2:1 in Frankfurt

In letzter Sekunde: Schmölz stoppt die Negativserie der Ice Tigers

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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20.12.2022, 21:22 Uhr
Frankfurt - Nürnberg, Symbolbild: Wie hier Daniel Schmölz und Brett Breitkreuz (re.) wurde am Dienstagabend eigentlich um jeden Punkt gekämpft. 

© IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik Frankfurt - Nürnberg, Symbolbild: Wie hier Daniel Schmölz und Brett Breitkreuz (re.) wurde am Dienstagabend eigentlich um jeden Punkt gekämpft. 

Sie waren kein normaler Aufsteiger, diese Löwen Frankfurt. Seit der letzten (und einzigen) Deutschen Meisterschaft sind keine zwei Jahrzehnte vergangen. Die Temperaturen und die Eisqualität in der Eissporthalle sind gewöhnungsbedürftig, dafür ist die Stimmung herausragend. Und so war die Überraschung gar nicht so groß, dass der DEL2-Meister auch in der Deutschen Eishockey Liga bestens hat mithalten können, zumindest bis zu diesem Sonntag.

Da hatten die Löwen in Köln verloren – 0:9. Gerry Fleming war, nun ja, nicht zufrieden. Der Coach mahnte eindringlich und unmissverständlich mehr Körperspiel an. In Nürnberg kennt man das. Da gab es zwar kein 0:9, aber sechs Niederlagen in Folge und zwischendurch eine durchdringende Ansage von Cheftrainer Tom Rowe. Am Dienstagabend trafen da also zwei Mannschaften im Krisenmodus aufeinander. Dementsprechend unansehnlich war das Spiel. Den Ice Tigers wird das egal sein. Dieses 2:1 (1:0, 0:0, 1:1) war genau, was sie gebraucht hatten.

Ein Schuss, langes Video, Sieg

Als sich in Frankfurt alle schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, versuchte es Patrick Reimer im ersten Spiel seiner Abschiedstournee noch einmal mit einem Schuss, zwei Schlägerberührungen später lag die Scheibe im Tor. Und nach längerem Videostudium hatten die Ice Tigers gewonnen und ihren Negativlauf gestoppt.

Die Löwen begannen hungrig und stürzten sich auf jeden Puck als wäre es ein Stück Tatar. Die Ice Tigers wurden tief ins Drittel gedrückt, spätestens der dritte Pass wurde von Frankfurt wieder abgefangen. Dabei sprangen zwar kaum Chancen heraus. Nürnberg hätte durchaus beeindruckt reagieren können. Nur passierte das nicht. Niklas Treutle registrierte beiläufig, wie ein Puck neben ihm am Pfosten einschlug, fischte dann aber souverän sämtliche Schüsse weg. Vor allem beim ersten Nürnberger Power-Play war er gefragt, als seine Kollegen gleich zwei Frankfurter durchbrechen ließ. Aber auch Treutle schien seinem Trainer zugehört zu haben. Der Torhüter zeigte eine souveräne Leistung.

Schmölz steht genau richtig

Dabei half, dass Dane Fox bei einer der wenigen Entlastungen ahnte, dass an diesem Dienstagabend nicht viele Chancen geben würde. Der Kanadier schloss einen Konter mit einem trockenen Handgelenkschuss erfolgreich ab (3. Minute). Danach zogen sich die Ice Tigers wieder zurück. Vor Treutle wenig Platz lassen, Strafen vermeiden aus ausnahmsweise eher passiv spielen. Rowes ungewohnte Taktik ging auf, bis Elis Hedes Schläger Carter Rowney unabsichtlich im Gesicht traf. Frankfurt, die schlechteste Überzahl-Mannschaft der DEL, traf gegen Nürnberg, die schlechteste Unterzahl-Mannschaft der DEL. Chad Nehring hatte direkt vor Treutle Zeit für zwei Versuche (48.).

Nürnberg hatte selbst zu wenig versucht, schien auch deshalb nicht wieder ins Spiel zu finden. Zehn Sekunden vor dem Ende aber hatte Tyler Sheehy noch eine Riesenchance. Und 0,02 Sekunden vor dem Ende lenkte Daniel Schmölz diesen Schuss von Patrick Reimer über die Linie.

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