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Improvisieren und hoffen: Die BBS Nürnberg leidet unter Corona

Besonders Mannschaftssportarten sind schwer umzusetzen - 01.03.2021 15:54 Uhr

Training, wie es Taekwondo-Sportler bei der Einweihung ihrer Halle an der BBS präsentierten, ist aktuell nur erschwert möglich.

26.02.2021 © Foto: Stefan Hippel


Der Schulunterricht ist in Corona-Zeiten eines der am heftigsten diskutierten Themen. Schüler, Lehrer und Eltern leiden unter den sich ständig ändernden Vorgaben. Ganz speziell betroffen ist in Nürnberg die Bertolt-Brecht-Schule, und das nicht nur, weil sie alle drei großen Schultypen vereint: Mittel- und Realschule sowie Gymnasium. Die kurz nur BBS genannte Bildungsstätte ist zudem eine der vier Eliteschulen des Sports in Bayern neben Berchtesgaden, Oberstdorf und München. Und die BBS ist zusätzlich eine Eliteschule des Fußballs – mit Nationalspieler Ilkay Gündogan als prominentestem Absolventen.

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BBS: Diese Sportgrößen haben die Nürnberger Schule besucht

Mehr als nur ein bisschen Sportunterricht haben die Schülerinnen und Schüler an der Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg. Die BBS ist neben neben Berchtesgaden, Oberstdorf und München eine von vier Eliteschulen für Sport in Bayern und hat schon so einige Talente hervorgebracht, allen voran natürlich Nationalspieler und ehemaliger Cluberer Ilkay Gündogan. Diese Sportgrößen gingen alle auf die Nürnberger Sportschule!


Sportunterricht während der Corona-Beschränkungen ist noch einmal ein Kapitel für sich. "Die Corona-Zeit bringt ganz erhebliche organisatorische Schwierigkeiten mit sich. Davon ist ganz stark natürlich der Sportunterricht betroffen, und hier in ganz erheblichem Maße die Leistungssportler", berichtet Harald Schmidt, der Direktor der BBS. In normalen Zeiten haben diese Talente in den ersten zwei Stunden Training, ehe es in den normalen Unterricht geht. Zuständig sind hierfür inzwischen die jeweiligen Landessportverbände. "Das war in den letzten Wochen und Monaten stark eingeschränkt, hat teilweise nicht mehr stattgefunden", sagt Schmidt.

Alles andere als Trainingsalltag

Allerdings: Laut Innenministerium dürfen Kadersportler vom Landeskader aufwärts mit strengen Hygieneauflagen trainieren, wenn auch sehr eingeschränkt. "Das ist mit Sicherheit in den meisten Sportarten alles andere als ein Trainingsalltag. Besonders in den Kontaktsportarten wie Ringen oder Taekwondo", hat der Schulleiter beobachtet. "Sie haben es auch zeitweise unterbrochen, weil es aus Ansteckungsgründen zu riskant war." Die Badmintonspieler trainieren weiter, müssen laut Schmidt aber beim Doppel oder im Mixed aufpassen, "denn da kommen sie schon wieder in die Nähe von Nicht-Individual-Sportarten".

Taktisches Training, Konditionstraining, Fahrradfahren bei den Triathleten stünden deshalb oft auf dem Programm. "Die Einzelsportarten kriegen das gut hin, die Mannschafts- und Kontaktsportarten hingegen haben ganz große Probleme."

Aber auch organisatorisch stelle die Situation die Schule vor große organisatorische Herausforderungen. Bei Distanzunterricht müssen die Sportler nach dem Training von der Halle oder dem Sportplatz aus nach Hause oder zurück ins Internat, das an die BBS angeschlossen ist. Und von dort aus dann digital am Unterricht teilnehmen. "Wir mussten unsere Stundenpläne zum Teil erheblich umstellen, um Zeitpuffer zu schaffen. Ich glaube, wir haben schon die 25. Variante in diesem Schuljahr", verrät Schmidt.

Einzelzimmer und Catering-Probleme

Und der Direktor verweist auf ein weiteres BBS-typisches Problem: besagtes Internat. "Die Auflagen haben natürlich erhebliche Auswirkungen auf unser Sportinternat, weil wir die Kapazität in diesem Schuljahr stark einschränken mussten." Doppelzimmer seien wegen der Abstandsregeln derzeit nicht möglich, sie mussten alle auf Einzelzimmer reduziert werden. 44 Plätze stehen normalerweise zur Verfügung, jetzt sind 33 in Einzelzimmern belegt. "Das hat bei den Sportverbänden natürlich keine Freude ausgelöst, denn eine Eliteschule lebt ja auch von der Überregionalität und Talenten, die von weiter herkommen – die konnten zum Teil nicht berücksichtigt werden", lässt der Schulchef durchblicken, dass es diesbezüglich hinter den Kulissen manches Ringen gab. "Wir hoffen inständig, dass wir das im neuen Schuljahr wieder ausweiten können."

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Denn das würde eine weitere Schwierigkeit beseitigen, die mit dem Sportinternat zusammenhängt: Dessen Bewohner werden mittags normalerweise in der Schulmensa verköstigt, erhalten im Internat erst abends Essen. Doch in den Zeiten, in denen die Mensa coronabedingt geschlossen blieb, musste die BBS die Verköstigung über Cateringfirmen lösen. "Die stehen auch nicht Schlange, und in den Verträgen mit den Verbänden ist das zudem nicht abgedeckt." Was bei der organisatorischen Erfahrung und Flexibilität der BBS aber auch geklappt hat.

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