Mittwoch, 20.11.2019

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Kleeblatt-Gegner Dresden: Hinter den eigenen Ansprüchen

Dynamo liegt nur einen Punkt vor einem direkten Abstiegsplatz - 17.10.2019 13:33 Uhr

In Dresden lief es zuletzt nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten - zum Beispiel beim bitteren 1:4 in Aue. © Sebastian Kahnert/dpa


So ist die Lage: Ruhig ist es in Dresden vor dem Gastspiel am Freitag (18.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) in Fürth nicht. Hektik und Aufgeregtheit in sportlicher Hinsicht sind an der Elbe altbekannte Gefährten. In den drei Jahren nach dem Wiederaufstieg aus der dritten Liga landete Dynamo auf den Plätzen 5, 14 und 12 – meist in sicherer Entfernung zu den Abstiegsplätzen. Als befriedigend wurde das aber nicht wahrgenommen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der DDR-Meister stets auch den eigenen Ansprüchen vergeblich hinterherläuft.

In den letzten Monaten sorgte zudem der öffentlich ausgetragene Zwist auf Direktorenebene zwischen den Geschäftsführern Ralf Minge (Sport) und dem für den kaufmännischen Bereich zuständigen Michael Born für nie enden wollende Diskussionen. Die aktuelle Situation trägt auch nicht gerade zur Beruhigung bei. Der 1:4-Schlappe im prestigeträchtigen Duell mit Erzgebirge Aue folgte zuletzt ein 0:2 im Heimspiel gegen Hannover 96. Die in nahezu jeder Hinsicht als extrem emotional bekannte Fan-Szene bei den Schwarz-Gelben schickte ihre Lieblinge mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Länderspielpause. Mit neun Punkten aus neun Spielen rangiert Dresden auf Platz 14 – mit nur einem Zähler Vorsprung zu den Abstiegsrängen. Ein komfortables Polster sieht anders aus. Noch aber steht Trainer Christian Fiel nicht in der Kritik. Zumindest offiziell erstickte der Sportdirektor jede Diskussion im Keim. "Wir brauchen uns nichts vormachen. Tabellarisch gesehen ist das keine einfache Situation", will Minge die Augen vor der Realität aber nicht verschließen.

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Top & Flop: Eine beachtliche Torquote hat Moussa Kone vorzuweisen. Der Senegalese, 2018 in der Winterpause vom FC Zürich für stolze 2,2 Millionen Euro verpflichtet, hat bei seinen sieben Einsätzen in der Liga schon fünfmal getroffen. Oft muss der pfeilschnelle Wirbelwind aber den Alleinunterhalter im Sturm spielen. Weniger glücklich ist man bei Dynamo mit einer der vermeintlichen Führungspersönlichkeiten. Gegen Hannover wurde Ersatz-Kapitän Niklas Kreuzer nach einem etwas zu innig ausgefallenen Tête-à-Tête mit Miiko Albornoz vom Platz gestellt und vom Sportgericht für drei Spiele gesperrt. Da mit Marco Hartmann (Lagerungsschwindel) schon der etatmäßige Spielführer fehlt, gehen Dynamo langsam die Häuptlinge aus.

 

 

 

Im Fokus: Wie reagiert Trainer Christian Fiel auf die lange Liste der Verletzten? Neben Hartmann und dem gesperrten Kreuzer mussten in der Länderspielpause Ersatztorwart Tim Boss (Innenbanddehnung) sowie Alexander Jeremejeff kürzertreten. Der im "kicker" mit einem Durchschnittswert von 3,50 geführte Top-Spieler Dresdens fällt mit einem Faserriss und einem Außenbandanriss aus. Man darf gespannt sein, wen Fiel am Freitag stattdessen aufbietet. Im Test gegen Erstligist Union Berlin (0:0) konnte sich kein Akteur aus der zweiten Reihe wirklich aufdrängen.

Die Bilanz: Geht es nach der Statistik, ist Fürth der klare Favorit. Von den bisherigen 14 Duellen mit dem achtfachen DDR-Meister gingen sieben an das Kleeblatt. Viermal trennte man sich unentschieden, drei Partien entschied Dynamo für sich.

Man kennt sich: Ein Wiedersehen mit seinem Ausbildungsverein gibt es für Fürths Marvin Stefaniak. Sieben Jahre lang trug der Edeltechniker die Farben Dynamos, feierte den Wiederaufstieg und versuchte sich ab 2017 in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg.

Und sonst so? Richtungweisend ist eine gerne verwendete Vokabel, um die Bedeutung eines Spiels hervorzuheben. In diesem Fall aber trifft es das tatsächlich für beide Vereine: Wer stoppt die Abwärtstendenz?

Florian Pöhlmann

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