2:4 in Wolfsburg

Ice Tigers sprechen sich aus, steigern sich - und verlieren

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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25.9.2022, 19:25 Uhr
Leon Hungerecker hat genau gesehen, dass sich Andrew Bodnarchuk hier kein Foul erlaubt hat. Die Schiedsrichter sahen das anders. 

© IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jan-Frederic Helbig Leon Hungerecker hat genau gesehen, dass sich Andrew Bodnarchuk hier kein Foul erlaubt hat. Die Schiedsrichter sahen das anders. 

Charlie Jahnke schien sofort zu wissen, dass ihm da etwas Ernstes widerfahren war. Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit dem Kölner Zach Sill blieb er auf dem Eis liegen, seinen linken Handschuh hatte er abgeworfen. Als er von Thomas Schinko in die Kabine geführt wurde – schleuderte er auch seinen rechten Handschuh auf den Boden. Aus Wut. Zwei Tage später vermeldeten die Ice Tigers, dass sich der 24-Jährige den Unterarm gebrochen hatte.

Am Sonntag in Wolfsburg fehlte Jahnke und er wird auch noch länger fehlen. Beim 2:4 (0:2, 0:1, 2:1) kam Lukas Ribarik zu seinem ersten Saisonersatz. Im Tor stand erstmals Leon Hungerecker. Und auch wenn der Schwung der Ice Tigers ausgebremst wurde: Nach Nürnberg kehrten sie zwar ohne Punkte zurück, aber mit der Erkenntnis, dass sie auch mit dem hoch eingeschätzten EHC Wolfsburg mithalten können, und erstmals in dieser Saison mit dem unangenehmen Gefühl, Punkte verschenkt zu haben.

Wolfsburg fühlt sich sicher, zu sicher

Denn das Schlussdrittel in Wolfsburg dominierten die Gäste. Die Ice Tigers schienen den Grizzlys läuferisch klar überlegen zu sein. „Die Tatsache, dass wir in den letzten 20 Minuten auf einmal angefangen haben, Eishockey zu spielen“, stellte Oliver Mebus im Kurzinterview mit dem MagentaSport-Kommentator fest, „macht das Ganze noch ein bisschen bescheidener. Wir haben uns der zweiten Drittelpause ein bisschen wachgerüttelt, aber es war dann halt einfach ein bisschen zu spät.“

Dabei dürfte nicht nur Mebus der Beginn des Spiels gut gefallen haben, anders als beim 5:2 gegen Berlin und beim 4:2 gegen Köln startete Nürnberg diesmal mutig. Nach einem Pfostentreffer von Daniel Schmölz aber kontrollierten die Gastgeber das Spiel allmählich. Darren Archibald überwand Hungerecker mit einem Schuss durch die Schoner (14. Minute) und einmal im Power-Play (19.) Und als Spencer Machacek im Mittelabschnitt auf 3:0 erhöhte, schien sich Wolfsburg sicher zu fühlen. Zu sicher.

Treffer aus 50 Metern

Denn nach der Aussprache in der Kabine drückten die Ice Tigers plötzlich aufs Tempo. Das Power-Play-Tor von Hayden Shaw (42.) und der bereits vierte Saisontreffer von Ryan Stoa (45.) fielen nicht zufällig. Nürnberg war hochüberlegen, behielt in der Hektik vor dem Wolfsburger Tor aber nicht immer die Übersicht. Jake Ustorf traf noch einmal den Pfosten und JC Beaudin (59.) aus 50 Metern ins von Hungerecker verlassene Tor. Letztlich hatten die Ice Tigers zehn Mal öfter aufs Tor geschossen als die Grizzlys und dennoch 2:4 verloren.

Viel wichtiger: Daniel Schmölz konnte nach einem Bandencheck und einer längeren Behandlungspause wieder mitspielen. Er dürfte am Dienstag (19.30 Uhr) wieder mit dabei sein. Dann stellen sich erstmals seit zwölf Jahren wieder die Löwen Frankfurt in der Arena Nürnberger Versicherung vor.

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