Ice Tigers: Beginn einer großen Aufholjagd?

3.11.2011, 07:22 Uhr
Yan Stastny (links) und Chris Collins findet immer besser zusammen. Zuletzt gegen Düsseldorf war Vitalij Aab der dritte Mann an ihrer Seite. Eine Sturmreihe, die auch gegen Mannheim einiges verspricht .

Yan Stastny (links) und Chris Collins findet immer besser zusammen. Zuletzt gegen Düsseldorf war Vitalij Aab der dritte Mann an ihrer Seite. Eine Sturmreihe, die auch gegen Mannheim einiges verspricht . © Wolfgang Zink

Auf jeden Fall sorgte der 6:4-Erfolg gegen die DEG Metro Stars für einigen Gesprächsstoff unter den einheimischen Eishockey-Fans, die am vergangenen Sonntag so zahlreich wie noch nie in dieser Saison in die Arena gepilgert waren.

Die 4826 Zuschauer hatten ein gutes Näschen, denn diese 60 Minuten waren (endlich einmal) das Kommen wert. Das war Eishockey, so wie es die Tigers-Anhänger von ihrer Mannschaft sehen möchten. Lange – zu lange – mussten sie auf diesen Augenblick warten, erlebten zuvor viele bittere Niederlagen und hatten die Hoffnung auf Besserung fast schon aufgegeben.

Auch der Trainerwechsel nach dem dritten Spieltag schien die Nürnberger Talfahrt nicht stoppen zu können – magere fünf Punkte aus zehn Spielen war bis zu jener Partie gegen Düsseldorf die wenig ergiebige Ausbeute von Peter Draisaitl.

Die Tigers-Profis hatten zwar unter dem Brockmann-Nachfolger auch einige lichte Momente, aber der ganz große Umschwung blieb aus. Immer dann, wenn man dachte, der Knoten könnte endlich platzen, kam der nächste Rückschlag.

Und nun das spektakuläre Spiel gegen Düsseldorf, das den Ice Tigers mehr als nur drei Punkte beschert haben könnte. Die Gewissheit, dass die Mannschaft nicht nur ein, zwei Tore im Schnitt schießen kann, kam zwar reichlich spät (im 15.Saisonspiel), aber vielleicht noch nicht zu spät.

Zunächst ist dieser Dreier natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn noch immer liegen die Nürnberger acht Punkte hinter dem Vorletzten (Straubing) und gar zehn Punkte hinter einem Play-off-Platz – doch dieser Rückstand soll sich nun sukzessive verringern. Und deshalb zählt für Peter Draisaitl auch im Heimspiel (19.30 Uhr) gegen Mannheim nur ein Sieg. Ein schweres Unterfangen, denn der DEL-Primus will sich nach zwei 4:5-Niederlagen in Folge (gegen Wolfsburg und Düsseldorf) keine weitere Nullnummer, noch dazu beim Schlusslicht, einfangen.

„Unser Ziel ist es immer zu punkten, unabhängig vom Gegner. Wir müssen das Loch nach oben schließen“, spricht Draisaitl sein Team bewusst stark, wohlwissend, dass mit halben Sachen (mal hier ein Pünktchen, mal da ein Pünktchen) in dieser Saison kein Blumentopf (sprich die Play-off-Teilnahme) mehr zu gewinnen ist.

„Wir müssen versuchen, die Leistung vom Sonntag zu bestätigen und zu stabilisieren“, fordert der Trainer, der im Moment innerhalb der Mannschaft „keine Baustellen“ hat. Der komplette Kader steht ihm zur Verfügung, nachdem auch Torhüter-Neuzugang Tyler Moss wieder voll einsatzfähig ist. „Er wird am Wochenende im Team sein“, kündigte Draisaitl schon mal an.

Wer allerdings diesmal den Platz auf der Ersatzbank oder gar auf der Tribüne einnehmen muss (zuletzt traf es den Ex-Mannheimer Sven Butenschön und Jan Benda), ließ der Tigers-Trainer noch offen. „Ich habe die Qual der Wahl. Da lasse ich mir Zeit“, wollte er sich gestern noch nicht festlegen.

Keine Kommentare