Fischöder-Nachfolger offenbar gefunden

Klare Worte nach dem 2:6! Viel Arbeit für den neuen Ice-Tigers-Trainer

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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Uff, wieder ein Gegentor: Für Stefan Ustorf war es kein angenehmer Abend. 

Uff, wieder ein Gegentor: Für Stefan Ustorf war es kein angenehmer Abend.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

Mathias Niederberger beendete seinen Arbeitstag mit einem Wutausbruch. Die ablaufende Zeit auf dem Videowürfel der Arena Nürnberger Versicherung war bei 0:01 stehengeblieben, als Gregor MacLeod dem Nationaltorhüter den Puck durch die dicken Schoner schob, weshalb Niederberger seine stabile Kelle auf dem rot lackierten Eisen seines Tores zertrümmerte. Das war erstaunlich, denn auf Videowürfel stand auch, dass Niederbergers Mannschaft hochüberlegen gewonnen hatte. Nürnberg 2, Berlin 6.

Wahrscheinlich ist es diese Unzufriedenheit, diese Wut, die aus sehr guten, herausragende Sportler macht. Wie Niederberger, wie auch Stefan Ustorf einer war. Als Sportdirektor der Nürnberg Ice Tigers gelang es ihm nach der dritten Heimniederlage sehr gut, diese Wut in Worte zu fassen. "Wir wollen nicht diese Spiele anbieten, die so weit offen sind. Es geht hoch und runter, das ist toll zum Anschauen, aber dann ist das Spiel vorbei und du verlierst 6:2", sagte Ustorf genau danach gefasst. "Ich glaube nicht, dass da irgendjemand damit zufrieden sein kann."

"Das hat mit Pech nichts zu tun"

Am Ende des Abends war nicht so ganz klar, ob es da in der Arena nicht doch welche gegeben hat. Zum ersten Mal seit dem 8. März 2020 hatten 3011 Zuschauer ein Eishockeyspiel erlebt, live und in Farbe und vor allem ohne Zellstoff vor Mund und Nase. Nur vereinzelt waren auf den Rängen Menschen zu sehen, denen das Restrisiko, sich in einer ordentlich durchlüfteten Arena unter Geimpften, Genesen und ob der kurzen eher Vorlaufzeit eher wenig negativ PCR-Getesteten mit Coronavirus zu infizieren, zu groß war. Und als die Ice Tigers die letzten Minuten in doppelter Unterzahl zu überstehen versuchten und sich MacLeod mitsamt des Pucks auf dem Weg zu seinem zweiten Treffer des Abends machte, wurde es noch einmal richtig laut, so als ob die Fans jede Gelegenheit zur Freude wahrnehmen wollten.

Ein bestens bekannte Grinsen: Leo Pföderl schaut oft bei den Ice Tigers vorbei, am Donnerstag, um Niklas Treutle (links) den Treffer zum 5:1 einzuschenken. 

Ein bestens bekannte Grinsen: Leo Pföderl schaut oft bei den Ice Tigers vorbei, am Donnerstag, um Niklas Treutle (links) den Treffer zum 5:1 einzuschenken.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

32 Spielminuten lang war dieser Abend ja tatsächlich unterhaltsam gewesen, gerade weil "es rauf und runter" ging und nur taktische Disziplin, Niederberger auf der einen und Niklas Treutle auf der anderen Seite verhinderten, dass mehr Treffer gefallen waren als MacLeod erste Saisonpremiere (17. Minute) und die eher zufällig erzielte Führung der Berliner durch Blaine Byron nach 38 Sekunden. Schon da aber fehlte den Ice Tigers, was Ustorf später erklärte: "Berlin verteidigt den Slot sehr gut, was aber bedeutet, dass du härter arbeiten musst. Und zwar alle. Wir kriegen die erste Möglichkeit. Wunderbar. Aber wir kriegen die zweite Möglichkeit nicht. Wir können uns nicht auf die Schulter klopfen und sagen, toll, wir haben 38 Mal aufs Tor geschossen", sagte der Noch-Cheftrainer. "Das hat mit Pech nichts zu tun. Wir müssen vor dem Tor härter arbeiten. In beiden Zonen."

Neuer Trainer zu Beginn der Woche

Fünf Mal machten die Ice Tigers genau das nicht, von Treutle bis zu seinen fünf Feldspielerkollegen. Ausnahmekönner wie Marcel Noebels durften ungestört durch das Drittel fahren, Berlins Verteidiger wurden an der blauen Linie nicht unter Druck gesetzt. Erst der sechste Treffer der Gäste durch Matt White resultierte auf dem Risiko, das die Ice Tigers gehen mussten. Wie Ustorf nach dem 3:8 in Schwenningen wird sein Nachfolger nach dem 2:6 viel Arbeit haben.

Am Wochenende will "abschließende Gespräche" mit einem Kandidaten führen und diesen nach dem Auswärtsspiel am Sonntag (19 Uhr/MagentaSport) zu Beginn der kommenden Woche präsentieren.

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