Montag, 28.09.2020

|

zum Thema

Leichtathletik-DM: Bei Schneider und Grau reicht's nur für Bronze

Weltmeisterin Mihambo und Sprint-Entdeckung Almas triumphieren - 10.08.2020 15:06 Uhr

Er nennt sich selbst „Turbo-Türke“ und trat in Braunschweig auch so auf: Deniz Almas jubelte nach seinem überraschenden Sieg über 100 Meter.

© Foto: Michael Kappeler/dpa


Bronze, Silber, Silber, Bronze: Patrick Schneider ackert und rackert, aber der Sprinter vom LAC Quelle Fürth kann seinen Traum von einem deutschen Titel über 400 Meter einfach nicht realisieren. Gestern bei der Leichtathletik-DM in Braunschweig konnte er zwar seinen Erzrivalen, Johannes Trefz aus Gräfelfing, knapp hinter sich lassen, aber der lief als Vierter auch am Podest vorbei.

Schneider musste sich in ordentlichen 46,11 Sekunden mit Platz drei begnügen. Vor dem Fürther, der seit dieser Saison in Birmingham lebt und trainiert, kamen Marvin Schlegel (Chemnitz/45,79) und Manuel Sanders (Dortmund/46,00) ins Ziel.


Olympische Spiele sollen 2021 auch mit Corona stattfinden


Einen dritten Platz, der ihn wohl nicht glücklich machen wird, belegte auch Martin Grau. Der 3000-Meter-Hindernisläufer aus Höchstadt/Aisch, inzwischen im Erfurter Trikot unterwegs, lag eigentlich auf Silberkurs. Vorne war der Dresdner Karl Bebendorf enteilt, doch dann strauchelte Grau am letzten Hindernis und verlor Rhythmus und Geschwindigkeit. So huschte sein Vereinskollege vom Erfurter LAC, Tim Stegemann, noch vorbei.

Über solch ein Missgeschick musste sich Sprinterin Amelie-Sophie Lederer immerhin nicht ärgern. Lange war die schnelle Frau aus Ornbau für das LAC Quelle Fürth am Start, nun rennt sie im Regensburger Trikot. In 11,43 Sekunden belegte sie in 100-Meter-Finale den fünften Platz.


Mit diesen Sportlern fährt der LSC Höchstadt zur Leichtathletik-DM


In Erinnerung werden alle 477 Leichtathleten und Leichtathletinnen diese 120. deutschen Meisterschaften behalten, waren es doch die ungewöhnlichsten – so ganz ohne Zuschauer. Und dennoch: Die Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo als Topstar und Deniz Almas als neue Sprinthoffnung haben den eher trostlosen Geistermeisterschaften etwas Glanz verliehen. Bei den Not-Titelkämpfen konnten sich die Sportler in der Corona-Krise immerhin mal wieder im Fernsehen zeigen – taten sich vor leeren Rängen am Wochenende im Eintracht-Stadion aber schwer.

Bilderstrecke zum Thema

Schade, aber richtig! Frankens Sport-Asse äußern sich zum Olympia-Aus

Es ist eine historische und einmalige Entscheidung. Japans Ministerpräsident Abe macht den Weg für die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio frei. Olympia soll nun 2021 stattfinden. Was sagen Frankens aktuelle und ehemalige Vorzeige-Athleten dazu? Hier kommen ihre Stimmen und Stimmungslagen!


Die "Sportlerin des Jahres" Mihambo von der LG Kurpfalz kam auf dem ungewohnten Anlaufsteg auf immerhin 6,71 Meter und gewann. Bei der WM in Doha war die 26-Jährige auf 7,30 Meter geflogen. "Es hat gut geklappt mit den 16 Schritten Anlauf. Der Wind war aber schwierig und böig geworden", sagte Mihambo, die von einem hohen "symbolischen Wert" der DM sprach.


Mehrkämpfer Christoph Lange bereitet sich auf die DM vor


Der Wolfsburger Almas siegte über 100 Meter in starken 10,09 Sekunden – und ist damit momentan Europas Schnellster. Einen wie Almas, der sich auf Instagram selbst #turbotürke" nennt, könnte der Deutsche Leichtathletik-Verband in seiner eher notleidenden Sprintersparte bei Olympia dringend brauchen.

Bilderstrecke zum Thema

Spektakel in der Luft: Stabhochsprung in Herzogenaurach

Erstmals wieder ein Leichtathletik-Wettkampf in Corona-Zeiten. Bei der Turnerschaft Herzogenaurach fanden die Mittelfränkischen Meisterschaften im Stabhochsprung satt. Favorit Christoph Lange (rotes Trikot) von der TSH stieg erst kurz vor Schluss ein, einziger ernsthafter Konkurrent für ihn war Keno Harms (blaues Trikot) von dem LAC Quelle Fürth, der sich aber letztlich geschlagen geben musste.


Gestern ragte der Leverkusener Stabhochsprung-Sieger Bo Kanda Lita Baehre mit der persönlichen Bestleistung von 5,75 Meter heraus. Das Duell der Weltklasse-Speerwerfer zwischen Johannes Vetter (Offenburg) und Andreas Hofmann (Mannheim) gewann der Weltmeister von 2017 mit der deutschen Jahresbestweite von 87,36 Metern deutlich. Der zuletzt angeschlagene Titelverteidiger Hofmann kam nur auf 77,35 Meter. Olympiasieger Thomas Röhler hatte auf einen Start verzichtet.

Mit einem 45-seitigen Hygienekonzept stemmte der DLV die Meisterschaften – auch um einen finanziellen Verlust im hohen sechsstelligen Bereich zu vermeiden. "Der DLV hat gezeigt, dass auch in Krisenzeiten Veranstaltungen gut organisiert werden können. Schade, dass aufgrund der Corona-Auflagen keine Zuschauer im Stadion sein konnten", bilanzierte Präsident Jürgen Kessing.


Der LAC fiebert der Leichtathletik-DM entgegen


Viel Musikgedudel und Ansagen aus Lautsprechern, Startschüsse, das Scheppern von Hürden und das Gebrüll der wenigen Trainer – mehr war nicht zu hören. "So still, das war schon irgendwie gespenstisch", sagte der frühere Zehnkampf-Star Frank Busemann als ARD-Experte.

Bilderstrecke zum Thema

Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg: Alle Bilder vom Samstag

Bei strömendem Regen mussten die Sportler am Samstag ihr Können unter Beweis stellen. Dementsprechend wenige Zuschauer zog es ins Max-Morlock-Stadion, um die jungen Athleten anzufeuern. Diese erzielten trotz der schlechten Wetterbedingungen Höchstleistung.


dpa/nn

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport