Freitag, 22.11.2019

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In Unterzahl: Fürth unterliegt beim HSV mit 0:1

Julian Green sah Gelb-Rot - Aaron Hunt mit dem entscheidenden Treffer - 04.03.2019 22:35 Uhr

Ganz bitter: Marco Caligiuri und die SpVgg Greuther Fürth unterlagen nach großem Kampf mit 0:1 beim HSV. © Sportfoto Zink/WoZi


Im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen änderte er die Aufstellung auf einer Position. Für Fabian Reese rutschte Paul Seguin zum ersten Mal in die Startelf. "Der HSV zieht sein Spiel in erster Linie durch die Mitte auf", sagte Leitl und wollte auf der Rückkehr von Hamburgs Schlüsselspieler Aaron Hunt entgegen wirken, schickte Sebastian Ernst an seinem 24. Geburtstag auf den rechten Flügel und beorderte Seguin mit Julian Green ins Zentrum, dahinter spielte Paul Jaeckel den Abräumer. 

Mit Tom Mickel trafen die Fürther unerwartet auf einen alten Bekannten. Weil sich Stammtorhüter Julian Pollersbeck kurz vor dem Anpfiff verletzt abmeldete, rückte der Ex-Fürther ins Tor. In den ersten 15 Minuten standen die Fürther ordentlich unter Druck.

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Platzwunden, Gelb-Rot und HSV-Gegentor: Die Bilder zur Kleeblatt-Pleite

Im Montagabendspiel muss das Kleeblatt ab 20.30 Uhr gegen den Hamburger SV ran. Stefan Leitl schickte seine Mannschaft mit nur einer Veränderung in der Startelf in die Partie, Paul Seguin durfte wieder von Anfang an auflaufen. Selbst das 0:0 wäre nach dem Auftritt für die Fürther eigentlich zu wenig gewesen. Die Gelb-Rote Karte und das späte Gegentor waren da mehr als bitter.


Bereits in der dritten Minute klärte Marco Caligiuri mit einer beherzten Grätsche eine Hereingabe von Bakery Jatta vor dem einschussbereiten Pierre-Michel Lasogga. Hamburgs Top-Stürmer schoss danach aus kurzer Distanz Jaeckel an, der Ball trudelte knapp am Pfosten vorbei ins Aus (8.). Und Chance Nummer drei bot sich Lasogga in Minute 13. Zwischen zwei Fürthern konnte er am Sechzehner den Ball annehmen und abziehen, doch Sascha Burchert parierte den zu zentral abgefeuerten Schuss. Fürth versuchte den HSV im Aufbauspiel zu stören, machte sich einige Ballgewinne aber durch schlechte Abspiele wieder selber kaputt. Auf der rechten Abwehrseite wackelte Maximilian Sauer in der Anfangsphase bedenklich, hatte immer wieder Probleme mit dem schnellen Jatta.

Nach 20 Minuten hatte Kenny-Prince Redondo plötzlich die Führung auf dem Fuß. Sein Schuss aus kurzer Distanz wurde geblockt. Dann packte Maximilian Wittek den Turbo aus, zog von Links in den Sechzehner, aber Mickel tauchte ab und hielt (26.). Bis zur Pause bekamen die Fürther die Partie dann besser in den Griff, konnten Hamburg vom Tor fern halten und minimierten die leichten Abspielfehler. Auch weil sich Seguin im Zentrum immer öfter neben Jaeckel auf die Sechs zurückfallen ließ, um Räume zu schließen oder auf der Außenbahn auszuhelfen. Und Gotoku Sarkai sorgte für Freude auf der Fürther Bank, warf den handgereichten Taktikzettel von seinem Coach Hannes Wolf vor die Füße von Co-Trainer Andrej Mijatovic.

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Gut bis ausreichend gegen Hamburg: Das sind die Noten der Fürth-Profis

Ist das bitter: Die SpVgg Greuther Fürth macht ein Riesenspiel, steht am Ende aber trotzdem mit leeren Händen da. Mit 0:1 unterlag das Kleeblatt unglücklich beim HSV und musste sich zusätzlich über einen fragwürdigen Platzverweis ärgern. Die Noten für die engagierten Kleeblatt-Profis bewegen sich hauptsächlich zwischen 2 und 4.


Eine Schrecksekunde für Fürth gab’s in der 43. Minute. Nach einem harten Luftkampf zwischen Magyar und Lasogga – bei dem der Hamburger zu spät kam – blieb der Schwede zunächst benommen am Boden liegen, spielte dann bis zur Pause mit einem Thomas-Kleine-Gedächtnis-Turban weiter. Die Spielvereinigung kam mit Elan aus der Pause, weil sie merkte, dass man sich vor dem "großen HSV" nicht fürchten musste. Stattdessen warteten die Fürther im Ballbesitz geduldig auf sich öffnende Räume. Seguin probierte es aus der Distanz (52.) und Lasogga köpfte fast ein Eigentor.

Rackern in Unterzahl

Dann stand Schiedsrichter Dingert Mittelpunkt. Green, bereits mit Gelb verwarnt, ging im Laufduell mit Gideon Jung im Sechzehner zu Boden. Dingert zückte Gelb-Rot wegen einer Schwalbe. Eine harte Entscheidung. Jung hatte beide Arme an Greens Oberkörper. Für einen Elfmeter hätte die Aktion aber auch nicht gereicht. Beim Pass zuvor auf Green, war der übrigens schon im Abseits gestanden.

Während das Wechselkontingent des HSV nach 72 Minuten erschöpft war, ließ Leitl auch in Unterzahl die Anfangself rackern. Wohl auch, um das stabile Gefüge nicht zu sprengen. In der 80. Minute als der HSV die zwölf Minuten in Überzahl bereits für einige gefährliche Angriffe genutzt hatte, kamen Fabian Reese und Lukas Gugganig als frische Kräfte.

Der HSV ließ nicht locker. Burchert hielt einen Kopfball von Berkay Öczan, Lasogga verpasste knapp eine Flanke, die am rechten Pfosten vorbeistrich. Dann war es soweit. Narey war Rechts durch, seine Hereingabe drückte Hunt am kurzen Pfosten über die Linie (85.). Die wackeren Fürther waren geschlagen. Zum ersten Mal unter Trainer Leitl. 

Hamburger SV: Mickel - Narey, Bates, van Drongelen, Douglas Santos - G. Sakai - Jatta (73. Ito), Hunt, Holtby (46. Jung), H.-C. Hwang (38. Özcan) - Lasogga

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Sauer, Magyar, M. Caligiuri, Wittek - Jaeckel - Seguin (80. Gugganig), S. Ernst (89. Atanga), Green, Redondo (80. Reese) - Keita-Ruel

Tore: 1:0 Hunt (86.)I Gelbe Karten: Jung (66.), Narey (90.) I Green (58.), Wittek (73.), Keita-Ruel (89.) I Gelb-Rote Karten: Green (67.) Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries) I Zuschauer: 36.560

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Martin Ferschmann

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