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Leichtathletik-EM: Lederer scheidet im Halbfinale aus

Mit einer Fabelzeit von 7,12 Sekunden über 60 Meter hatte sie Hoffnungen geweckt - 07.03.2021 20:27 Uhr

Vor gut zwei Wochen noch die Schnellste, nun nicht einmal im Finale: Bei der EM lief Amelie-Sophie Lederer (Mitte) ihrer Bestzeit hinterher.

07.03.2021 © Foto: Andrej Isakovic/afp


Am späten Vormittag war die Welt der Amelie-Sophie Lederer noch in Ordnung. Ihren Vorlauf über die 60 Meter hatte die junge Frau aus Ornbau im Landkreis Ansbach noch souverän gewonnen. In einer Zeit, die noch Luft nach oben ließ.

Gut zwei Wochen ist es her, dass die 26-Jährige europaweit für Aufsehen sorgte. Bei den deutschen Meisterschaften in Dortmund hatte Lederer im Finale lediglich 7,12 Sekunden benötigt. Den nationalen Titel wollte sie nicht überbewerten, sich an der Zeit allerdings messen lassen. Weil es die mit Abstand beste ihrer Karriere war und heuer auch noch die zweitbeste in Europa im noch jungen Jahr 2021. Die beste hielt 200-Meter-Weltmeisterin Dina Asher-Smith, die aber bei der Hallen-EM im polnischen Torun nicht für die 60 Meter gemeldet hatte.

Somit zählte Lederer, die lange Unterschätze, ebenso plötzlich wie unerwartet zum engeren Favoritenkreis, was sie auch gegen 13 Uhr im dritten Semifinale bestätigen wollte. Die ersten zwei qualifizierten sich für den Endlauf am Abend, die Dritte und Vierte mussten auf die Zeit hoffen. Vor dem Start wirkte Lederer allerdings keineswegs locker, sondern angespannt, vielleicht sogar ein bisschen nervös. Für ihre Verhältnisse erwischte sie einen mehr als ordentlichen Start, konnte danach aber nicht wie gewünscht beschleunigen. Die Finnin Lotta Kemppinen zog leicht davon, Lederer kämpfte auf den letzten Metern verbissen um Platz zwei – und wurde Fünfte.

Aus und vorbei der Traum vom großen internationalen Durchbruch, vorerst zumindest. Drei Hundertstel fehlten ihr letztlich auf die zweitplatzierte Französin Orlann Ombissa-Dzangue, ein Wimpernschlag. Mit ihren 7,29 Sekunden konnte Lederer trotzdem nicht ganz einverstanden sein, weil sie doch recht deutlich über ihrer persönlichen Bestmarke von Dortmund (7,12) geblieben war. Teamkollegin Yasmin Kwadwo schied sogar schon nach dem Vorlauf aus, weil sie beim Start sechs Tausendstel zu schnell reagiert hatte.

Abreise aus Torun mit gemischten Gefühlen

So schaffte es aus deutscher Sicht lediglich Jennifer Montag ins Finale am Abend, für die beim souveränen Sieg der Schweizerin Ajla Del Ponte lediglich Platz sieben übrig blieb (7,29). Doch auch andere Hochgewettete aus der Mannschaft des Deutschen Leichtathletik-Verbandes reisten mit gemischten Gefühlen aus Torun ab. Weitspringerin Malaika Mihambo (6,88 Meter) hatte Probleme mit ihrem Anlauf und konnte mit Silber deshalb nicht wirklich zufrieden sein, auch für die Dreispringer Max Heß und Neele Eckhardt-Noack wäre mit etwas Glück mehr drin gewesen als Bronze; Gesa Krause, Europameisterin über 3000 Meter Hindernis, landete gar auf dem letzten Platz. Strahlen durften hingegen Kevin Kranz nach Rang zwei über 60 Meter und Hanna Klein nach Rang drei über 1500 Meter.

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Auch Amelie-Sophie Lederer geht mit einem guten Gefühl in die Freiluftsaison. "Ich weiß nicht genau, woran es gelegen hat", ließ sie sich auf der Internetseite ihres Vereins LG Stadtwerke München zitieren, "ich bin gelassen an die EM herangegangen, wollte mich nicht unter Druck setzen und schöne Rennen zeigen. Leider ist mir das nicht gelungen."

Schöne Rennen sollen es aber schon bald wieder werden, dann über die 100 Meter. Die Olympia-Norm liegt bei 11,15 Sekunden, Amelie-Sophie Lederer traut sie sich zu. Ihr großes Ziel für 2021: Ein Einzelstart in Tokio. Mit ihrer persönlichen Bestzeit über 60 Meter wäre sie gestern schon mal Vize-Europameisterin geworden.

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