Kofler und Ustorf vorläufig an der Bande

Nachfolger-Suche läuft: Die Ice Tigers beurlauben Fischöder

25.9.2021, 16:44 Uhr
Auch Pucki sagt Tschüss: Frank Fischöder ist nicht mehr der Chefcoach der Ice Tigers.

Auch Pucki sagt Tschüss: Frank Fischöder ist nicht mehr der Chefcoach der Ice Tigers. © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

Wer im letzten Drittel auch abseits des Spiels das Geschehen in der Schwenninger Helios Arena aufmerksam beobachtete, konnte zumindest zu dem Schluss kommen, dass sich da etwas zusammenbraute. Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf hatte das Spiel an eine Säule gelehnt verfolgt. Nach dem siebten Gegentreffer hatte er genug gesehen und verließ seinen Platz. Den Rest der Partie, in der die Ice Tigers gut angefangen hatten, um dann selbst mit zu vielen Strafzeiten im zweiten Abschnitt den Bruch einzuleiten, ersparte sich der 47-Jährige. Die Ice Tigers waren da bereits auseinandergefallen. Von einem Gegner, der zuvor jedes seiner fünf Spiele verloren hatte aus der Halle geschossen worden.

Nach der sicher wenig erheiterenden Heimfahrt im Bus mit dem Team und einer kurzen Nacht stand Ustorfs Entschluss spätestens am Samstagvormittag fest. "Leider ist Zeit in diesem Jahr ein Luxus, den wir nicht haben. Wir benötigen Resultate und sind der Meinung, dass die Mannschaft jetzt einen neuen Impuls hinter der Bande braucht", ließ Ustorf am Samstagmittag mitteilen. Nach nur einem Sieg aus den bisherigen sechs Saisonspielen in Deutschlands höchster Eishockey-Liga feuern die Ice Tigers also Chefcoach Frank Fischöder. Auch Torwarttrainer André Dietzsch, der Ustorfs Amt vor dessen Engagement in Nürnberg bekleidet hatte, wird "mit sofortiger Wirkung beurlaubt". Seine Tätigkeit als Sportlicher Leiter beim EHC 80 Nürnberg ist davon allerdings nicht betroffen.

Dietzsch war von Mai 2019 bis März 2021 der Vorgänger von Ustorf und hatte Fischöder vor der Saison 2020/2021 mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Der neue Mann hatte sich im Nachwuchsbereich bei den Adler Mannheim einen exzellenten Ruf erworben und wagte erstmals den Sprung hinter eine Bande in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Schwieriger Start

Sein Start verlief schwierig, wegen der Coronapandemie musste die DEL lange auf die Entscheidung warten, ob sie 2020/2021 überhaupt spielen würde. Als das dann Mitte Dezember 2020 so weit war, starteten die Ice Tigers wie andere Teams auch ohne eine echte Vorbereitung. Nürnberg setzte bewusst auf die Jugend, gewann aber nur elf von 38 Saisonspielen und schloss die Süd-Gruppe als Tabellenletzter ab.

Neue Saison als neue Chance

Wohl auch wegen der widrigen Umstände in der Vorsaison erhielt Fischöder noch mal eine Chance eingeräumt, indem er auch die Spielzeit 2021/2022 beginnen durfte. Und doch weckte Ustorf mit der einen oder anderen Aussage gelegentlich die Vermutung, dass Fischöder nicht seine erste Wahl als Trainer gewesen wäre, wenn dieser Posten bei Ustorfs Amtsantritt vakant gewesen wäre. Allerdings ist das zugegebenermaßen spekulativ.

"Ich möchte mich bei Frank und André für die extrem harte Arbeit bedanken, die sie bei den Nürnberg Ice Tigers geleistet haben." Diese Worte hatte Ustorf in der Mitteilung der Ice Tigers am Samstag vorangestellt. Da sich jene Arbeit, zumindest in den meist enttäuschend endenden Matches der laufenden Spielzeit, aber nicht ausgezahlt hatte, das mit dem nicht vorhandenen Luxus und dem neuen Impuls hinterhergeschoben.

Ein Duo übernimmt vorerst

Bis zur Verpflichtung eines neuen Hauptverantwortlichen für das sportliche Fortkommen muss Nürnbergs Sportdirektor nun selbst zu Co-Trainer Manuel Kofler auf die Bank. Zum ersten Mal betreut das Duo den Tabellenletzten am Sonntag (19 Uhr) im Heimspiel gegen die Straubing Tigers. Ustorf erhofft sich durch den Trainerwechsel "einen neuen Impuls hinter der Bande". Äußerst wahrscheinlich dürfte dieser Impuls vom internationalen Markt kommen.

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