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Höchstadt Alligators warten weiter auf die Eiszeit

Großveranstaltungen bleiben verboten: Gibt es daher auch kein Eishockey? - 22.06.2020 17:28 Uhr

Wann gibt es wieder Heimspiele mit der verbundenen Ehrenrunde in Höchstadt? Wegen Corona weiß das niemand so genau.

© Thomas Hahn


Fühlt man sich als Normalbürger immer ein wenig ahnungslos, ist man zumindest überzeugt, dass irgendjemand schon mehr wissen wird. In der Coronakrise kommt das recht oft vor. Zuletzt erst wieder, als Bund und Länder das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober verlängert haben. Welche Events die Verlängerung genau betrifft, ob sich nun auch Sportler weiter Sorgen machen müssen oder vielleicht nicht, blieb unklar. So saßen Fans, Spieler und Vereinsverantwortliche geeint in Ratlosigkeit vor den Nachrichten-Tickern.

"Wir müssen interpretieren, was die Aussagen für uns bedeuten könnten"

Auch Caroline Hauke hörte sich die Neuigkeiten aus der Pressekonferenz an, in Doppelfunktion sogar. Die Pressesprecherin des Höchstadter EC arbeitet hauptberuflich als Lehrerin. "Uns geht es wie allen anderen", sagt sie. "Wir müssen interpretieren, was die Aussagen für uns bedeuten könnten." Für den Eishockey-Oberligisten ist das eine schwierige Situation. Die Saison soll eigentlich regulär im Herbst beginnen. Allerdings nur mit Zuschauern.

"Wir hatten die Hoffnung, dass sich das Verbot nach dem 31. August lockert", sagt Hauke. "Ein großes Problem ist weiterhin, dass wir keine konkreten Aussagen bekommen." Selbst negative Aussagen seien besser als gar keine. Doch aktuell ist gar noch nicht klar, wie eine Großveranstaltung definiert wird, welche Hygienemaßnahmen die Veranstalter treffen müssen oder welche Ausnahmen möglicherweise gelten.

 

"Das macht das Planen unmöglich", sagt Hauke. Trotzdem spielt der HEC verschiedene Szenarien durch. Weiterhin steht fest, dass es keinen Liga-Start ohne Zuschauer geben wird. "Geisterspiele sind für uns nicht durchführbar", sagt Hauke. "Wir haben keine Fernseheinnahmen." Die Zuschauereinnahmen hingegen sind ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung, ebenso die Einnahmen durch Sponsoren. "Gerade ist noch alles in Ordnung." Der Verein kommt über die Runden. "Doch wir gehen auch davon aus, dass die Saison halbwegs regulär beginnt."

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Sollte das nicht möglich sein, könnte es auch in der Oberliga eine verkürzte Saison geben. Damit aber beschäftigt sich eine Task Force des Deutschen Eishockey-Bunds, die Vereine wirken nicht direkt mit. Zumindest seien sich die Klubs untereinander einig, meint Hauke. Geisterspiele wird es nicht geben. Sollte allerdings eine Zuschauer-Begrenzung kommen, könnte das die Vereine ganz unterschiedlich treffen.

"Aufs Eis aber können wir vermutlich erst später"

In der Vorbereitung haben alle die gleichen Probleme: Eigentlich ist die Sommerpause für die Eishockeyspieler längst vorbei. "Es ist aber schwierig, einen Trainingsplan aufzustellen", sagt Hauke. Schließlich weiß niemand, wann zum Saisonstart alle ihr Top-Niveau erreicht haben müssen. Aktuell absolvieren die Alligators ihr normales Fitnesstraining, alleine oder — gemäß den Auflagen — in Gruppen. "Aufs Eis aber können wir vermutlich erst später", sagt Hauke. Denn das kommt erst, wenn auch klar ist, wann die ersten Spiele anstehen.

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