5:3 nach der Pause

Zweimal Fleischer, zweimal Sheehy: Ice Tigers gewinnen in Straubing

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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29.10.2021, 18:11 Uhr
Tyler Sheehy, gewohnt lässig: Zum 5:3 trug der US-Amerikaner (2. von rechts) seine Saisontreffer zehn und elf bei. 

Tyler Sheehy, gewohnt lässig: Zum 5:3 trug der US-Amerikaner (2. von rechts) seine Saisontreffer zehn und elf bei.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

Das Training unter Tom Rowe soll intensiv sein, wohltuend intensiv. Unter Anleitung des neuen Cheftrainers arbeiten die Ice Tigers härter an jenen Details, die angeblich den Unterschied machen. Selbst Routiniers wie Patrick Reimer, die eigentlich schon jede Trainingsform erlebt haben sollten, sind bislang beeindruckt. Und trotzdem waren sie erleichtert, dass sie nach einem freien Spieltag und zwei verlegten Partien gegen Corona positive Mannschaften, am Freitag tatsächlich auf dem Weg nach Straubing waren. Das viele Training aber scheint der Mannschaft gutgetan zu haben.

Mit dem überzeugenden 5:3 (2:1, 1:0, 2:2) in Straubing gelang den Ice Tigers der zweite Auswärtssieg in Folge - wenngleich mit zehn Tagen Pause.

Fleischer, artistisch

Das Spiel begann, wie man das aus dieser unangenehm kalten Eishalle am Pulverturm kennt – mit einer stürmischen Heimmannschaft. Der Druck der Tigers äußerte sich aber nicht in Treffern, nicht einmal in Chancen. Fabrizio Pilu, 18 Jahre jung, klärte einmal vor dem leeren Tor (5. Minute), danach befreiten sich die Gäste mit jedem Wechsel ein bisschen mehr. Vor allem die Reihen drei und vier, ob der eigenen Wirkungslosigkeit bislang frustriert, fielen immer wieder auf. Bereits nach seiner ersten Trainingseinheit hatte Rowe vor diesen jungen Spielern eine Ansprache gehalten, die vielleicht gerade bei Dane Fox, Charly Jahnke und Tm Fleischer gut ankam. Das Trio kombinierte sich druckvoll (Fox), glücklich (Jahnke) und artistisch zum Führungstreffer (9.). Der offenbar unvermeidliche Fehler von Andrew Bodnarchuk führte drei Minuten später zum Ausgleich durch Taylor Leier.

Die Ice Tigers aber gaben die Kontrolle über die Partie nicht mehr her. Nach einer schnellen Abfolge von guten Entscheidungen und schnellen Pässen stand Tyler Sheehy alleine dort, wo man den US-Amerikaner nicht stehen lassen sollte. Sein zehnter Saisontreffer brachte Nürnberg wieder den Vorteil, den erneut Fleischer nach souverän überstandenen Unterzahlsituationen ausbaute. Diesmal war es die schöne Vorarbeit von Fox, die dem 21 Jahre alten, bislang so fleißigem wie glücklosem Iserlohner den zweiten Treffer des Spiels ermöglichte (23.).

Der Kapitän sorgt für die Entscheidung

Nürnberg hatte nur ein Problem: die ungeheure Anziehungskraft der Strafbank. Nicht jede Schiedsrichterentscheidung war nachvollziehbar, immerhin Rowe verfolgte das ungerührt. Wohl auch, weil seine Mannschaft sich des Straubinger Power-Plays souverän erwehrte. Zudem zeigte Niklas Treutle im Tor eine starke Leistung, ließ nicht nur Sandro Schönberger im Alleingang scheitern. Straubing arbeitete sich ins Spiel zurück - und Schönberger den Puck doch noch ins Tor (43.).

Nachdem erneut Sheehy Straubings Torhüter mit einer Direktabnahme aufs kurze Eck überrascht hatte (50.), durften sich die Ice Tigers gedanklich schon auf die Halloween Party am Sonntag in der eigenen Arena einzustellen. Um 14 Uhr kehren dann die Iserlohn Roosters aus der Quarantäne aufs Eis zurück. In Straubing aber war es zu früh, um an das Heimspiel zu denken. Jason Akeson sorgte für Spannung (53.), Patrick Reimer für Entspannung (57.). Am Samstag wieder: Training.

Nürnberg: Treutle; Bodnarchuk/Welsh, Mebus/Karrer, Bender/Pilu, Weber - Schmölz/Brown/Sheehy, MacLeod/Stoa/Reimer, Fox/Jahnke/Fleischer, Kislinger/Friedrich/Lobach. - Tore: 0:1 Fleischer (8:03), 1:1 Leier (11:08), 1:2 Sheehy (14:08), 1:3 Fleischer (22:55), 2:3 Schönberger (42:03), 2:4 Sheehy (49:31), 3:4 Akeson (52:59), 3:5 Reimer (57:18). - Schiedsrichter: Reneau/Rohatsch. - Zuschauer: 3719. - Strafminuten: xx - xx.

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