftet

HCE kam mit "blauem Auge" durch Corona-Saison

3.7.2021, 06:00 Uhr
Sie haben es geschafft. Die Saison ist überstanden, es folgt: Die neue Saison.

Sie haben es geschafft. Die Saison ist überstanden, es folgt: Die neue Saison. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Knapp eine Woche Abstand hatten sie beim HC Erlangen von dieser langen und auf vielen Ebenen anspruchsvollen Saison gewonnen, als der Geschäftsführer und der Aufsichtsratschef am Freitag vor die Presse traten. Wobei, das mit dem Abstand gilt dann eher für die Spieler, von denen sich ein Großteil zu Wochenbeginn für wenige Tage auf Mallorca, erholte. "Das war auch zwingend notwendig", sagte René Selke, der Geschäftsführer. Es geht darum, "den Körper zu entlasten, den Kopf frei zu bekommen". Für ihn selbst und für Carsten Bissel, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, gab es kein Mallorca, dafür aber nach Rundenschluss noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Auf Platz 13 schloss der HC Erlangen ab und die beiden Führungskräfte zeigten sich angesichts der Umstände durchaus zufrieden damit.

Auch wirtschaftlich scheint der HCE diese Saison, bei der nur an drei von 19 Heimspieltagen in der Arena Nürnberger Versicherung Publikum zugelassen war, passabel überstanden zu haben. Wenn auch mit einem "blauen Auge", wie Bissel erklärt. "Ja, wir haben ein kleines Minus erwirtschaftet, das wir durch Rücklagen aus den Jahren zuvor wieder ausgleichen konnten." Das ist für einen Verein aus dem Handballsport durchaus bemerkenswert, denn die Einnahmen aus dem TV-Vertrag sind wie auch beim Basketball oder im Eishockey deutlich geringer als beispielsweise im Fußball. Und selbst da bilden viele Vereine keine Rücklagen. Bissel beziffert das Minus auf "einen kleinen sechsstelligen Betrag." Unter dem Strich stehe der Verein "stabil mit positivem Eigenkapital da".

Staatshilfen haben sie bekommen, die Mannschaft hat auf Gehalt verzichtet, die Sponsoren sind bei der Stange geblieben. "Irgendwie haben wir das alles hinbekommen, irgendwie haben wir alle zusammengeholfen", sagt Bissel, der beim Blick voraus dennoch vorsichtig ist: "Wir wissen nicht, wie es weitergeht, was macht die Deltavariante?"

Am 8. September soll die Spielzeit 2020/21 der Handball-Bundesliga beginnen, nicht wenige Experten sagen bereits eine vierte Pandemiewelle vorher. Die bayerische Staatsregierung hat die Zuschauerzahl bei Sportveranstaltungen in Innenräumen nun, nachdem der HCE zwei Heimspiele vor 1700 Fans ausgetragen hat, auf eine "absolute Obergrenze von 1000 Zuschauern präzisiert", wie sie vor wenigen Tagen mitteilte. Bissel und den HCE ärgert das, auch wenn das nächste Heimspiel noch etwas hin ist.

Alonso schließt das Delta

Es bleibt also ein gutes Stück Ungewissheit, mit dem der Verein die kommende Spielzeit planen muss. Sportlich sind die Verhältnisse dagegen relativ klar geregelt, lediglich mit Stefan Bauer, Yannik Bialowas und Benedikt Kellner finden derzeit noch Gespräche bezüglich ihrer Zukunftsperspektiven statt, ansonsten steht der Kader, der am 24. Juli in die Vorbereitung starten soll. Mit dabei sind dann auch die Neuzugänge Christoph Steinert, Patrik Leban und Tim Zechel, in der Trainingshalle auftauchen dürfte dann auch Raul Alonso. Der neue Sportliche Leiter soll ein "Delta zwischen Trainer und Geschäftsführung" (Bissel) schließen, Michael Haaß und Selke also entlasten.

"Anders als letztes Jahr werden wir schon mit einer gefestigten Truppe in die Saison gehen", sagt Bissel am Ende noch und erhofft sich dadurch, dass die Mannschaft 2022 noch etwas besser abschneidet als 2021, als sie am Ende etwas besser abschnitt als 2020. Gerne dann auch ohne blaues Auge.

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