Entwicklung noch nicht am Ende

"Meilenstein" Flensburg: Der HCE will noch mehr

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Peter Schulze-Zachau

Sportredaktion

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7.10.2021, 13:00 Uhr
Jubelnde Erlanger sind im Handballherbst 2021 kein seltenes Bild.

Jubelnde Erlanger sind im Handballherbst 2021 kein seltenes Bild. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Dreizehn Worte brauchte Maik Machulla für sein Statement zum Spiel. Der Flensburger Trainer war sichtlich angefressen, wirkte angeschlagen, als er in den Katakomben der Nürnberger Arena sagte: "Wir sind natürlich sehr enttäuscht über das Ausscheiden im Pokal. Ja, das war's." Tiefer wollte der 44-Jährige am Mittwochabend nicht mehr in die Analyse gehen, warum seine SG Flensburg-Handewitt dem HC Erlangen mit 26:29 unterlegen war. Einem HC Erlangen, der in dieser Form nur schwer zu schlagen ist, der mit diesem Erfolg in der zweiten Runde des DHB-Pokals ein dickes Ausrufezeichen an Handball-Deutschland geschickt hat.

Oder, wie Raul Alonso, der Sportdirektor, es formuliert: "Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung eines Teams auf dem Weg nach oben. Und darauf befinden wir uns." Das klingt wie eine Ansage an die Konkurrenz, zumal Alonso schon vor dem in jeder Hinsicht überzeugenden Heimsieg gegen den Vizemeister gesagt hatte: "Es geht nicht nur um das Ergebnis". Es ging um die Attitüde, die Konsequenz, die Druckresistenz. Darum, auf hohem Niveau mizuhalten. Und. Und. Und. Die Mannschaft bestand diese Reifeprüfung mit Bravour.

Mit sechs Toren führte sie zwischenzeitlich, der Sieg war tatsächlich nie ernsthaft gefährdet. Angeführt von den überragenden Christoph Steinert und Klemen Ferlin, rührte die Defensive dicken Beton an und vorne saßen die Anspiele an den Kreis, die Kempa-Tricks, die Tempogegenstöße. Petter Overby, Sebastian Firnhaber, Christopher Bissel, Johannes Sellin, Nico Büdel, Simon Jeppsson funktionierten allesamt, die Rädchen griffen fast schon beängstigend gut ineinander.

"Wir wissen, dass Flensburg in Vollbesetzung nochmal ein anderer Gradmesser ist", sagte Haaß über die Verletzungssorgen beim Gegner, die in der zweiten Hälfte auch noch ihren Spielmacher Jim Gottfridson verloren haben. "Wir dürfen unseren Sieg heute aber trotzdem genießen." Er rundet einen gelungenen Saisonstart ab, nur bei den noch unbesiegten Füchsen in Berlin und zuhause gegen die Übermannschaft aus Kiel haben Haaß und der HCE verloren, bei den Fans dürfte das Fantasien beflügeln, was auf dem von Alonso beschriebenen "Weg nach oben" wohl noch alles kommen mag.

Angesprochen auf den HCE fand dann auch Machulla seine Sprache wieder. "Sie sind verletzungsfrei, in der Breite gut besetzt, spielen eine leidenschaftliche Abwehr und haben mit Ferlin einen Bonusspieler dabei, der damals in Celje schon auf Champions-League-Niveau gezeigt hat, welche Qualitäten er hat. Und das zeigt er jetzt auch." Dreimal hat Erlangen nun Machullas Flensburger geärgert, einer knappen Niederlage im Saisonendspurt 2020/21 folgte vor wenigen Wochen ein Remis, und am Mittwoch ein Sieg des HCE. Der Abstand zwischen dem Topteam aus dem Norden und dem einzigen bayerischen Erstligisten ist merklich kleiner geworden.

"Ich will nicht sagen, dass sie ein Angstgegner sind", fuhr Machulla fort. "Aber sie haben uns jetzt dreimal vor Herausforderungen gestellt. Sie kämpfen, sie haben Leidenschaft und Tugenden, die man im Handball braucht, und die schmeißen sie in die Waagschale. Und dazu spielen sie auch guten Handball." ​​​​​​​Und das ziemlich oft.​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

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