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Lust am Kicken: Seguin soll das Kleeblatt unterstützen

Leihgabe erklärt: "Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt" - 27.01.2019 05:58 Uhr

Variabel: Paul Seguin agiert am Liebsten als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive, könnte aber auch die Lücke auf der Rechtsverteidgerposition füllen. © Sportfoto Zink / WoZi


Mit der Leihe von Hans Nunoo Sarpei vom VfB Stuttgart scheint die Personalplanung der Spielvereinigung Greuther Fürth für die restliche Saison abgeschlossen. Zumindest wenn es um die Zugänge geht. "Es ist nicht unbedingt vorgesehen, noch Spieler zu holen", sagt Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi. Weitere Abgänge sind allerdings möglich.

Neben Levent Aycicek, der am Freitag beim türkischen Zweitligisten Adana Demirspor vorgestellt wurde, können auch die Mittelfeldspieler Nik Omladic und Benedikt Kirsch (Vertrag läuft aus) den Verein verlassen. Für Eigengewächs Patrick Sontheimer kommt eine Leihe infrage, vornehmlich in die 3. Liga.

Mit den Leihen von Sarpei und Paul Seguin vom VfL Wolfsburg hat das Kleeblatt sein zentrales Mittelfeld neu aufgestellt. Für beide Spieler besitzt die Spielvereinigung eine Kaufoption. Im Verein halten würde man auf dieser Position aber gerne auch Lukas Gugganig, dessen Vertrag im Juni ausläuft. Nach Informationen dieser Zeitung hat der Verein dafür bereits im vergangenen November den Kontakt mit dem 23 Jahre alten Österreicher gesucht, der in dieser Spielzeit leistungstechnisch einen Sprung nach vorne gemacht hat. Spieler und Berater haben sich aber offenbar noch Zeit erbeten.

 Bindeglied zwischen Defensive und Offensive

Einen weiteren Rechtsverteidiger als Ersatz für den bei den Profis ausgeschiedenen Roberto Hilbert hat das Kleeblatt im Winter nicht verpflichtet. Stattdessen setzt man darauf, dass Maximilian Sauer sich weiter entwickelt – und auf die Vielseitigkeit der anderen Spieler. Paul Jaeckel, Marco Caligiuri und U 23-Talent Michael Guthörl können ebenfalls auf dieser Position spielen. Und theoretisch auch Paul Seguin.

"Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt", sagt der zwar pflichtbewusst. Aber wohl fühlt er sich eigentlich im zentralen Mittelfeld, als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Seine "gute Übersicht" und seine hohe Passsicherheit hat Trainer Damir Buric schon im Vorfeld gelobt. Auf dieser Position ist er in Fürth auch vornehmlich eingeplant, als Ersatz für den verletzten Yosuke Ideguchi, der sich nach seinem Kreuzbandriss auch noch eine Meniskusverletzung zugezogen hat.

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1:1 bei der Generalprobe: Frost, Pfützen und ein Remis im Kleeblatt-Test

Auf Betriebstemperatur wollten sie bei der SpVgg Greuther Fürth kommen - und haben sich deshalb genau eine Woche vor dem Auftakt in die Rückrunde in der 2. Bundesliga den SV Sandhausen zur Generalprobe eingeladen. Beim 1:1 wirkten gleich beide Neuzugänge der Spielvereinigung mit, zum Sieg reichte es wegen eines späten Treffers durch Kevin Behrens aber nicht. Hier sind die Bilder!


Seguin freut sich, überhaupt wieder spielen zu dürfen. Schon die 78 Minuten im Testspiel gegen den SV Sandhausen hat er genossen. "Ich habe echt richtig Lust zu kicken", sagt er. In Wolfsburg, wo Seguin 2016 unter Trainer Dieter Hecking noch sein Bundesliga-Debüt feierte, durfte er im vergangenen halben Jahr nicht einmal in der zweiten Mannschaft spielen. Obwohl er es gerne getan hätte. "Ich glaube, ich habe siebenmal gefragt und es kam immer ein Nein. Das ist schon schade", erzählt er.

Fünf Söhne, ein Spitzname

Fußball spielen gelernt hat er bei Lok Stendal, 40 Minuten mit dem Zug von seinem Geburtsort Magdeburg entfernt. Mit dem 1. FC Magdeburg, gewann sein Vater Wolfgang – Spitzname "Paule" – Seguin 1974 den Europapokal der Pokalsieger. Der älteste "Paule" der Familie Seguin war 21-facher Nationalspieler der DDR und gewann bei den Olympischen Spielen 1972 die Bronzemedaille.

Die DDR-Sportgeschichte ist im Westen nicht immer so präsent, wie es vielleicht angemessen wäre. Den Namen "Paule" Seguin kennen aber zumindest Fußballkenner auch in Wolfsburg oder Fürth. "Ich werde sehr oft mit ihm verglichen, aber ich mache mir da keinen Druck", erzählt Paul, der Jüngste. Nach jedem Spiel telefonieren Vater und Sohn, "er übt auch mal Kritik". Man muss die "Paules" so unterscheiden, denn den Spitznamen haben alle fünf Söhne der Familie von ihrem Vater geerbt.

Bei ihrem jüngsten Sohn entschied die Mutter dann: das ist der echte Paul. Er ist auch der Einzige der fünf, der Profifußballer geworden ist. "Man guckt sich da schon um, wenn man mit Freunden unterwegs ist, und einer nach Paule ruft", schmunzelt Seguin: "Aber man gewöhnt sich dran."

Alexander Pfaehler

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