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Kleeblatt-Held in Heidenheim: Bauer wird immer stärker

Rasante Entwicklung: Torschütze und einer der besten Innenverteidiger der Liga - 06.04.2021 06:00 Uhr

Tor ins Glück: Den Kopfball von Emil Berggreen konnte FCH-Keeper Kevin Müller noch parieren. Dann aber staubte Maximilian Bauer zum 1:0 ab.

03.04.2021 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Zwei Tage lang hat es ihn nicht losgelassen, dieses Tor. Immer wieder erinnerte sich Maximilian Bauer an den Moment auf der Ostalb, als der Ball die Linie überquert hatte, als plötzlich alle auf ihn zugestürmt waren, als er zu Bank gerannt war und ihn seine Mitspieler jubelnd unter sich begruben. "Es ging schnell, alle auf einen drauf. In der Kabine haben sich alle gefreut, der Trainer hat noch einmal eine Ansprache gehalten. Er hat gesagt, dass wir es uns verdient haben."


Maximilian Bauer: Ein Niederbayer beim Kleeblatt


Fast aber hätte sich die Spielvereinigung Greuther Fürth nicht für ihre gute Leistung beim 1. FC Heidenheim belohnt. Lange war die Partie torlos geblieben. Als Bauer aus der eigenen Spielhälfte zum Eckball mit nach vorne ging, wusste er, "das wird die letzte Chance im Spiel". Für einen Verteidiger ist das eine besondere Situation, normalerweise ist er schließlich mit dem Bewachen des eigenen Strafraums beschäftigt. Bei ruhenden Bällen aber geht es mit in die gegnerische Box.

"Da hat man schon im Kopf, dass es eine Chance gibt auf ein Tor. Ein Last-Minute-Tor in einem Spiel, das schon eher auf ein 0:0 hinausgelaufen ist, das ist dann natürlich umso schöner", sagt Bauer. Ihm ist es gelungen: In der 90. Minute brachte Julian Green den Standard ins Zentrum, "Emil (Berggreen, d. Red.) steht in der Luft und macht einen perfekten Kopfball. Ich stehe dann richtig und drücke ihn über die Linie. Das war ein sehr cooles Gefühl", sagt Bauer über seinen Abstauber. "Ich bin ja nicht dafür bekannt, dass ich so viele Tore schieße, daher ist jedes Tor besonders. Persönlich ist es aber schon cooler, wenn man ein wichtiges Tor schießt als ein 4:0 oder 5:0."

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Der Mannschaft sei bewusst gewesen, wie schwierig die Aufgabe in Heidenheim werden würde. "Wir hatten in den Köpfen, dass wir, seitdem ich oben bin oder der Trainer hier ist, noch nie in Heidenheim gewinnen oder ein Tor erzielen konnten. So zu gewinnen, war dann schon cool." Bauer spielt seit fast sieben Jahren fürs Kleeblatt, im NLZ reifte er zum Fußballprofi heran. In der Saison 2018/19 schaffte der den Sprung in die Zweitliga-Mannschaft, in dieser Runde entwickelte er sich zur Stammkraft.

Seit Wochen die Konstante in der Fürther Abwehr

Jetzt zählt er zu den besten Innenverteidigern der Liga. In der kicker-Rangliste der Hinrunde steht der gebürtige Niederbayer in den Top zehn, erstmals in seiner Karriere. Seit Wochen ist er die Konstante in einer sonst personell so inkonstanten Fürther Abwehr. Auch in Heidenheim fehlte mit Mergim Mavraj wieder eine wichtige Abwehrkraft. Bauer und Paul Jaeckel, der das Kleeblatt nach der Saison verlassen wird, aber meldeten die starken FCH-Angreifer Tim Kleindienst und Christian Kühlwetter auch ohne den Gelb-gesperrten Routinier beeindruckend souverän ab.

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Fürth startete so offensiv und aggressiv in die Partie, als wollten sie beweisen, dass sie auch gegen Heidenheim Tore erzielen können. Dafür dauerte es dann aber doch bis zur letzten Minute, auch weil sich die Teams, die mit derselben taktischen Aufstellung aufliefen, zwischenzeitlich neutralisierten. Vor allem in der Schlussphase hatte das Kleeblatt aber die deutlich besseren Chancen und konnte dank Maximilian Bauers Last-Minute-Treffer auch den Dreier mit nach Hause nehmen. Das Spiel in Bildern!


"Wir wussten, dass wir alle sehr gut gespielt hatten. Und wir waren erleichtert, dass wir auch gegen Heidenheim bestehen konnten. Die Stimmung in der Kabine war sehr gut", sagt Bauer. "Die Entwicklung in der Mannschaft ist allgemein positiv."


Ach du dickes Ei: Der Osterhase am Laubenweg 60


Den Ostersonntag hat Maximilian Bauer dann entspannen können. "Ich war in meiner Wohnung in Fürth, meine Freundin hatte Geburtstag", sagt der 21-Jährige, der sich nach all den Jahren im Nachwuchsleistungszentrum gut eingelebt hat in der Kleeblatt-Stadt. Im Bestfall könnte ihm mit der Spielvereinigung am Ende dieser Saison der Aufstieg gelingen.

"Es bringt nichts zu träumen"

Zu weit in die Zukunft blicken möchte Bauer allerdings nicht: "Es kann noch so viel passieren, es bringt nichts zu träumen. Wir müssen jedes Training und jedes Spiel Vollgas geben." Das gilt auch für seine eigene Leistung: "Ich habe mir mein Tor nach dem Spiel und am Sonntag öfter angeschaut", sagt Bauer. Wirklich Zeit, wochenlang darüber nachzudenken, aber bleibt nicht. Bereits am Ostermontag hat die Vorbereitung für das anstehenden Heimspiel am Freitag (18.30 Uhr, Liveticker auf nordbayern.de) gegen den SV Sandhausen begonnen. Vielleicht gelingt dann der nächste unvergessliche Moment.

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