4:3 in Berlin

Stoas Hattricks verhilft den Ice Tigers zum Sieg beim Spitzenreiter

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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9.1.2022, 17:03 Uhr
Früher Jubel: Nach 24 Sekunden war Ryan Stoa (links) noch Gratulant, später ließ er sich selbst noch dreimal gratulieren. 

Früher Jubel: Nach 24 Sekunden war Ryan Stoa (links) noch Gratulant, später ließ er sich selbst noch dreimal gratulieren.  © nordphoto GmbH / Engler via www.imago-images.de

2000 Menschen dürfen in Berlin noch immer gemeinsam Eishockey schauen. Am Sonntagnachmittag aber hörte man in der Arena am Ostbahnhof am Ende immer nur die 15 Ice Tigers, die gerade nicht mitspielten. Jeden Check, jeden geblockten Schuss, jede Abwehraktion ihrer Kollegen bejubelten die Nürnberger laut in der Hauptstadt. Und hätten sie Hüte statt Helmen getragen, hätten sie die sicherlich auch noch aufs Eis geschmissen.

Am 28. November hatten die Berliner Eisbären zuletzt keine Punkte geholt. Seitdem gab es immer mindestens einen Zähler für den Deutschen Meister, der die Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht zufällig anführt. Gegner im November war: Nürnberg. Gegner am Sonntag war wieder: Nürnberg. Und wieder gewannen die Ice Tigers. Innerhalb von nur zehn Tagen bewies die Mannschaft von Cheftrainer Tom Rowe, dass sie nicht nur gegen den Tabellenletzten verlieren, sondern auch gegen den Tabellenersten gewinnen kann. Matchwinner beim 4:3 (1:1, 2:1, 0:2) war Ryan Stoa, der drei der vier Treffer erzielte.

Am Dienstag kommt Straubing

Im Eishockey gilt das als Hattrick, egal, wann die Tore fielen. Und in Nordamerika pflegt man, Hattricks zu feiern, indem Hüte aufs Eis fliegen. Als Stoa in Berlin mit dem 4:3 den späteren Siegtreffer erzielte, war es vor allem leise. Der US-Amerikaner entschied eine Partie, die bereits perfekt für die Gäste begonnen hatte. Gerade einmal 24 Sekunden waren gespielt, als Chris Brown einen Querpass am langen Pfosten über die Linie drückte. Dass Nürnberg ohne Julius Karrer (Sprunggelenksverletzung) und Jake Ustorf (leichte Gehirnerschütterung) antreten musste, die sich beim 5:1 gegen Augsburg verletzt hatten, und auch ohne den angeschlagenen Kapitän Patrick Reimer, war da bereits vergessen. Wenngleich es so schien, als hätten die Ice Tigers die Eisbären mit dem frühen 1:0 rechtzeitig aufgeweckt.

Im Mittelpunkt: Niklas Treutle stoppt hier Kevin Clark. 

Im Mittelpunkt: Niklas Treutle stoppt hier Kevin Clark.  © nordphoto GmbH / Engler via www.imago-images.de

Denn anders als noch im November reagierten die Berliner. Es entwickelte sich ein rasantes, mitunter hochklassiges und immer wieder hitziges Spiel, indem der Ex-Nürnberger Leo Pföderl als Torschütze zum Ausgleich glänzte (13. Minute) und ständig auf die Strafbank wanderte. Matt White legte vor (28.) – Stoa nach. Sebastian Streu legte vor (35.) – Stoa im Power-Play nach (46.). Als Stoa einen herrlichen Angriff abschloss (51.), legte niemand mehr nach.

Am Dienstag (19.30 Uhr/MagentaSport) empfangen die Ice Tigers die Straubing Tigers – als Tabellenführerbesieger.