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Hoffen beim Club: Ishak übt schon wieder mit dem Ball

FCN-Coach Köllner stellt baldiges Comeback in Aussicht - 20.03.2018 06:38 Uhr

Beine hochlegen war zum Glück einmal: Nach dem Lauftraining hat Mikael Ishak endlich auch wieder im Training den Ball am Fuß. © Sportfoto Zink


Nach dem 1:1 gegen den SV Darmstadt 98 machte am Sonntagnachmittag auch eine hypothetische Frage die Runde: Mit Mikael Ishak wäre es 4:1 oder 5:1 ausgegangen, oder? "Natürlich fehlt uns Mika, keine Frage. Wer so eine Quote gehabt hat", antwortete Michael Köllner, Trainer des 1. FC Nürnberg. Die aktuelle Misere von vier Spielen ohne Sieg ist sehr eng mit der verletzungsbedingten Abwesenheit des schwedischen Angreifers verknüpft. Doch es gibt Hoffnung für den Zweitligisten.

Seit Ishak sich am 12. Februar beim 0:0 beim FC St. Pauli das Innenband im linken Knie gerissen hat, hat der Club gerade noch beim 3:1 gegen den MSV Duisburg Durchschlagskraft in der Offensive bewiesen; in den übrigen vier Partien erzielte, exemplarisch für die Harmlosigkeit im Angriff, mit Georg Margreitter beim 1:1 gegen Darmstadt ein Innenverteidiger den einzigen Treffer.

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Trotz einer kämpferisch starken Leistung muss sich der 1. FC Nürnberg am Sonntag mit einem 1:1-Remis gegen den SV Darmstadt 98 zufrieden geben. Zu wenig eigentlich für einen Aufstiegsaspiranten. Zufriedenstellend sind die Noten für einen eigentlich fürs Toreverhindern zuständigen Vorarlberger und zumindest die meisten seiner Mitstreiter dennoch.


"Das wäre seine Situation gewesen, wie er sie liebt, wie er sie kann", sinnierte Köllner nach dem Spiel gegen die Hessen über eine Möglichkeit, die sich aber nicht dem zwölffachen Saisontorschützen Ishak, sondern Adam Zrelak nach sechs Minuten geboten hatte. Tim Leibolds Flankenball von links senkte sich in den Fünfmeterraum, wo der Slowake ihn direkt mit einem Seitfallzieher erwischte, aber weit übers Tor traf. Ishak, vor seiner Verletzung in absoluter Bestform, hätte ganz sicher einen besseren Lösungsansatz parat gehabt. Womöglich hätte er den Ball, strotzend vor Selbstbewusstsein, einfach so per Willenskraft ins Tor gucken können. "Es wäre sicherlich mit ihm in der Box noch gefährlicher gewesen", meinte Köllner, der aber nicht so weit gehen wollte, dass der Schwede die Chance hundertprozentig verwertet hätte. "Er hat auch schon Spiele für uns gemacht, in denen er kein Tor geschossen hat", schränkte der Club-Trainer ein.

Ishaks Stellvertreter Zrelak überzeugt zwar mit hoher Laufarbeit und unbändigem Willen, doch beim Torabschluss offenbart der 23-Jährige Schwächen, die erklären, warum der Slowake auch nach sieben Punktspielen für den Club noch ohne einen einzigen Treffer ist. Ihn mit Ishak zu vergleichen, wäre allerdings unfair. Außerdem wird Zrelak mit präzisen Zuspielen auch nicht überversorgt, sondern muss dem Ball oft auch in aussichtslose Regionen hinterherjagen. Ihn mit hohen Anspielen gegen eine doppelt besetzte Innenverteidigung zu bedienen, macht die Lage auch nicht einfacher.

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Nach drei tor- und sieglosen Spielen war der Aufstiegskandidat aus Nürnberg gefordert, seine erstklassigen Ambitionen wieder einmal deutlich zu machen. Eine Kopfballstafette abstiegsbedrohter Darmstädter brachte den Club in der winterlichen Noris jedoch erst mal aus dem Tritt. Mit viel Engagement erarbeitete und erspielte sich ein vehement angreifender FCN im zweiten Durchgang zumindest einen mehr als verdienten Punkt.


"In den nächsten Wochen wird uns der Ball schon auch mal wieder so vor den Fuß fallen, dass er reingeht. Ich bin da nicht nur guter Dinge, ich weiß, dass es so kommen wird", sagte Köllner. Ob dann Zrelak in vorderster Front noch der potenzielle Abnehmer ist, ist unwahrscheinlich. Denn seit gestern ist Ishak nicht mehr nur in Laufschuhen unterwegs, sondern trainiert wieder intensiv mit dem Ball. Die Länderspielpause könnte ihm die nötige Zeit verschaffen, den Anschluss ans Team wieder herzustellen.

Wenn sein Knie die steigende Belastung gut verkraftet, sei laut Köllner eine Rückkehr in den Kader gegen Dynamo Dresden denkbar: "Ostern kommt bald, da stirbt die Hoffnung nicht. Da lebt die Hoffnung." Wird sie erfüllt, muss der Club im Testspiel in Kelheim gegen den österreichischen Zweitligisten SV Ried am Freitag (18 Uhr) ein letztes Mal ohne seinen Torjäger auskommen. Zudem hatte der Verein am Dienstagvormittag noch eine besondere Überraschung für alle Fans: Tim Leibold wird seinen Vertrag am Valznerweiher verlängern. 

Stefan Jablonka

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