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Mittwoch, 03.06.2020

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Kaya Rußler vom LAC Quelle Fürth verrät Trainingstricks

Die Leichtathleten dürfen nicht auf ihre Trainingsstätten und müssen erfinderisch sein - 30.03.2020 17:24 Uhr

Diese Aufnahme von 2018 zeigt Kaya Rußler in ihrem Element beim Hochsprung. Doch derzeit ist das Training hierfür nicht möglich, da natürlich auch beim LAC Quelle Fürth die Sportstätten gesperrt sind. © Foto: Theo Kiefner


Dort, wo sich sonst die Leichtathleten des LAC Quelle Fürth auf ihre Wettkämpfe vorbereiten, herrscht gespenstische Stille. Wegen des Corona-Virus sind die Halle am Finkenschlag und das Gelände an der Coubertinstraße, wie alle Sportstätten, gesperrt. Doch wie halten sich die LAC-Athleten fit?

"Eigentlich hatten wir dann vor, uns im Wiesengrund oder im Stadtwald zu treffen und gemeinsam dort zu trainieren", erklärt Trainer Armin Kress, "nachdem wir jetzt aber den Katastrophenfall haben, ist das Ganze auch hinfällig geworden." Immerhin, so Kress, sei der Zeitpunkt noch relativ gut: "Die Hallensaison ist vorbei und wir arbeiten jetzt wieder an den Grundlagen."

Das können die Athletinnen und Athleten auch zu Hause und alleine tun. Dazu haben Kress und seine Trainerkollegen ihre Schützlinge mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet. "Natürlich braucht man ein bisschen Kreativität zu Hause", sagt er schmunzelnd, "aber auch da haben wir Hilfestellungen gegeben."

So stemmen die Nachwuchssportler jetzt zum Beispiel Wasserflaschen anstatt Hanteln oder benutzen die Stufen des Treppenhauses für Kraftübungen. Das Laufen ohne Gruppe ist sowieso kein Problem, "wenn es aber darum geht, technische Sachen zu machen, muss man sich etwas einfallen lassen".

 

Hopsen auf der Matratze

 

Einen Vorteil besitzt hier Kaya Rußler, die im Garten etwas mehr Möglichkeiten hat. Die 15-Jährige hat den Keller durchsucht und sich mit Tischböcken im Freien eine Mini-Hürden-Bahn aufgebaut, um die Technik wenigstens im Ansatz zu trainieren. Eine längst ausgediente Matratze nutzt sie für Skippings, also Hüpfen in hoher Frequenz, und auch sie stemmt den einen oder anderen Liter Wasser in Behältern. "Kleinere Sprungläufe oder Fußgelenksprünge sind kein Problem. Richtige Sprünge und alles, was in die Technik geht, natürlich nicht", klagt Rußler darüber, dass Disziplinen wie Hoch- und Weitsprung im heimischen Wohnzimmer selbstredend nicht funktionieren.

Obwohl Leichtathletik eher ein Individualsport ist, fehlen ihr die Trainingspartner: "Für mich spielt das eine große Rolle, weil ich dann Leute mit im Training habe, die mich motivieren und die ich motivieren kann."

Die Motivation sieht Armin Kress auch als Problem. Noch würden die LAC-Athleten eher mehr trainieren als in normalen Zeiten, "man weiß ja aber nicht, wie lange die Situation so bleiben wird". Und ohne eine Aussicht darauf, wann wieder Wettkämpfe stattfinden können, "wird es natürlich schwierig für die Athleten, sich selbst zu motivieren. Und da die Gruppendynamik auch wegfällt, wird die Motivation schon irgendwann nachlassen", ist sich der Trainer sicher.

 

Dem Boxer fehlt der Ring

 

Er hofft, dass man im Juni oder Juli wieder in die Saison startet und die mittelfränkischen und bayerischen Meisterschaften stattfinden. Bis dahin aber muss das technische Training auf den Stabhochsprung- und Weitsprunganlagen wieder möglich sein. "Denn was uns in dieser Phase besonders fehlt, ist leicht erklärt: Was dem Boxer der Boxring und dem Fußballer der Rasen, ist dem Leichtathleten die Bahn."

ANDREAS GOLDMANN VON ANDREAS GOLDMANN

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