1:4 in Mannheim

Verbessert, aber chancenlos: Ice Tigers verlieren zum fünften Mal in Folge

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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14.12.2022, 21:06 Uhr
Nachdenklicher Kapitän: Patrick Reimer traf in Mannheim - als einziger Nürnberger.

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Nachdenklicher Kapitän: Patrick Reimer traf in Mannheim - als einziger Nürnberger.

Wie würden die jungen Spieler auf die Empfehlung reagieren, sich nicht mehr selbst zu bemitleiden? Welchen Eindruck würde Niklas Treutle machen? Ein Trainer wie Tom Rowe ranzt seine Mannschaft nicht aus einer Laune heraus an. Der 66 Jahre alte US-Amerikaner wusste genau, wie er seine Kritik nach dem 1:4 gegen Wolfsburg formulieren wollte, garniert mit welchen Schimpfwörtern. Nur: Welchen Effekt er damit beim Gastspiel in Mannheim erzielen würde, das wusste Rowe nicht.

Nun: Nürnberg hat verloren, zum fünften Mal in Folge. Die Erkenntnis, selbst mit einem guten Auftritt, einer klaren Leistungssteigerung wie schon in Ingolstadt, eben gegen Wolfsburg und in Mannheim klar zu verlieren, ist bitter - für den Trainer und für seine Spieler. Der einstige Rivale war am Mittwochabend effizienter, souveräner. Dass sich die ungleichen Mannschaften beim 1:4 (0:2, 1:1, 0:1) näher waren, als es das Ergebnis vermuten lässt, zeigt aber eine, vielleicht die entscheidende Szene aus dem zweiten Drittel: In Unterzahl kam Gregor MacLeod aus der Drehung zum Abschluss, der Puck aber klatschte an den Pfosten, im Gegenangriff traf Stefan Loibl - 1:3 statt 2:2.

14:6 Schüsse im zweiten Drittel

Rowe hatte wenig verändert, seine Verteidiger bekamen neue feste Partner. Im Sturm aber behielt er die Trennung zwischen routiniert und talentiert bei. So dauerte es keine zwei Minuten, bis Mannheim gleich zwei Nürnberger Schwächen offengelegt hatte. Dane Fox erlaubte sich ein Foul, Ryan MacInnis nutzte das folgende Power-Play im zweiten Versuch (2. Minute). Schlechter kann ein Auswärtsspiel bei einer vermeintlich überlegenen Mannschaft nicht beginnen.

Die Ice Tigers übernahmen danach trotzdem die Initiative, mehrere vielversprechende Angriffsversuche endeten aber mit einem Puckverlust. Auf der anderen Seite musste Treutle seltener, aber umso resoluter eingreifen. Gegen eine herrliche Kombination zwischen Nico Krämmer und Jordan Szwarz aber war der Torhüter alleine machtlos (17.). Nach der ersten Pause reagierte er Kapitän. Patrick Reimer 1:2 (21.) war der erste Treffer des Kapitäns als 40-Jähriger. Sein Team war danach besser, schoss 14 Mal (Mannheim sechs Mal) - und da ist MacLeods Pfostentreffer nicht mit eingerechnet. Loibl traf.

Am Freitag in Straubing

Das kuriose Defensivverhalten vor dem 1:4 durch Sinan Akdag verfolge Rowe bereits regungslos (50.). Es passte zum Nürnberger Abend der verpassten Chancen, dass Rick Schofield mit einem schönen Penalty letztlich an sich selbst scheiterte (53.). Die Ice Tigers haben reagiert auf die schonungslosen Worte ihres Trainers, nur reichte das zum fünften Mal in Folge nur zu einem Treffer. Vor dem Auswärtsspiel in Straubing am Freitag (19.30 Uhr/MagentaSport) wird das die Mannschaft kaum selbstbewusster machen.

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