Fitness-Park im LGS-Park

Startschuss für neue Sport-Attraktion in Neumarkt

Kevin Gudd
Kevin Gudd

Neumarkter Nachrichten

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24.11.2021, 12:21 Uhr
Der bekannte Ninja Warrior Frank Schmidpeter aus Postbauer-Heng verschaffte sich bei der offiziellen Inbetriebnahme einen Überblick über den neuen Fitness-Park.

Der bekannte Ninja Warrior Frank Schmidpeter aus Postbauer-Heng verschaffte sich bei der offiziellen Inbetriebnahme einen Überblick über den neuen Fitness-Park. © Fritz-Wolfgang Etzold

Nur ein paar Schritte entfernt vom alten Kanal, auf der Höhe zwischen der Brücke Dr. Kurz-Straße und dem Steg am See-Cafe, sticht Passanten auf der Westseite des LGS-Parks dieser Tage nicht nur der frisch gemähte Rasen ins Auge, sondern neuerdings eine Reihe von Metallgerippen auf dunklem Rindermulch-Boden. Auf einem schmalen, 90 Meter langen Streifen von der Boulebahn bis zum Abenteuer-Spielplatz hat der Bauhof unter Federführung des zuständigen Umweltamtes seit Anfang November einen sogenannten Calisthenics-Park errichtet. An insgesamt zehn, mit entsprechenden Hinweis-Tafeln versehenen Stationen können sich Fitness-Cracks und Gelegenheits-Sportler kostenlos austoben, bis der Bizeps brennt. Und das, in dem sie nur ihr eigenes Körpergewicht in Bewegung bringen.


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Das Vorhaben angestoßen hat Ende des vergangenen Jahres Stadtrat Roland Kuß. Privat lässt der CSU-Mann die Muskeln zwar lieber an echten Gewichten im beheizten Crossfit-Studio spielen, aber kennt Übungen wie den Klimmzug auch aus seiner Disziplin und pflegt deshalb einen regelmäßigen Austausch mit der Neumarkter Calisthenics-Szene. Bereits seit einigen Jahren trifft sich eine Gruppe an den fest installierten Geräten am Trimm-dich-Pfad in Wolfstein, ehe der Andrang in Corona-Zeiten spürbar anstieg. "Teilweise waren mehr als zehn Sportler gleichzeitig vor Ort", berichtet Kuß, der deshalb mit Kollegen aus der Fraktion die Erweiterung des niederschwelligen Bewegungsangebots anregte. Während der erste vage Vorschlag zunächst auch die Option beinhaltete, die bestehende Anlage in Wolfstein aufzurüsten, setzte sich Kuß mit Erfolg für einen eigenständigen, zentral erreichbaren Standort ein.

Dass sich Oberbürgermeister Thomas Thumann schnell für die Idee begeisterte, beschleunigte den Entscheidungsrahmen ungemein. Die Trainingsstätte nennt er einen "weiteren Mosaikstein" des städtischen Sportangebots und "eine Bereicherung für das gesamte Gelände", gewissermaßen werde unweit der Stelle, wo einst schon zur Gartenschau ein hölzerner Geräte-Parcours stand, eine verwitterte Tradition neu belebt. Perspektivisch könnte sich für den benachbarten FC Holzheim durch Kooperationen eine gänzlich neue Sparte erschließen.

75000 Euro ohne Stadtratsbeschluss investiert

Da das Stadtoberhaupt bei Projekten bis zu einer bestimmten Größenordnung die Gestaltungshoheit an sich ziehen kann, gab es keine Vorstellung und Diskussion im Stadtrat. "Im kleinen Zirkel", verrät Thumann, seien die Pläne vorangetrieben worden. Nach einer Orts-Begehung im Frühjahr folgte die Ausschreibung, die Firma Playparc aus Nordrhein-Westfalen erhielt den Zuschlag. In die inhaltliche Konzeption durch einen Sportwissenschaftler seien auch Anregungen der Neumarkter Calisthenics-Initiative eingeflossen, betont Umweltamtsleiter Werner Schütt. Die Kosten belaufen sich auf 75000 Euro.

"Wir haben hier mehr Platz als in Wolfstein und darauf geachtet, ein paar neue Elemente zu setzen", erklärt Initiator Roland Kuß mit Blick auf eine Reckstange, an der zwei Ringe an Ketten nach unten hängen. Wer sich hier kopfüber in den Handstand wagt, sollte vorher an der Handstand-Wand geprobt haben. "Für mich sind zehn Klimmzüge schon Herausforderung genug", scherzt Kuß. Gerade für jüngeres und älteres Publikum bieten diverse Balance-Hindernisse einen sanfteren Einstieg. Selbst der aus dem RTL-Fernsehformat Ninja Warrior bekannte Frank Schmidpeter aus Postbauer-Heng wollte sich zur offiziellen Inbetriebnahme ein Bild verschaffen. "Die Aktion sehe ich grundsätzlich absolut positiv. Hier wird im Sommer viel los sein, der Standort ist cool", leider jedoch verhindere die Anordnung der teils grenzwertig niedrig positionierten Stangen einen direkten Durchlauf im Parcours. Außerdem vermisst der Profi eine Gelegenheit für Sprünge und prophezeit einen hohen Pflegeaufwand für den naturnahen Untergrund, der einem weichen Gummibelag (wie in Wolfstein nachträglich aufgetragen) vorgezogen wurde.

Einer ausgedehnten Erkundung wird sich der Park indes, auch wenn dem organisiertem Amateursport aufgrund des Infektionsgeschehens in Bayern erneut Einschränkungen drohen, wohl vorerst entziehen. Beim Griff an die glänzenden Metallstangen zucken sogar die hartgesottesten Fitness-Fans vor der winterlichen Kälte zurück.

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