17°

Dienstag, 02.06.2020

|

zum Thema

Joker Klaus ließ das "Kleeblatt" jubeln

18-jähriges Talent schoss Fürth zum 1:0-Sieg gegen Union Berlin - 23.01.2011 19:24 Uhr

Der Tabellenstand gibt ihm durchaus Recht, denn mit 34 Punkten – diese weisen inzwischen vier Mannschaften auf – sind die „Kleeblättler“ als Tabellenvierter nach wie vor im Rennen um die Aufstiegsplätze dabei. Realistisch betrachtet müssen sie sich in den nächsten Wochen aber steigern, wenn sie ihre gute Position behaupten wollen.

Bilderstrecke zum Thema

Der Fürther Sieg über Union Berlin in Bildern

Mit 1:0 gewinnen die Fürther ihr Heimspiel gegen die Union aus Berlin. Damit konnte der Anschluss an die Aufstiegslätze gehalten werden.


„Eisern Union“ war mit seiner Marschrichtung auf ein Unentschieden aus und erschwerte damit in der ersten Halbzeit deutlich die Aufgabe der Fürther. Gewiss hatten diese mehr Spielanteile, doch von Kreativität in der Offensive konnte keine Rede sein. Hohe Bälle in den Strafraum waren das falsche Mittel, denn die Berliner Abwehrspieler besaßen ohne Ausnahme „preußisches Gardemaß“. Und über die Außenpositionen passierte nicht viel, weil sich Kim Falkenberg und auch der zurückgekommene Stephan Schröck immer wieder festrannten – und zudem sich auch Leonhard Haas zu sehr nach innen orientierte. In zwei Situationen suchte Falkenberg von der Toraußenlinie Partner zum Rückpass, fand sie aber leider nicht. „Wir sind da nicht geil genug, um daraus Kapital ziehen zu können“, monierte Trainer Mike Büskens.

Die einzige nennenswerte Chance in der ersten Halbzeit vergab Edgar Prib: Eine Flanke köpfte er aus aussichtsreicher Position vorbei. Union, im Spiel nach vorne bieder und harmlos, besaß aber auch eine hochkarätige Möglichkeit: In der 38. Minute stand Macchambes Younga-Mouhani plötzlich völlig frei 14 Meter vor dem Tor, schoss aber überhastet drüber.

Vorstellbar, dass Büskens in der Pause seinen Schützlingen gewaltig den Marsch geblasen hat, denn danach waren ihre Angriffsbemühungen wesentlich druckvoller. Entscheidend aber waren aber zwei Einwechslungen: Der Trainer ersetzte die schwachen Haas und Christopher Nöthe durch Felix Klaus und Kingsley Onuegbu. Er hatte offensichtlich den richtigen Riecher, denn das Joker-Duo sorgte für das Tor des Tages: Nach einem klugen Pass von Onuegbu erzielte der 18-jährige Jugendnationalspieler mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel das 1:0. Der gerechte Lohn für intensivierte Angriffsbemühungen der Fürther. Onuegbu aber war Glückspilz und Pechvogel zugleich: Zwölf Minuten nach seiner Einwechslung blieb er nach einem Zweikampf schmerzverzerrt auf dem Rasen liegen und musste ausgewechselt werden. „Höchstwahrscheinlich hat er sich eine Sprunggelenksverletzung zugezogen“, lautete die erste Diagnose von Mannschaftsarzt Harry Hauer.

Die Gäste aus der Hauptstadt, die in der Schlussphase auf den Ausgleich drängten, hatte es zuvor bereits schwer getroffen: Dominic Peitz handelte sich nach einer Stunde einen mehrfachen Bruch des Nasenbeins ein und musste gestern noch in Fürth operiert werden. Bereits zwei Minuten vor dem 1:0 hatte Union eine klare Chance, doch der neue Fürther Torhüter Alexander Walke hatte gegen den frei vor ihm auftauchenden Santi Kolk entschlossen abgewehrt. Eine weitere gute Tat des Debütanten: In der vorletzten Minute lenkte er einen gefährlichen Benyamina-Schuss zur ersten Ecke für die Berliner.

Platzverweis in der Nachspielzeit

In der Nachspielzeit handelte sich Union noch einen Platzverweis ein: Bernd Rauw hatte bei einem Einwurf den sich vor ihm aufbauenden Müller leicht ins Gesicht geschlagen und bekam von Schiedsrichter Patrick Ittrich die Rote Karte gezeigt. Alle Bemühungen des Fürthers (Rauw: „Er hat deutlich gesagt, dass keine Absicht dahinter war“) stimmten den Unparteiischen nicht um.

Die „Kleeblättler“ haben sich gestern bei ihrem Sieg nicht mit Ruhm bekleckert, aber drei wichtige Punkte geholt. Büskens weiß aber wohl, dass sich seine Schützlinge beträchtlich steigern müssen, wenn sie in den beiden jetzt anstehenden Auswärtsspielen bei Alemannia Aachen und beim FSV Frankfurt punkten und ihre gute Ausgangsposition wahren wollen.

Fürth: Walke – Schröck, Kleine, Karaslavov, Falkenberg – Nehrig, Fürstner – Haas (60. Klaus), Prib – Nöthe (74. Onuegbu/82. Pekovic), Müller / Berlin: Glinker – Menz (82. Benyamina), Göhlert, Stuff, Parensen – Younga-Mouhani, Peitz (58. Rauw) – Thomik (46. Ede), Mattuschka, Kolk – Savran / SR: Ittrich (Hamburg) / Tor: 1:0 Klaus (76.) / Zuschauer: 6480 / Rote Karte: Rauw wegen einer Tätlichkeit (90.+3) / Gelbe Karten: Haas (4) – Menz (5/1), Younga-Mouhani (2).

Dieter Bracke E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport