Der HCE leckt die Wetzlar-Wunden

Warten auf den Brustlöser! Erlangens Steigerungsbedarf bleibt

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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3.12.2021, 14:33 Uhr
Richtungsweisend? Gegen Wetzlar verpasste der von Michael Haaß angeleitete HCE die Möglichkeit zur Trendwende.

Richtungsweisend? Gegen Wetzlar verpasste der von Michael Haaß angeleitete HCE die Möglichkeit zur Trendwende. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Die Brust war draußen, das Publikum noch einmal da. Dass der HCE auch das Heimspiel gegen Wetzlar verlieren würde - mit drei Toren Unterschied sogar -, war lange Zeit nicht absehbar. Unterlegen wirkten die Hausherren in der Arena, die ihre Pforten für Zuschauer ein letztes Mal geöffnet hatte, abgeklärten Hessen fast nie, sondern eher auf Wiedergutmachungskurs. Umso mehr schmerzte die Niederlage.

"Es tut weh", gestand Michael Haaß nach dem 24:27. "Wieder feiert eine andere Mannschaft bei uns", ärgerte sich Erlangens Coach, dessen Mannschaft am Kurt-Leucht-Weg nun schon zum fünften Mal den Kürzeren gezogen hat und damit das viertschlechteste Heimteam der Liga ist. Angesichts dieser Malaise spendete auch das Lob des gegnerischen Trainers wenig Trost. "Es ist toll, was er da macht", sendete Wetzlars Benjamin Matschke eine nette Grußbotschaft in Richtung des Kollegen. Auch wenn Matschke die "klare Struktur und sehr gute Deckungsarbeit", die Haaß dem HCE verordnet hat, hervorhob, wartet man auf den nächsten Entwicklungsschritt.

Gesteigert hatte sich Haaß‘ Mannschaft gegenüber dem Stuttgart-Flop freilich. Der HCE zeigte sich wacher, energischer, zupackender. Er begegnete Wetzlar mit konsequenter Defensivarbeit. Und dennoch waren, weil sich die Ballverluste häuften, alsbald die Hessen vorne. Ohne großen Abstand meist. Auch, weil Nico Büdel und Christopher Bissel Antworten hatten, den Fans Hoffnung auf einen besseren, weil erfolgreicheren Spielausgang machten.

Und jetzt Göppingen

Fehlendes Matchglück, gerade in Situationen, in denen man die Gäste ins Zeitspiel zwang, die Kugel aber trotzdem im Tor der Hausherren landete? Damit wollte der Trainer den erneuten Stimmungsdämpfer nicht allein begründen. Wesentlich gegen Wetzlar waren die "immer noch zu vielen Fehler" (Haaß).Minimieren will ein selbstkritischer HCE sie am Sonntag (16 Uhr) in Göppingen. Eine breitere Brust könnte dabei das Trio Steinert, Zechel und Firnhaber haben. Am Freitag wurde es in Deutschlands erweiterten EM-Kader berufen.

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