Höchstadts Hindernisläufer Martin Grau bangt um Olympia

7.6.2021, 19:55 Uhr
Für Martin Grau war es ein trauriges Rennen um die Deutsche Meisterschaft in Braunschweig.

Für Martin Grau war es ein trauriges Rennen um die Deutsche Meisterschaft in Braunschweig. © Kiefner Sportfoto, Theo Kiefner, Winklerstrasse33, 90763 Fuerth, NN

Nur einer von drei Höchstadter Hindernisläufer konnte sich am Wochenende in Braunschweig freuen: Brian Weisheit lief bei der Deutschen Meisterschaft in 8:43,50 Minuten neue persönliche Bestleistung. Sein Kollege Niklas Buchholz vom LSC Höchstadt dagegen haderte: Der zehnte Platz (8:51,03 Minuten) war nicht das, was er sich im Vorfeld vorgestellt hatte. "Ich hatte einfach keinen guten Tag, ich hatte im Vorfeld muskuläre Probleme, die Beine waren sehr schwer", sagte Buchholz.

Für Martin Grau war es eines der wichtigsten Rennen der Saison: Für den Biengartener, der für das Top Team Thüringen antritt, war die Deutsche Meisterschaft eine der großen Stationen auf dem angepeilten Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio. Für die Qualifikation muss Grau entweder die Norm von 8:22 Minuten knacken oder noch zwei gute bis sehr gute Zeiten laufen, um in der Weltrangliste unter die besten 45 zu kommen.
Doch davon war er am Sonntag weit entfernt: Dabei hatte er in der zweiten Runde das Tempo gemacht, die Vorgabe war ein schnelles Rennen. Und das Feld befand sich auf bestem Weg zu einer Zeit um die 8:30 Minuten.

"Müde Beine, müder Organismus"

„Von der Struktur war das Rennen perfekt“, sagt Grau. „Nur bei mir hat es nicht funktioniert.“ Schon ab dem zweiten Kilometer tat er sich schwer. „Müde Beine, müder Organismus. Ich habe die Energie nicht herbekommen.“ Mit jedem Meter wurde es zäher, Grau fiel in die Verfolgergruppe zurück. Am Ende wurde er Siebter, in 8:43,81 Minuten, weit entfernt von einer sehr guten Zeit.


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Droht der Traum von Olympia also zu platzen? „Das war gestern schon ein sehr herbes Ergebnis, ein Nackenschlag“, sagt Grau mit einem Tag Abstand. Der Abend nach dem Rennen war hart. „Vieles zerfällt einem vor den Augen, vieles, was geplant war, funktioniert nicht mehr.“ Eine Erklärung haben er und sein Trainer noch nicht. „Wir können den Fehler im System noch nicht finden, wir wissen nicht woran es lag“, sagt er. Aber aufgegeben hat er seinen Traum noch nicht.

Benötigt: Zwei schnelle Rennen

Zwei schnelle oder ein sehr, sehr schnelles Rennen braucht er, zwei Chancen dafür dürfte es noch geben: am kommenden Samstag läuft Grau in Nizza, weil dort aber keine Bonuspunkte für die Weltrangliste vergeben werden, muss es da schon eine sehr schnelle Zeit sein. „Das ist nach dem Rennen gestern schwer vorstellbar, aber es müsste in meinen Beinen drin sein. Wir haben dafür trainiert“, sagt Grau. Am 22. Juni folgt dann noch ein Lauf im schwedischen Karlstad, bei dem auch Bonuspunkte für die besten Acht vergeben werden.


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Auch ein Rechenspiel

Zur Olympia-Qualifikation gehört eben auch das Rechenspiel im Vorfeld. Nicht nur 45. der Weltrangliste muss Grau mindestens werden: Mit dem Ochsenfurter Patrick Karl konkurriert Grau zudem um den dritten deutschen Platz, mehr stehen keiner Nation zu. „Am Besten bräuchte ich bei beiden Rennen ein sehr gutes Ergebnis. Sonst sieht es schlecht aus. Die beste Chance wäre leider gestern gewesen.“ Auch das Abschneiden der internationalen Konkurrenz spielt eine Rolle, viele nationale Meisterschaften stehen noch aus, auf denen noch Punkte vergeben werden.

Doch Grau will sich nicht nach unten ziehen lassen. „Manchmal zieht der Körper doch mit und es geht auf einmal.“ Am 29. Juni schließt sich das Zeitfenster für die Qualifikation. Martin Grau hofft, vorher durchschlüpfen zu können - für den Traum von Tokio.

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