Leitl über den Kleeblatt-Sieg: "Das ist pure Erleichterung"

4.4.2021, 06:00 Uhr
Pure Freude nach dem 1:0 in der Schlussminute: Trainer Stefan Leitl (2. von rechts) jubelt mit seinen Spielern.

Pure Freude nach dem 1:0 in der Schlussminute: Trainer Stefan Leitl (2. von rechts) jubelt mit seinen Spielern. © Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink

Fast wäre auch dieses Spiel wieder ein typisches Heidenheim-Spiel geworden. Auf der Ostalb hat Trainer Frank Schmidt ein starkes Team geformt, das jeden Gegner aus der Komfortzone zwingt. Ganz besonders die SpVgg Greuther Fürth, die es in der jüngeren Vergangenheit nicht einmal geschafft hatte, ein Tor gegen den FCH zu erzielen.


Lucky Punch in Heidenheim: Bauer sichert Fürth verdienten Dreier


Am Samstag sah es fast wieder danach aus, obwohl sich das Kleeblatt einige gute Chancen erarbeitet hatte. Getroffen aber hatten nur die Hausherren, deren Tor von Tim Kleindienst das Schiedsrichtergespann aber wegen Handspiel wieder aberkannte. So sah alles nach einem 0:0 aus. Bis zur 90. Minute.

Maximilian Bauer staubte kurz vor dem Abpfiff zum 1:0 ab, nachdem Heidenheims Keeper Kevin Müller zuvor einen Kopfball von Emil Berggreen noch pariert hatte. "Das ist pure Erleichterung", sagt Kleeblatt-Trainer Stefan Leitl, der nach dem Tor nicht mehr in seiner Coaching-Zone zu halten war. Leitl jubelte auf dem Rasen mit seinen Spielern, fiel Julian Green in die Arme, klatschte mit allen ab. "Wenn man die Großchancen in der zweiten Halbzeit nicht nutzt, dann ist die Freude über den Treffer kurz vor Schluss umso größer. Die Jungs und wir haben immer daran geglaubt."

"Das war unser bestes Spiel gegen Heidenheim"

Die Spielvereinigung hat so die nächste Hürde genommen: Das 50-Punkte-Ziel ist erreicht, dazu ist ein Gegner geschlagen, der lange nicht zu schlagen war. "Das war unser bestes Spiel gegen Heidenheim, seitdem ich in Fürth Trainer bin", sagt Leitl, "und endlich auch der erste Sieg."

Und der war in der "Summe auch verdient", wie Leitl meint. "Es war eine sehr intensive Partie." Die Gastgeber hatten Fürth so empfangen, wie es der Kleeblatt-Coach erwartet hatte: "perfekt auf uns eingestellt." Die Spielvereinigung brachte deshalb zunächst nicht ganz die gewohnte Ballbesitz-Dominanz aufs Feld. "Es war in der Anfangsphase sehr schwierig, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Trotzdem haben wir es insgesamt sehr gut verteidigt."

Raum bekommt Pause

Darüber hinaus hatten die Fürther auch selbst Möglichkeiten, in der ersten Halbzeit durch Sebastian Ernst und Julian Green. "Wenn wir in der Phase konsequenter Richtung Tor spielen, können wir schon in Führung gehen", sagt Leitl. Im zweiten Durchgang "war es eine überragende Leistung von den Jungs". FCH-Trainer Frank Schmidt sah das genauso: "Wenn man die zweite Halbzeit sieht, dann hat sich das Fürth auch verdient. Wir müssen diese Niederlage akzeptieren."

Personell hatte sich Leitl diesmal für Luca Itter entschieden und David Raum, mit dem dieser Wechsel auch abgesprochen war, nach den anstrengenden Zeit bei der U21-EM eine Pause gegönnt. "Man muss berücksichtigen, welche Strapazen Dave ableisten musste. Da war mir das Wohlbefinden und die Frische des Spielers wichtiger", sagt Leitl. "Luca Itter kann ich bedenkenlos ins Spiel bringen. Er hat seine Sache hervorragend gemacht."

"Das ist der Emil Berggreen, den wir uns alle wünschen"

Ebenfalls zufrieden ist der Kleeblatt-Coach mit Email Berggreen, der als Joker zum Einsatz kam und dann sogar mit seinem Kopfball das Siegtor eingeleitet hatte. "Das ist der Emil Berggreen, den wir uns alle wünschen. Ein Zielspieler, der die Bälle gut fest macht." Bleibt er gesund und in Form, könnte das ein wichtiger Baustein im anstehenden Saisonfinale werden.

"Die Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, mit welcher Kompaktheit wir aufgetreten sind und mit welcher Energie, und du gewinnst dann dieses Spiel in Heidenheim", sagt Leitl, "ich bin davon überzeugt, das gibt uns Selbstvertrauen für die restlichen Spiele. Aber es ist noch ein weiter Weg. Wir haben immer davon gesprochen, dass wir uns keine Grenzen setzen wollen." In Heidenheim haben die Fürther das erneut bewiesen.

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