Unbekannte Regel bei Spielgemeinschaften

Jubel und Unverständnis: Taschenrechner entscheidet über Aufstiege beim Frauenfußball

28.7.2021, 12:12 Uhr
Kreisklasse Nürnberg/Frankenhöhe 02 Damen..FV Kleeblatt 99 gegen (SG) TSV Südwest Nürnberg..Dilara Balkan

Kreisklasse Nürnberg/Frankenhöhe 02 Damen..FV Kleeblatt 99 gegen (SG) TSV Südwest Nürnberg..Dilara Balkan © Andreas Goldmann, NN

Besonders groß war die Enttäuschung über das Saisonende in der Kreisklasse 2, denn die Spielgemeinschaft des TSV Sack mit den Sportfreunden Großgründlach und dem ATSV Erlangen wähnte sich schon als Aufsteiger in die Kreisliga.


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Nach dem Abbruch stand die SG TSV Sack/SF Großgründlach/ATSV Erlangen auf dem ersten Tabellenplatz und auch die Quotientenregel sprach für das Fusionsteam. Aufsteigen durfte es dennoch nicht.

Der Grund dafür ist kompliziert: Der Bayerische Fußball-Verband hatte im vergangenen Jahr die Anmeldung von Spielgemeinschaften vereinfacht, was die bestehende SG aus Sacker und Großgründlacher Fußballerinnen bewogen hatte, auch der stark geschrumpften Frauenmannschaft des ATSV Erlangen „Unterschlupf“ zu bieten.

Man war sich schnell einig und so wurde aus dem SG-Duo ein Trio. Was man im Knoblauchsland – und scheinbar zunächst auch beim BFV – allerdings nicht auf dem Schirm hatte, war, dass diese während der ja noch laufenden Saison 19/21 geschlossenen Gemeinschaften für den Rest der Spielzeit laut Regel „außer Konkurrenz“ spielten, also kein Aufstiegsrecht erhalten würden.

Nutznießer ist der FV Kleeblatt 99

Die Ernüchterung darüber kam recht spät, doch des Einen Leid ist des Anderen Freud‘: Überraschend durfte die Mannschaft des FV Kleeblatt 99 feiern, denn sie profitierten von dieser Regel und stiegen als Tabellenzweite auf. Gerechnet hatten die Fürtherinnen damit nicht: „Klar hat uns das gefreut, aber wir haben das mit dieser SG-Regel auch nicht gewusst“, gesteht Aufstiegstrainer Dieter Berger, „das haben sich die Mädels echt verdient – und vom Sportlichen her hätten wir das, glaube ich, auch noch geschafft.“

Der dritte Vertreter aus Fürth in der Kreisklasse 2, der SV Poppenreuth, beendete die Saison auf dem sechsten Platz. In der Kreisklasse 1 durfte die (SG) SF Laubendorf/SV Burggrafenhof den Aufstieg feiern. Die positive Entwicklung der Spielgemeinschaft hatte sich bereits in der Saison zuvor abgezeichnet und nun belohnten sich die Damen von Trainer Christian Neubert für eine souveräne Saison mit nur einer Niederlage.

Der TSV Wilhermsdorf schloss diese Corona-Runde auf dem vierten Tabellenplatz ab und wird daher auch in der kommenden Spielzeit wieder in der Kreisklasse antreten.
Tragisch endete die Spielzeit auch für den STV Deutenbach, der den Gang in die Kreisliga antreten muss. Mit acht Punkten aus zwölf Spielen stand der STV zwar auf dem vorletzten Tabellenplatz und rutschte dank Quotientenregel sogar noch einen Platz nach oben, zum Klassenerhalt reichte das trotzdem nicht.

Eisinger ignoriert die Tabelle

Den Platz direkt über dem rettenden Strich belegte der TSV Zirndorf. Tragisch für Deutenbach deswegen, weil sie drei Spiele weniger spielen konnten als die Zirndorferinnen und mit zwei Siegen zumindest theoretisch Punktgleichheit hätten herstellen können.

Für die beiden Teams der SpVgg Greuther Fürth hatte der Saisonabbruch indes keine gravierenden Auswirkungen. Die Landesligamannschaft schloss die Spielzeit auf einem sicheren sechsten Platz ab. Eine Leistung, für die sich die Aufsteigerinnen in keinem Fall verstecken müssen. „Wir haben unser Ziel erreicht“, urteilt Trainer Tobias C. Auer kurz; er ist sich sicher: Wenn die Saison regulär beendet worden wäre, stünde sein Team noch weiter oben.


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Simon Eisinger, der Trainer der Fürther Bayernliga-Elf, ist ebenfalls zufrieden: „Der Tabellenplatz interessiert uns gar nicht, für uns ist wichtig zu wissen, dass wir aus eigener Kraft die Liga halten konnten – auch ohne Quotientenregel.“ Am Ende stand der sichere siebte Platz zu Buche und so bereitet sich das Kleeblatt bereits auf eine neue Bayernliga-Saison vor.

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