3:2 gegen Bremerhaven

Noch ein Sieg im Dauerstress: MacLeod lässt die Ice Tigers jubeln

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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4.1.2023, 21:44 Uhr
Der Mann mit dem goldenen Helm: Gregor MacLeod auf der Ehrenrunde.

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn Der Mann mit dem goldenen Helm: Gregor MacLeod auf der Ehrenrunde.

Eishockey wird am Freitagabend gespielt und irgendwann am Sonntag. Eigentlich. Weil eine Saison bei 56 Spieltagen aber noch ohne Playoffs 28 Wochen dauern würde, wird längst unter der Woche gespielt, in den Winterferien ohnehin. Das Heimspiel gegen Bremerhaven an diesem Mittwochabend war der 13. Einsatz für die Ice Tigers seit dem 1. Dezember. Schon am Freitag (19.30 Uhr) geht es in Augsburg weiter. Am Sonntag (15.15 Uhr) stellt sich der schwächelnde Meister aus Berlin in der Arena Nürnberger Versicherung vor.

Trotzdem ging es am Kurt-Leucht-Weg zuletzt denkbar intensiv zur Sache. Mit dem 4:2 gegen Köln und dem 2:3 nach Verlängerung gegen Ingolstadt hatten sich die Ice Tigers vier wichtige Punkte erarbeitet. Dass es am Mittwochabend zunächst so aussah, als würden sie kurz durchschnaufen wollen, lag auch am Gegner. Die Penguins aus Fischtown zählen zu den unangenehm stabilen Mannschaften der Deutschen Eishockey Liga. Unter der Anleitung des ehemaligen EHC-80-Profis Thomas Popiesch spielt Bremerhaven taktisch kluges, nie zu euphorisches und stets erfolgreiches Eishockey. Das macht nicht jedes Spiel attraktiv, auch dieses begann bestenfalls unspektakulär. Die Ice Tigers aber steigerten sich von Drittel zu Drittel. Das Ergebnis: ein 3:2 (0:0, 2:1, 1:1) gegen den Tabellen-Fünften.

Gregor MacLeod, herausragend

Die Kraftakte zuvor hatten trotzdem Spuren hinterlassen. Marcus Weber hatte nach einem Kniecheck des Kölners Maximilian Glötzl gegen Ingolstadt aussetzen müssen. Immerhin konnte der Nürnberger Verteidiger ein Spiel früher zurückkehren als Glötzl. Der Kölner wurde zwei Spiele gesperrt. Mit Weber im Aufgebot rückte Tim Fleischer zurück in die erste Angriffsreihe, der 16-jährige Maximilian Merkl kam trotzdem zu seinen Wechseln. Davon völlig unabhängig verstrich das erste Drittel beinahe ereignislos.

Fox nicht on the run, sondern Dane Fox mittendrin. 

Fox nicht on the run, sondern Dane Fox mittendrin.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn

Im zweiten Abschnitt zeigte sich dann, was Bremerhaven so gefährlich macht. Nur einmal gewährten die Nürnberger ihren Gästen zu viel Platz, weil die zurückeilenden Verteidiger wohl mit einem Querpass rechneten, zog Ross Mauermann direkt ab - 0:1 (23. Minute). Danach übernahmen die Ice Tigers. Dass Gregor MacLeod im Power-Play ausglich, darf als Zeichen gewertet werden, dass es auch auf dieser Baustelle vorangeht (34.). Vor allem aber der Pass auf Dane Fox war danach ein weiterer Ausdruck von MacLeods herausragendem Talent (37.).

Eigentor von Bodnarchuk

Nachdem Daniel Schmölz einen Schuss von Marcus Weber durch die Schoner des Gästetorhüters abgelenkt hatte (41.), schien sich das Geschehen zu entspannen - auch weil die Ice Tigers danach überlegen spielten. Nur hält Entspannung gegen Bremerhaven naturgemäß selten lange an. Bei angezeigter Strafe fälschte Andrew Bodnarchuk einen Schuss unhaltbar für den tadellosen Niklas Treutle ab (51.).

Das Spiel verlagerte sich vor Treutle, auch weil sich die Ice Tigers zur Unzeit Fouls leisteten. Aber auch das Nürnberger Unterzahlspiel hat sich stabilisiert. Popiesch nahm den Torhüter vom Eis. Den letzten Schuss blockte Schmölz in der letzten Sekunde. Auch dieser Sieg wird Spuren hinterlassen.

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