Los verhindert Zweitliga-Aufstieg des TSV Freystadt

3.5.2021, 16:43 Uhr
Auf dem Feld seit dem Umbruch 2020 mit viel Potential ausgestattet, zogen Freystadts Badminton-Asse im Losverfahren um den Zweitliga-Aufstieg den Kürzeren.

Auf dem Feld seit dem Umbruch 2020 mit viel Potential ausgestattet, zogen Freystadts Badminton-Asse im Losverfahren um den Zweitliga-Aufstieg den Kürzeren. © Foto: Roland Fengler

Nach wochenlanger Vorbereitung setzte sich Stephan Pistorius am Sonntagabend gegen 20 Uhr zu Hause vor den Bildschirm, um dem kürzesten Schlagabtausch seiner Funktionärs-Laufbahn zuzusehen. "Das war schon sehr kurios, weil du ja keinerlei Einfluss auf das Ergebnis hast", berichtet der Badminton-Abteilungsleiter des TSV Freystadt.

Auf dem Programm stand die Entscheidung darüber, welche zwei Mannschaften in der kommenden Saison 2021/22 einen Startplatz in der auf zwölf Teilnehmer aufgestockten 2. Bundesliga Süd erhalten. Zuvor hatte der Verband die laufende Zweitliga-Runde mit Blick auf die anhaltenden Corona-Beschränkungen wie auf sämtlichen Ebenen unterhalb der Elite-Klasse abgebrochen. Für die Beförderung bewarb sich neben dem BSV Eggenstein-Leopoldshafen sowie den Zweitvertretungen der SG Schorndorf und des TSV Neuhausen-Nymphenburg tatsächlich auch der TSV Freystadt.

Dabei hatte sich das Oberpfälzer Aushängeschild erst im vergangenen Februar aus finanziellen und organisatorischen Gründen freiwillig in die Drittklassigkeit zurückversetzen lassen. Mit einer um wenige externe Spitzenkräfte ergänzten Formation aus lokalen Gewächsen hatte man sich die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga zunächst gar nicht zum Ziel gesetzt, aber beim einzigen Regionalliga-Auftritt gegen Nürnberg-Flügelrad (6:2) einen Titelaspiranten souverän in die Schranken gewiesen. "Auch wenn der Zeitpunkt alles andere als günstig erscheint", erklärt Stephan Pistorius, fiel nach internen Beratungen der Entschluss, "den Sprung zu wagen", falls sich die Gelegenheit bietet.

Bier zur ersten Frustbewältigung

Schließlich hätte es in der zweiten Liga nur auf einer Position personelle Verstärkung gebraucht. Pistorius sah seine Schützlinge "sportlich in der Favoritenrolle" für die zwischenzeitlich angepeilten Aufstiegs-Playoffs, die jedoch an den formellen Behördenauflagen in Bayern und Baden-Württemberg scheiterten. Erst die Zustimmung der vier beteiligten Vereine ermöglichte es hernach, die beiden Aufsteiger per Los zu bestimmen.


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Jenes völlig losgelöst von der regulären Spielordnung ausgesuchte Verfahren bot jedem Anwärter eine 50-prozentige Erfolgschance, dauerte in seiner Ausführung dann aber nur Sekundenbruchteile. "Einen Tastendruck" später, wie sich Stephan Pistorius erinnert, wies der elektronische Zufallsgenerator seinem TSV Freystadt "kurz und schmerzlos" den vierten Platz in der Liste zu und beendete damit den Traum von der schnellen Zweitliga-Rückkehr.

Selbst unter den besonderen Umständen fühlte sich der Abteilungsleiter trotzdem "irgendwie enttäuscht", spülte den Frust mit einem Bier herunter. Ein positiver Ausgang hätte in einer Zeit der Ungewissheit im Vereinsumfeld gewiss "Aufbruchstimmung erzeugt".

Doch auch so ist dem Abteilungsleiter nicht bange vor der Zukunft seines TSV. Das Gros des Aufgebots um den serbischen Jung-Nationalspieler Luka Milic habe bereits die Bereitschaft für ein weiteres Jahr in der Regionalliga signalisiert. Natürlich liege in dieser Konstellation der Ansporn darin, um die Meisterschaft mitzuspielen, verrät Pistorius, allerdings "nicht um jeden Preis".

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