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Ismael und der Club: "In Nürnberg hat es leider nicht gepasst"

Der Vorgänger von René Weiler hat offenbar dazugelernt - 24.03.2016 06:59 Uhr

Viel Engagement, wenig Ertrag: Valerien Ismael wurde beim FCN nicht richtig glücklich. © Sportfoto Zink / WoZi


Aus "privater Sicht", formuliert Valerien Ismael im Spox-Interview, wäre sein Club-Aus gar nicht ungelegen gekommen. Zumindest, wenn man den Zeitpunkt betrachtet. Nach seinem Arbeitsende am Valznerweiher habe er seine schwangere Frau unterstützen und eine Tochter begrüßen können. Und durch die "schelle Ablenkung" selbst Hilfe erfahren.

Beruflich war Valerien Ismael zuvor beim FCN gescheitert. Dabei war unter dem Vorgänger von Erfolgscoach Weiler nicht alles schlecht gewesen. Mitunter hatte der Zweitligist wider Willen unter dem Elsässer schon damals seinen Aufstiegsanspruch deutlich gemacht, druckvoll und mit Wucht nach vorne gespielt. Beispielsweise, als der Club die Eisernen von Union Berlin auswärts 4:0 beugte und Nürnbergs Trainer im Anschluss die Geburt einer neuen Mannschaft verkündete.

Die Hoffnung, dass fränkische Fußball-Feste nun vermehrt  folgen würden, erwies sich jedoch als unbegründet. Konsequenterweise beendete der Club im November 2014 nach viereinhalb Monaten und 14 Punkten in 13 Spielen seine Zusammenarbeit mit Ismael. Das Arbeitsverhältnis mit einem gut ausgebildeten, zusehends aber glück- und hilflosen Trainer. Vorangegangen waren: Eine 1:2-Pleite in Sandhausen und eine Marathonsitzung des neu formierten Aufsichtsrats.

Ein Crashkurs

Ismael hatte den 1 FC Nürnberg da vielleicht schon etwas besser verstanden. Obwohl er sich auch ärgerlich, genervt, teilweise sogar bissig gezeigt hatte. Besonders, wenn sich Ismael zu kritisch beurteilt sah. Bei seinem "Crashkurs in Sachen Traditionsverein", wie der damalige Sportvorstand Martin Bader einmal sagen sollte.

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Crash hin oder her! Auf seiner erste Station als Profi-Trainer hat der inzwischen 40-Jährige, wie er Spox sagt, dazugelernt. Und für sich weitere Erklärungen gefunden, warum Ismael/Club nicht funktionierte. Wie sich das Zusammenspiel von "sportlichen Ergebnissen und politischen Machtspielen" darstellt, wenn der Erfolg in einem Verein wie dem FCN ausbleibt, so kann man Ismael verstehen, hat dieser allerdings erst jetzt kapiert.

Doch trotz dieser Erklärungsansätze wertet Ismael seine Entlassung in Nürnberg als "persönliche Niederlage". Verständlich angesichts seiner Erfolgsgeschichte als Spieler. Mit Werder Bremen war Ismael einst Pokalsieger geworden - und Meister. Mit dem FC Bayern gelang Letzteres auch. Es habe leider nicht gepasst mit ihm und dem Club, sagt Ismael also. Nun aber gehe es "mit dieser Erfahrung im Rucksack weiter".

Wichtig ist der Lernprozess

Für den Mann, der wieder die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg in der Regionalliga Nord trainiert, heißt das irgendwo auch, die Abläufe im Profi-Geschäft zu akzeptieren."Es gehört einfach dazu, auch mal auf die Schnauze zu fallen", konstatiert Ismael. "Das kann jedem Trainer zu unterschiedlichen Zeitpunkten passieren. Wichtig ist, danach wieder aufzustehen und den persönlichen Lernprozess voranzutreiben."

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apö

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