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Kein Fußball bis Mai: Das sagen FCN und Fürth zur DFL-Entscheidung

Aufbruchstimmung beim Kleeblatt - Club nimmt Solidarität wahr - 31.03.2020 18:28 Uhr

Bis die Ticket-Schalter am Max-Morlock-Stadion wieder öffnen, werden noch einige Wochen, wenn nicht sogar Monate, vergehen. © Sportfoto Zink / Daniel Marr


Bei der ersten Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) via Videokonferenz folgten alle Beteiligten ebenso dem Vorschlag, vorerst bis mindestens zum 30. April weiter zu pausieren. Bei der von den Erst- und Zweitligisten eingeforderten Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation habe sich die Annahme bestätigt, dass "einige Klubs im Mai oder auch im Juni in eine existenzbedrohende Situation kommen könnten", sagte DFL-Chef Christian Seifert, ohne Namen zu nennen.

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Bei der Spielvereinigung Fürth bereitet man nun den Trainingsstart am 5. April vor. Rachid Azzouzi, der mit Holger Schwiewagner das Geschäftsführer-Duo der Fußball-KG bildet, verbreitet in einer Telefonkonferenz mit Lokaljournalisten Aufbruchstimmung: Das Zeichen, das diese DFL-Sitzung aussendet, sei, "dass es im Mai weitergehen kann und soll".

Das öffentliche Leben steht also derweil weiter still, während zwei Dutzend Fußballprofis drei Wochen lang wieder Zweikämpfe führen und gemeinsam duschen sollen? Den Widerspruch sieht Azzouzi nicht: "Das Kontaktverbot betrifft nur den privaten Raum. Wir aber arbeiten, das muss man berücksichtigen, Fußball ist keine Spaßveranstaltung." Und Schwiewagner ergänzt: "Das ist keine Sonderlösung für den Fußball. Es gilt für uns, den Betrieb als Wirtschaftsunternehmen zu sichern."

Spieler sollen zuhause duschen

Wichtig seien für den Trainingsbetrieb die richtigen hygienischen und medizinischen Maßnahmen. So denkt Azzouzi an, dass die Spieler bereits in Sportkleidung zum Training kommen sollen, die Duschen und Kabinen auf der Kronacher Hard sollen nicht benutzt werden. Zudem richtet die DFL eine "medizinische Task-Force" ein, um das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren.

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Ein falsches Signal an die Amateurvereine solle davon nicht ausgehen. "Das eine ist Freizeit, das andere ist Job", argumentiert Azzouzi, "da gibt es schon einen Unterschied." Man habe zwar die Spitze der Pandemie wohl noch nicht erreicht, "aber die Menschen sind vielleicht froh, wieder Fußball sehen zu können".

Über Fußball freuen würde man sich mit Sicherheit auch beim 1. FC Nürnberg, kommentierte man jedoch die Videokonferenz am Dienstagmittag etwas weniger offensiv. "Alle", so Club-Sportvorstand Robert Palikuca, "spüren den Ernst der Lage, sind bereit der Politik zu folgen und ihrer Vorbildfunktion in der Gesellschaft gerecht zu werden." Ob zu dieser Vorbildfunktion die Wiederaufnahme des Spielbetriebs gehört, damit wird sich die DFL, gemeinsam mit den Vereinen und auch der Politik, in den kommenden Wochen intensiv auseinandersetzen. Die "Solidarität im Sinne des deutschen Fußballs", die Nürnbergs Finanz-Boss Niels Rossow bei der Video-Tagung wahrgenommen hat, dürfte bei der Suche nach einer einheitlichen Lösung nur von Vorteil sein.

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