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Kommentar: Die Blasenschwäche des IHF

Das Covid-Management verdient diesen Namen nicht - 18.01.2021 06:00 Uhr

Ein Mitglied des Corona-Desinfektionsteams desinfiziert in Schutzkleidung Stühle.

17.01.2021 © Urs Flueeler, dpa


Eines muss man dem Handball-Weltverband IHF lassen: Er hat selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen. Oder vielmehr untertroffen. Viele Kritiker hatten im Vorfeld dieser Weltmeisterschaft in Ägypten gewarnt vor den Gefahren für den Sport und die Sportler. Sie hatten alle Recht.

Das Covid-Management spottet jeder Beschreibung. Angesichts fast täglich neuer Corona-Infektionen erscheint es nahezu grotesk, dass der IHF bis drei Tage vor dem Eröffnungsspiel tatsächlich davon überzeugt war, dass Zuschauer in den Hallen eine gute Idee wären. Es reisten Mannschaften mit Positivfällen an, andere blieben dem Turnier aus diesem Grund fern, wieder andere sprangen extrem kurzfristig ein. Die Koreaner schickten gleich eine U23, damit sich von der A-Mannschaft niemand infiziert. Im Hotel liefen sich die Teams im Speisesaal über den Weg, weshalb die Deutschen nun lieber auf dem Zimmer essen. Die vielzitierte Blase ist keine.

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Anders als beispielsweise bei den Australian Open hielt es der Handball-Weltverband nicht für notwendig, die 32 Mannschaften – nie waren es so viele – schon zwei Wochen vor Turnierbeginn einfliegen zu lassen. Auch dann ließen sich Infektionen nie ganz ausschließen, aber die Blase hätte wenigstens Zeit, bis zum Turnierbeginn tatsächlich zu einer solchen zu werden.

Dass mit dem Gruppenspiel zwischen Deutschland und Kap Verde erstmals überhaupt ein WM-Spiel abgesagt worden ist, ist ein Makel, der für immer mit Ägypten 2021 in Verbindung stehen wird. Es ist zu befürchten, dass es dabei nicht bleibt. Schon jetzt steht der Verlierer dieser WM fest, es ist: der Sport.

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