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Kiyotake-Millionen? "Nein danke" sagt Bader

Der 1. FC Nürnberg ist nicht mehr auf jeden Euro angewiesen - 04.07.2013 06:58 Uhr

Club-Sportvorstand Martin Bader will Hiroshi Kiyotake weiter beim Jubeln mit Nürnberger Spielern zusehen.

16.09.2012 © Sportfoto Zink / DaMa


Zehn Millionen Euro: Diesen Betrag hätte, sofort, der Aston Villa Football-Club aus Birmingham an den 1.FC Nürnberg überwiesen, das ist verbürgt. Paul Lambert, Villa-Trainer (und bekannt als Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund 1997) flog eigens zu den Klub-Besitzern in die USA, um den Handel absegnen zu lassen: zehn Millionen für Nürnbergs Hiroshi Kiyotake. Lange überlegen, sagt Nürnbergs Sportvorstand, musste er trotzdem nicht. Martin Bader sagte nein – zum ersten Mal in seiner jüngeren Vergangenheit ist der Club tatsächlich in der Lage, Millionenofferten auszuschlagen, weil der Verein auch ohne solche Einnahmen sportlich überlebensfähig ist.

Der Verlust des japanischen Nationalspielers – der sich mit einer guten WM 2014 eher noch mehr ins Rampenlicht spielen könnte –, sagt Bader, wäre nicht gleichwertig aufzufangen gewesen. Auch nicht mit weiteren zehn Millionen (rund sechs gab es gerade erst für Verteidiger Timm Klose). Spieler der Kategorie Dennis Diekmeier, Ilkay Gündogan, Philipp Wollscheid oder nun Klose hat der 1.FC Nürnberg entdeckt und ausgebildet, sie kosteten nichts oder vergleichsweise sehr wenig; Spieler dieser Kategorie füllten dann die Vereinskasse – aber Spieler, die mehrere Millionen Euro kosten, kommen nicht nach Nürnberg. Selbst wenn sie der Club bezahlen könnte: Etablierte Profis zieht es nicht nur im Zweifelsfall zu etablierteren Adressen.

Drmic bleibt interessant

Und viel Geld, sagt Bader, mache ja nicht unbedingt glücklich – in Dortmund haben sie jetzt Transfer-Millionen im Überfluss, finden aber bisher kaum geeignete Kandidaten zur Verstärkung des Teams. Auf weitaus niedrigerem Niveau ginge es Nürnberg vermutlich ähnlich, aber immerhin wächst der Spielraum zwar langsam, aber kontinuierlich.

Für Kiyotake (wie für Timo Gebhart) überwies Bader vor Jahresfrist je rund eine Million, etwas mehr kosten soll nun Josip Drmic vom FC Zürich. Der Stürmer ist weiterhin ein interessanter Kandidat – schon im Blick auf den nächsten Sommer, wenn der Vertrag von Alex Esswein ausläuft, aber auch für sofort; „mehr als fünf Tore“, sagt Bader, „hat schließlich keiner unserer Angreifer erzielt“. Bader und Trainer Michael Wiesinger wollen auch den internen Konkurrenzdruck erhöhen, „im Angriff überentwickelt“ sei der Bedarf, „auf der Sechserposition unterentwickelt“. Die Nachfolge des zum FC Brügge gewechselten Defensivstrategen Timmy Simons werde man eher intern regeln. Ausgeschlossen sei indes nichts, bloß, so Martin Bader: „Wir machen jetzt nichts Verrücktes, nur, weil ein bisschen Geld da ist.“

Doch zurück zur Personalie Drmic: Am Mittwochabend berichtete der kicker davon, dass Nürnbergs Sportvorstand in den Verhandlungen mit dem FCZ einen großen, großen Schritt weiter gekommen ist. Der 20-Jährige, der den Eidgenossen durch seine Treffsicherheit in der vergangenen Rückunde einen Europa-League-Startplatz gesichert hat, soll demnach für eine Ablösesumme von rund  zwei Millionen Euro an den Valznerweiher wechseln. Eine Vollzugsmeldung könnte laut dem Fachmagazin alsbald folgen. 

 

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12:0! Der Club knipst in Lichtenfels

Der 1. FC Nürnberg hat auch sein zweites Vorbereitungsspiel standesgemäß für sich entschieden. Beim 12:0-Erfolg gegen Bezirksligist Lichtenfels durften sich neben Dreierpacker Daniel Ginczek auch eine Vielzahl weitere Club-Spieler in die Torschützenliste eintragen.


 

Hans Böller/apö

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