4:2 gegen Köln

7000 Fans, zweimal Schmölz, ein Ice Tigers-Sieg: Mehr Eishockey geht nicht

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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30.12.2022, 19:24 Uhr
Erster Schuss, erstes Tor: Dennis Lobach trifft aus der Drehung. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn Erster Schuss, erstes Tor: Dennis Lobach trifft aus der Drehung. 

Ein Stimmungsbild sollte man sich nicht in den Kommentarspalten auf Facebook und Instagram abholen. Am späten Mittwochabend aber stimmte ziemlich genau überein, was erzürnte Anhänger in ihre Smartphones wischten und was in der Gästekabine und im Bus gesagt wurde. Dieses 5:6 in Bietigheim hatte alle empört: Fans, die Trainer, den Sportdirektor, vor allem die Fans, entweder noch in der Egetrans-Arena oder zu Hause auf dem Sofa.

Zwei Tage später fanden sich 7044 Zuschauer in der Arena Nürnberger Versicherung ein.

Natürlich mag das am Termin gelegen haben. Zwischen den Jahren füllen sich die Eishallen traditionell. Natürlich war auch der Gegner nicht schlecht. Die Kölner Haie tragen einen großen Namen, dem sie in den letzten Jahren nicht immer gerecht wurden. Vielleicht hat diese junge Nürnberger Mannschaft aber auch einen Bonus. Aber egal, warum sie gekommen waren - sie dürften es nicht bereut haben. Wie so oft gegen die Mannschaft des ehemaligen Bundestrainers Uwe Krupp wurde es intensiv, anders als noch in Bietigheim blieben die Ice Tigers aber diszipliniert: Beim 4:2 (1:0, 1:1, 2:1) machten sie alles richtig, was sie zwei Tage zuvor falsch gemacht hatten.

Zu schnell für die Haie

Der Beginn war umso überraschender. Die Gastgeber erwarteten die Haie in vornehmer Zurückhaltung, so kannte man diese wankelmütige, meist aber emotionale Mannschaft gar nicht. Vielleicht hatte aber auch erst die junge Reihe um Danjo Leonhardt die Aufgabe, diese schweren, nicht durchweg wendigen Gegner unter Druck zu setzen. Leonhardt, Elis Hede und Dennis Lobach wirbelten so lange, bis Lobach mit dem ersten Nürnberger Schuss das erste Tor des Abends erzielt hatte (2. Minute). Erst danach entwickelte sich das erwartet intensive Spiel, in dem sich die Ice Tigers ihren Gegenspieler meist schon vor Kollisionen und Bandenzweikämpfen entwischen konnten.

Nürnberg präsentierte dabei eine Leidenschaft, die in Bietigheim nicht immer zu sehen war. Einzig den Kölner Torhüter hätten die Ice Tigers konsequenter unter Beschuss nehmen können. Die Haie aber machten die Räume vor ihrem Tor nicht ohne Grund eng: Hinter ihnen kam der 20 Jahre junge Niklas Lunemann zu seinem ersten Einsatz in der DEL. Auf der anderen Seite hatte Niklas Treutle wenig zu tun, wenn er gebraucht wurde, war der Nürnberger voll da.

Brutales Foul an Weber

Die erste Pause bremste die Ice Tigers nicht aus, das Spiel aber wurde unsauber, wohl auch, weil das Köln genau so wollte. Umso schöner war Gregor MacLeods Vorarbeit vor dem 2:0 nach einer langen Druckphase - Dane Fox vollendete gekonnt am langen Pfosten (25.). Erst danach probierten sich die Haie auch offensiv aus, ohne dabei wirklich gefährlich zu sein. Und genau so fiel der Anschlusstreffer: Verteidiger Nick Bailen passte den Puck scharf durch den Torraum, abgelenkt von Andrew Bodnarchuks Schläger flog die Scheibe hoch über Treutle ins Tor (34.). Einen Alleingang von Nick Baptiste stoppte der Torhüter dann wieder mühelos (38.).

Drittel drei begann mit einem Kölner Pfostenschuss. Der unverwechselbare Ton erinnerte die Ice Tigers an ihre Grundtugenden. Daniel Schmölz zauberte den Puck wenig später durch Lunemanns Schoner. Später war er anderweitig gefragt. Eventuell in der Annahme, dass die Schiedsrichter auch den Kniecheck Maximilian Glötzls gegen Marcus Weber übersehen hätten, rächte er seinen Verteidiger. Nach dem kurzen Faustkampfs durften zwei Spieler nicht mehr teilnehmen: der verletzte Weber und Glötzl aufgrund einer Spieldauerstrafe.

Im neuen Jahr gegen Ingolstadt

Die Haie hielten sich danach nicht zurück, warum auch, es entspräche nicht ihrem Stil. Zum Erfolg führte es allerdings auch nicht. Krupp nahm seinen jungen Torhüter vom Eis, Schmölz erhöhte prompt auf 4:1.

Lunemann kehrte nicht zurück, Baptiste traf auch noch (59.). Bodnarchuk leistete sich die obligatorische Strafe in der Schlussminute. Die Fans waren trotzdem begeistert. Genau das werden die Ice Tigers am Montag (19.30 Uhr) im neuen Jahr gegen Ingolstadt bestätigen müssen.

Nürnberg: Treutle; Welsh/Weber, Mebus/Karrer, Bodnarchuk, Merkl – Fox/MacLeod/Sheehy, Schmölz/Schofield/Fleischer, Hede/Leonhardt/Lobach, Kislinger. – Tore: 1:0 Lobach (1:43), 2:0 Fox (24:00), 2:1 Bailen (33:38), 3:1 Schmölz (41:20), 4:1 Schmölz (57:43/EN), 4:2 Baptiste (58:41/6-4). – Schiedsrichter: Hinterdobler/Schrader. – Zuschauer: xxxx. – Strafminuten: xx – xx.

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