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Magischer Mathenia reicht nicht: TSG zu stark für den Club

1. FC Nürnberg gibt erstmals in dieser Saison alle drei Punkte daheim ab - 21.10.2018 19:30 Uhr

Trotz einer vor allem in der ersten Halbzeit überragenden Leistung von Christian Mathenia konnte der Keeper die erste Heimniederlage der Saison gegen Hoffenheim nicht verhindern. © Sportfoto Zink


Drei Spiele, sieben Punkte - die Heimbilanz von Nürnberg kann sich durchaus sehen lassen. Nach den derben Klatschen in Leipzig und beim BVB war der Club vor eigenem Publikum hingegen noch unbesiegt - war. 1:3 hieß es am Ende aus fränkischer Sicht gegen die TSG 1899 aus Hoffenheim.

Debüt zwischen den Pfosten

Dabei setzte Köllner vor dem Spiel auf einen Kniff, der sich bereits in den letzten Tagen andeutete. Erstmals in der Bundesliga bekam Keeper Christian Mathenia den Vorzug vor der bisherigen Nummer eins Fabian Bredlow. Und dieser wusste seine Chance direkt zu nutzen: Mehrmals parierte er herausragend gegen die anstürmende TSG-Offensive.

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Was die Laufleistung angeht, konnte der Club das Spiel gegen die Nagelsmann-Truppe nahezu mithalten: 120,53 Kilometer legte die Elf von Trainer Michael Köllner insgesamt zurück. Mit 122,74 Kilometer konnte Hoffenheim nur marginal mehr in die Partie werfen. Wirft man einen Blick auf die Torschussstatistik, wird die Sache dann erstmals klarer: Sieben Mal konnte der FCN vor dem gegnerischen Kasten gefährlich werden - fast dreimal so hoch hier der Wert der TSG: 19 Schüsse kamen auf das Gehäuse des vor allem in der ersten Halbzeit hervorragend agierenden Mathenia. 

Auch was die Ballaktionen insgesamt angeht, ist die dominante Seite schnell gefunden: 658 Pässe spielte 1899 auf dem Nürnberger Rasen - stark: 575 davon kamen an. Die Hausherren können da mit "nur" 266 Pässen aufwarten, immerhin: 179 fanden auch hier den Mitspieler. Nächste Statistik, die sich der Club eher ungern ansehen dürfte: 71 Prozent Ballbesitz seitens der TSG stehen deren 29 Prozent aus fränkischer Sicht gegenüber. Ebenfalls sehr mau: Nach Schlusspfiff stand für Nürnberg genau eine Ecke in den Notizbüchern. Hoffenheim brachte es am Ende auf sieben.

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Einer, der sich in allen Lagen wieder reinwarf: der Captain. Hanno Behrens traf zum zwischenzeitlichen 1:0 per Elfmeter und gab auch danach ordentlich Gas: Mit 11,98 Kilometer war er läuferisch bester Nürnberger. Nur die Hoffenheimer Demirbay, Kramaric und Kadarabek "fraßen" noch mehr auf den Tacho.

Magischer Mathenia

Er erwischte direkt den Traumstart beim Debüt: Christian Mathenia. Vor allem in der ersten Halbzeit verzweifelte die Mannschaft aus Hoffenheim am Keeper, der nach dem Abstieg im Sommer vom Hamburger SV an den Valznerweiher kam. Mit TSG-Angreifer Kramaric lieferte sich der Keeper ein Privatduell (23., 25., 31.), auch Bicakcic fand mehrmals seinen Meister in dem 26-Jährigen (28., 45.+5).

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Heißer Ishak wird ausgebremst

Für Nürnberg wohl eine Szene, die mitentscheidend für den weiteren Verlauf der Partie war: die Verletzung von Mikael Ishak. Der Schweden-Stürmer musste kurz vor der Halbzeit den Platz verlassen. Ishak verletzte sich am Innenband - erneut links. Da werden direkt Erinnerungen an das Spiel im Februar beim FC St. Pauli wach, als sich der Stürmer ebenfalls das Innenband riss und wochenlang ausfiel. Am Sonntag konnte der Angreifer deshalb nur kurz auf dem Ergometer anschwitzen, Montag soll eine MRT-Untersuchung endgültig Klarheit bringen. Bis zu seinem vorzeitigen Ende zeigte Ishak aber eine engagierte Leistung: Direkt zu Beginn die dicke Chance auf die Führung, wenn er hier auch scheiterte und dazu im Abseits stand. 18 Ballaktionen und 11 gespielte Pässe konnte der Torjäger bis zur Auswechslung herausspielen.

Bauer gibt den Leibold

Auch auf Tim Leibold musste der Club verzichten. Er wurde nach seiner Roten Karte beim 0:6-Debakel in Leipzig für eine Partie gesperrt. Für ihn kam Werder-Neuzugang Robert Bauer in die Partie - und dieser fügte sich den Umständen entsprechend ganz ordentlich ein: 10,13 Kilometer spulte der Verteidiger insgesamt ab. Dazu kommen 52 Ballkontakte, von 29 gespielten Bällen brachte Nürnbergs Nummer acht 21 an den Mann, macht eine Passquote von 72 Prozent. Bei der Zweikampfquote konnte Bauer sogar noch einen Tick drauflegen: 80 Prozent sagt die Statistik.

Die Luft ging aus

Problem: Während Nürnberg in der ersten Hälfte das Spiel noch eng halten konnte und mit Mathenia den absoluten Anführer im Tor hatte, konnte der Club in Hälfte zwei hier nicht mehr anknüpfen. Mehr und mehr übernahmen die Gäste die Kontrolle über das Spiel, spielten sich Chance um Chance heraus. Nürnberg hingegen vernächlässigte das Verteidigen teilweise fahrlässig - am Ende setzte sich der Mix aus Erfahrung, individueller Klasse und Kaltschnäuzigkeit seitens der TSG im Frankenland durch. Leider unterirdisch: Zwischenzeitlich brachte es die TSG auf einen Torschusswert von 10:0 - in der kompletten zweiten Hälfte schoss der Club ein ganzes Mal auf den Kasten der Gäste - unnötig zu erwähnen, dass das für ein Heimspiel deutlich zu wenig war... 

Stefan Zeitler Online-Redaktion E-Mail

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