Bully, Bully - Gegentor

Nach Niederlage in Düsseldorf: Die Ice Tigers und ihre Schwäche am Punkt

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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14.1.2022, 12:30 Uhr
Auf dem Punkt im Puckbesitz? Nein, Ryan Stoa wurde hier nur zufällig auf dem Punkt fotografiert. 

Auf dem Punkt im Puckbesitz? Nein, Ryan Stoa wurde hier nur zufällig auf dem Punkt fotografiert.  © Andreas Gora via www.imago-images.de

Marcus Weber wollte nicht über Müdigkeit reden. Also sprach der Verteidiger der Nürnberg Ice Tigers darüber, dass sie es doch gewohnt seien, vier Spiele in sieben Tagen zu absolvieren, aus den Playoffs zum Beispiel. Nein, Müdigkeit sei nicht der Grund für die erste Niederlage nach drei Siegen in Folge gewesen. Worüber man mit Weber nach dem 4:5 (2:0, 0:4, 2:1) in Düsseldorf auch nicht hätte reden können? Bullys.

Es ist nahezu ausgeschlossen, dass der Verteidiger in die Verlegenheit kommt, seiner Mannschaft am Bullypunkt den Puck sichern zu müssen. Weber steht meist direkt dahinter, wenn einem Nürnberger Mittelstürmer genau das nicht gelingt. Am Donnerstagabend gewann die Düsseldorfer EG 37 Anspiele, den Gästen blieben 25. In der Saison der Ice Tigers ist das kein Einzelfall.

Zu Gast bei Kleinendorst

Nach etwas mehr als 45 Prozent ihrer Bullys erlangen die Ice Tigers die Kontrolle über die Scheibe. Von 15 DEL-Mannschaften belegen sie in dieser Statistik Platz 15. Nun gibt es komplizierte Analysen, nach denen sich die Bullyquote nicht auf die Erfolgsquote auswirkt. Und im Bezug auf einen großen Datensatz mag das auch stimmen, in Düsseldorf aber machte zumindest ein Bully den Unterschied.

Die Düsseldorfer EG hatte sich nach einem einseitigen Drittel zurückgemeldet – auch weil Torhüter Alex Dubeau beim Schuss von Brendan O’Donnell die Kelle gebrochen war. Das Bully danach ging an die DEG, einen schönen langen Pass und einen trockenen Abschluss durch Tobias Eder später hatten die Gastgeber ausgeglichen. In nur sieben Sekunden der 26. Minute veränderten sich die Kräfteverhältnisse komplett. Ohne Patrick Reimer, Chris Brown, Dane Fox, Julius Karrer und Fabrizio Pilu fehlte danach wirklich die Kraft, die wiederbelebte DEG aufzuhalten.

Die siebtplatzierten Ice Tigers spielen erst am Dienstag (18.30 Uhr) wieder - bei den zuletzt komplett mit dem Coronavirus infizierten und durch den Ex-Ice Tigers-Coach Kurt Kleinendorst geboosterten Iserlohn Roosters. Bis dahin hätten sie Zeit, um am Bullypunkt zu üben.

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