Penalty-Krimi in Waldkirchen

Großes Eishockey-Kino ohne Happyend für den EV Pegnitz

9.1.2022, 12:35 Uhr
Maximilian Schmidt war wieder einmal ein großer Rückhalt für die Ice Dogs.

Maximilian Schmidt war wieder einmal ein großer Rückhalt für die Ice Dogs. © Andreas Beil, NN

Ein Eishockeyspiel, das unter keinen besonders guten Vorzeichen stand, hatte die junge Truppe des EV Pegnitz am Freitag in Waldkirchen zu absolvieren. Keine 24 Stunden nach der 2:7-Klatsche in Trostberg sollten die Ice Dogs zum Schlüsselspiel beim ESV Waldkirchen auflaufen. Dafür holten sie fast das Maximum heraus und wahrten die Chance auf den Playoff-Einzug.

Zunächst verhinderte eine Omnibuspanne nach der Übernachtung die Weiterfahrt nach Waldkirchen, die Partie begann deshalb später. Zudem mussten drei Spieler bereits am Donnerstagabend berufsbedingt die Heimreise antreten, so dass Trainer Markus Hausner nur noch 14 Feldspieler zur Verfügung standen. Und das gegen einen Gegner, der mit zahlreichen Ausländern und Hochkarätern im heimischen Stadion angetreten war. Zudem hatte der ESV den ehemaligen DEL-Spieler Nathan Robinson (Berlin, Mannheim, Köln), der auch sieben Spiele in der NHL bestritten hatte, nachverpflichtet.

„Doch was die Jungs an diesem Abend abgeliefert haben, war ein absolutes Highlight der Saison“, schwärmte Trainer Markus Hausner noch einen Tag nach dem Spiel. „Von Beginn an haben die Jungs eine komplett andere Körpersprache als in Trostberg gezeigt“, lobte Hausner. Eric Schuster und Paul Wolf fuhren in der dritten Reihe einen Doppelwechsel. „Bereits in der erste Szene bekam Eric einen Schläger ins Gesicht und ich dachte, jetzt muss ich wieder umstellen“, so der Trainer. Doch Schuster spielte weiter. Der erwartete Sturmlauf der erfahrenen Truppe aus Waldkirchen kam überraschenderweise nicht und so hatten auch die Ice Dogs sehr gute Tormöglichkeiten. Nach einem ausgeglichenen Spiel ging es mit einem 0:0 erstmals in die Kabinen.

Auf Augenhöhe

„Ich sagte der Mannschaft in der Pause, dass der Gegner erfahren und technisch gut ist, aber wir komplett auf Augenhöhe mithalten können“, so der Coach in der ersten Drittelpause. Mit einem Überzahlspiel starteten die Pegnitzer ins zweite Drittel und wurden eiskalt erwischt. Einen Schlagschuss von Ladislav Paule musste Torwart Maximilian Schmidt bereits nach ein paar Sekunden passieren lassen. Von da an übernahmen die Hausherren die Initiative. „Doch die Jungs warfen alles dagegen und hätten bei einigen Kontermöglichkeiten ebenfalls ein Tor erzielen können“, so Hausner. Goalie Maximilian Schmidt war der Turm in der Schlacht, denn er ließ in diesem Drittel nichts mehr zu. Und es kam noch besser, denn 35 Sekunden vor Drittelende traf Roman Navarra zum Ausgleich.

Im letzten Drittel startete der ESV Waldkirchen wie die Feuerwehr. Mit zwei Treffern durch Niklas Mayrhauser und Thomas Vezina führte der Gastgeber bis zur 46. Minute mit 3:1. „Was danach passiert ist, war einfach unfassbar“, schilderte Markus Hausner. Nach einer abgelaufenen Strafzeit gegen Michael Breyer traf dieser nach einem schönen Pass von Jonas Voigt in der 52. Minute zum Anschlusstreffer. Danach musste Voigt für zwei Minuten in die Kühlbox.

„Meine Jungs haben die Unterzahlsituationen sehr clever gespielt und nichts zugelassen“, schwärmt Hausner. Und noch bevor der Trainer seinen Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis holen konnte, traf bei einem Gewühl vor dem Tor Paul Wolf 45 Sekunden vor dem Ende zum Ausgleich. „Was der Paul an diesem Abend abgeliefert hat, wurde hier belohnt“, lobte der Trainer den jungen Spieler. Leider ging dieses Drittel mit einer negativen Situation zu Ende, denn Roman Navarra bekam wegen Reklamierens eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Und eine Zehnminutenstrafe dazu - damit war das Spiel für ihn beendet.

Ständig in Unterzahl

So ging es in Unterzahl in die Verlängerung. Doch auch hier ließen die EV-Youngsters nichts zu. Nachdem die zwei Minuten abgelaufen waren, musste aber erneut ein Pegnitzer auf die Strafbank. „Hier standen ehemalige DEL- und DEL2-Spieler auf dem Eis gegen eine bessere U21- Mannschaft und die haben nichts zustande gebracht“, so Hausner. Vier Minuten Unterzahl in der Verlängerung überstanden die Ice Dogs und es ging ins Penaltyschießen.

Dort wäre Roman Navarra als Schütze gesetzt gewesen. So liefen Michael Breyer, Daniel Sonneberg und Stephan Hagn an und scheiterten am Waldkirchener Goalie. Bei den Hausherren traf Ladislav Paule. Also immerhin ein Punkt für die Ice Dogs, die erhobenen Hauptes die Heimreise antreten durften.

„Bei diesem Spiel sind manche Spieler unglaublich gewachsen“, freute sich Trainer Hausner und fügte an: „Es war großes Kino.“ Einen Spieler will der Trainer nicht herausheben, er lobte die gesamte Mannschaft für das tolle Spiel. Nun stehen noch zwei Spiele an, in denen die junge Truppe sechs Punkte holen will. Selbst in der Hand haben die Ice Dogs es aber nicht mehr, sie müssen auf Schützenhilfe von anderen Mannschaften hoffen. „Aber in dieser Liga kann jeder jeden schlagen, warten wir es mal ab“, so der Coach..

Keine Kommentare