Kaderplanung der Ice Tiger: Umbruch mit Altlasten

25.4.2021, 17:00 Uhr
Kein gutes Jahr: Andrew Bodnarchuk bleibt den Ice Tigers trotzdem erhalten. 

Kein gutes Jahr: Andrew Bodnarchuk bleibt den Ice Tigers trotzdem erhalten.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

Es gab auch gute Nachrichten von den Ice Tigers an diesem Wochenende. Daniel Schmölz hatte am Samstag in seinem vierten Spiel für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft seinen ersten Länderspieltreffer erzielt. Torhüter Niklas Treutle hatte sich in Piestany trotz der 3:4-Niederlage nach Penalty-Schießen gegen die Slowakei nachdrücklich um einen Platz im Aufgebot für die WM in Lettland beworben. Wie gut die Nachrichten sind, die der Arbeitgeber von Schmölz und Treutle am Sonntag herausgab, wird sich noch zeigen müssen.


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Der Klub veröffentlichte transparent den aktuellen Stand der Personalplanungen. Dass die Ice Tigers für die kommende Saison bereits 17 Spieler unter Vertrag haben, hatte Stefan Ustorf bereits in einem Interview mit nordbayern.de bestätigt. Nun kennt man die Namen von 15 dieser Profis. Der Verbleib von Patrick Reimer, Chris Brown, Oliver Mebus, Tim Bender, Julius Karrer und Daniel Schmölz war bekannt. Nun ließ Ustorf per Pressemitteilung ausrichten, dass auch Max Kislinger, Andrej Bires, Andrew Bodnarchuk, Dane Fox und Ilya Sharipov bleiben, weil deren Verträge verlängert wurden oder sich durch Ablauf einer Kündigungsfrist automatisch verlängerten.

Trinkberger muss gehen, Bodnarchuk darf bleiben

Besonders bei Bires und Bodnarchuk ist das überraschend. Der DEL2-Torjäger Bires war mit dem Entscheidungstempo und den spielerischen Herausforderungen in der DEL überfordert, Bodnarchuk war den Ice Tigers zu keinem Zeitpunkt der erfahrene und ruhige Verteidiger, den man meinte, aus München verpflichtet zu haben. Entscheidend ist aber wohl eine Formulierung in der Pressemitteilung: "Zum Zeitpunkt des Amtsantritts von Stefan Ustorf als neuer Sportdirektor…"

Ein gutes Jahr: Trotzdem wird David Trinkberger in der kommenden Saison nicht mehr für die Ice Tigers spielen. 

Ein gutes Jahr: Trotzdem wird David Trinkberger in der kommenden Saison nicht mehr für die Ice Tigers spielen.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

Soll heißen, Ustorfs Vorgänger André Dietzsch hat Entscheidungen getroffen, die Ustorf so wohl nicht getroffen hätte. Mit Torhüter Treutle, Weber und Lobach sind sich die Ice Tigers wohl schon einig. Keine Zukunft haben: Arturs Kulda, Tom Gilbert, überraschenderweise David Trinkberger, Tyson McLellan, Vincent Hessler, Marcel Kurth, Timo Walther und Joachim Ramoser. Bei einem Verteidiger bedankte sich Ustorf, den Abgang eines anderen erklärte er: "Ganz speziell möchte ich hier Tom Gilbert nennen, der in den vergangenen vier Jahren ein herausragender Führungsspieler im Team war. Bei David Trinkberger ist uns die Entscheidung alles andere als leichtgefallen. Die Entwicklung von Julius Karrer und die Tatsache, dass wir ausschließlich links schießende Verteidiger unter Vertrag haben, ließen aber letztlich leider keine andere Möglichkeit zu."

Kontakt zu Adam, Cornel und Pollock

Wie Walther fällt Trinkberger nicht unter die U23-Regel – im Gegensatz zu Fabrizio Pilu (Mannheim) und Tim Fleischer (Iserlohn), die nächste Saison ebenso wie Charlie Jahnke (Düsseldorf) für die Ice Tigers spielen werden. Bei Pollock, Cornel und Adam ist das noch nicht sicher, mit den drei Stürmern will Ustorf weiter in Kontakt bleiben. Wie intensiv diese Gespräche werden, hängt sicherlich auch von den Alternativen ab. Grundsätzlich will sich Ustorf bei der Besetzung der Importstellen Zeit lassen.

Zudem hofft der Klub darauf, dass sich der 17 Jahre junge Roman Kechter trotz eines Vertrags mit Rögle BK für eine Zukunft in seiner Heimatstadt entscheidet. Mit dieser Pressemitteilung ist auch klar, dass es einen Umbruch in Nürnberg vorerst nicht geben wird. Die Ice Tigers müssen zunächst einmal aus sich selbst heraus besser werden.

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