Bremerhaven trifft in Verlängerung

Ein Punkt ist zu wenig für schnelle Ice Tigers

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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19.9.2021, 16:00 Uhr
Premiere: Nick Welsh lässt sich zu seinem ersten Saisontreffer gratulieren. 

Premiere: Nick Welsh lässt sich zu seinem ersten Saisontreffer gratulieren.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

Jeder Wechsel eine Chance oder zumindest ein gelungener, weil schneller Spielzug. Im zweiten Drittel des zweiten Heimspiels führten die Ice Tigers Eishockey vor, wie es immer sein sollte: aufregend. Und tatsächlich musste man etwas länger darüber nachdenken, wann man zuletzt eine solch leidenschaftlich angreifende Nürnberger Mannschaft gesehen hat. Und trotzdem war das zweite Heimspiel mit Zuschauern enttäuschend - weil sich die Ice Tigers erneut nicht für eine überzeugende Leistung belohnen konnten.

Nürnberg stellte die aktivere, schnellere Mannschaft, Bremerhaven aber erwies sich als effizienter. Die Treffer von Tyler Sheehy und Nicholas Welsh waren zu wenig, um den Ice Tigers drei Punkte nach 60 Minuten zu sichern. In der Verlängerung scheiterte Sheehy mit einem Penalty. Auf der anderen Seite traf Ross Mauermann.

Der Plan: vor allem schnell spielen

Dass Frank Fischöder mit Niklas Treutle abermals auf einen Nationaltorhüter und mit Chris Brown auf einen robusten Importstürmer verzichten musste, war dieser Mannschaft zuvor in keiner Sekunde anzusehen. Wie schon beim unglücklichen 2:3 in Mannheim vertrat Ilya Sharipov seinen Kollegen Treutle souverän. Und für den ebenfalls noch angeschlagenen Brown gab Gregor McLeod ein vielversprechendes Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga.

Der 23 Jahre alte Kanadier fügte sich perfekt ein in eine Mannschaft, die auch gegen die stabilen Gäste von der Nordseeküste vor allem schnell spielte. Im ersten Drittel äußerte sich das noch nicht in Treffern, zumindest nicht ins Bremerhavener Tor. Auf der anderen Seite traf - natürlich - die slowenische Nationalmannschaft - natürlich - im Power-Play. Es ist in der DEL keine Schande, das erste Unterzahlgegentor der Saison gegen Bremerhaven zu kassieren. Miha Verlic schloss einen Routine-Spielzug gefühlvoll ab (18. Minute).

Welsh schießt - und trifft

Dass auch Nürnberg neuerdings Qualitäten im Überzahlspiel hat, führte nach dem ersten Seitenwechsel Nicholas Welsh vor. Der Verteidiger ist bislang durch schnelle Beine und schnelle Entscheidungen aufgefallen. In der 24. Minute zeigte er, dass er auch einen gefährlichen Schuss hat. Zu gefährlich für Maximillian Franzreb, der Brandon Maxwell im Tor der Gäste vertrat. Das nächste Tor sah ebenfalls nach Power-Play aus, der Spielzug über McGregor und Tim Bender war aber einfach nur perfekt. Am langen Pfosten hatte Tyler Sheehy keine Probleme, sein bereits drittes Saisontor zu erzielen (28.). Dieser temporeiche zweite Abschnitt hatte nur einen Makel: Die überlegenen Ice Tigers hätten mehr Tore schießen müssen. Vor allem der prominent und routiniert besetzten ersten Angriffsreihe mangelt es noch an der nötigen Konsequenz im Abschluss.

So blieb es spannend - und gefährlich für die Ice Tigers. Ein Bremerhavener Treffer und plötzlich wäre aus einem vielversprechenden, ein ernüchternder Saisonstart geworden. Die Gäste aber blieben blass - bis die Ice Tigers wieder ein wichtiges Bully verloren und Jan Urbas aus dem Nichts unter die Latte traf (55.). Nürnberg musste wieder Tempo aufnehmen, spielte wieder aggressiver, mutiger. Franzreb aber rettete seine Mannschaft in die Verlängerung. In der Schlusssekunde scheiterte Tim Bender alleine am Torhüter aus Tölz.

Sheehy scheitert, Mauermann trifft

In der Verlängerung ging es wieder um Tempo. Nach einer guten Entscheidung im eigenen Drittel flog Sheehy übers Eis und konnte erst im letzten Moment durch ein Beinstellen gebremst werden. Mit dem Penalty scheiterte er an Franzreb (62.). Auf der anderen Seite nahm Magnus Vikingstad das Tempo aus dem Spiel, um kurz darauf wieder anzuziehen. Ross Mauermann sicherte den Pinguins den Zusatzpunkt.

Nürnberg wird weiter dazulernen müssen. Schon am Dienstag (19.30 Uhr/MagentaSport) bietet sich die Gelegenheit attraktiv - und erfolgreich zu spielen.

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