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Mühl und sein FCN: Finden sie endlich zur Konstanz?

Nach dem 1:0 in Karlsruhe schwört sich der Club auf die nächsten Aufgaben ein - 23.02.2021 06:00 Uhr

Wieder stabil: In Karlsruhe hatte Lukas Mühl Philipp Hofmann gut im Griff.

21.02.2021 © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr


Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, was für den 1. FC Nürnberg zuletzt häufig keine gute Nachricht war. Über Wochen blieb der Club hartnäckig unter seinen Möglichkeiten, was auch eine Form von Konstanz ist. Nur eben nicht die, die sie eigentlich anstreben.

Folge 84: Wiedergeburt einer neuen Mannschaft

Genau deshalb kamen die Herren Profis am Sonntag nach Feierabend noch kurz auf dem Acker im Wildparkstadion zu einer Art Gelöbnis zusammen. Dem so genannten Wendepunkt in dieser ebenfalls nicht berauschenden Saison schien sich der 1. FC Nürnberg ja schon ein paar Mal angenähert zu haben. Auf das 4:1 in Osnabrück folgte eine über weite Strecken krachende Derby-Niederlage. Nach dem 2:1 in Darmstadt hieß es, der Negativtrend sei gestoppt. Acht Tage später ließ Robert Klauß‘ Elf 70 indiskutable Minuten gegen Sankt Pauli folgen.

Warum es ausgerechnet jetzt endlich vorbei sein soll mit dem ständigen Auf und Ab, konnte auch Christian Mathenia nicht so genau sagen. "Wir haben uns direkt danach eingeschworen", meinte der Torwart nur, einer der beiden Innenverteidiger berichtet aus dem Kreis: "Wir wollen jetzt einfach konstanter werden."

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Hinten sicher, nach vorne bemüht: Der Club-Kampf beim KSC in der Einzelkritik

Nach dem Spiel gegen St. Pauli hatte der Club so einiges zu verbessern. In Karlsruhe gelang es ihm über weite Strecken, eine souveräne Defensivleistung gegen die bisher stärkste Zweitligamannschaft im Jahr 2021 hinzulegen und eine der wenigen Großchancen in letzter Minute sogar noch zum Sieg zu verwerten. NN-Sportredakteur Wolfgang Laaß mit den Einzelkritiken zum Wichtig-Sieg im Wildpark!


Der Vorsatz ist nicht neu, gerade Lukas Mühl sah sich in seinen mittlerweile fast fünf Profi-Jahren oft genug damit konfrontiert. Heute so, morgen so. Und genau damit soll jetzt ebenfalls nicht zum ersten Mal endgültig Schluss sein.


"Fokussiert bleiben": Das schöne Club-Gefühl soll halten


Kaum ein anderer Fußballer im rot-schwarzen Trikot stand seitdem mehr für Wankelmut als er. "Das Feuer, das jeder drin hatte, dass jeder wollte, das muss jede Woche so sein", sagt Mühl am nächsten Tag.

Irgendwie anders in Karlsruhe

Eigentlich selbstverständlich, es ist ja ihr Beruf, den sie beim 1:0 in Karlsruhe mal wieder über 90 Minuten engagiert ausübten. Mühl spricht deshalb auch von einem "Arbeitssieg, den man jetzt aber nicht zu hoch hängen darf". Zumal auch die offiziellen Statistiken wenig Anlass für Übermut liefern: 37 Prozent Ballbesitz, 52 Prozent der Zweikämpfe verloren, Fehlpassqoute gar: 42 Prozent. Und dennoch fühlte sich der Sonntagnachmittag irgendwie anders an als etliche davor.

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Riesenchance und Last-Minute-Sieg: FCN erkämpft sich Dreier in Karlsruhe

So wirklich hat man mit einem Dreier in Karlsruhe wohl nicht gerechnet, doch zeigte der Club dann, was er kann - und erkämpfte sich mit einer engagierten Leistung und einer stabilen Abwehr den Sieg in der Fremde. Mit der Einwechslung von Tom Krauß für Dennis Borkowski machte Club-Coach Robert Klauß eine Viertelstunde vor Schluss klar, dass er mit dem Punkt zufrieden war und diesen halten wollte. Seine Spieler aber wollten mehr und nach einem kleinen Durcheinander gelang Mats Möller Daehli der Siegtreffer. Die besten Bilder zum Spiel!


Der unbedingte Wille, sich in jeder Eins-gegen-Eins-Situation auch durchsetzen zu wollen, war praktisch bei jedem Kontakt mit einem Karlsruher spürbar. Schon vor dem Anpfiff habe Mühl "eine besondere Energie" wahrgenommen, ein bisschen Spielglück wie in der 90. Minute kann ebenfalls nicht schaden. Mühl weiß das aus eigener, schmerzhafter Erfahrung. Gegen Sankt Pauli hatte er kurz vor der Pause bei einem Klärungsversuch den Ball nicht richtig getroffen (0:1), dafür in der 65. Minute die Füße seines Gegenspielers (0:2), und schon war er mal wieder der Buhmann. Schuld.

Hätte er sich in den Stunden und Tagen danach den einen oder anderen Kommentar durchgelesen, wäre er am Sonntag wahrscheinlich im Bett geblieben. Mühl erspart sich die digitale Selbstgeißelung lieber. "Dass man vieles nicht mehr ernst nehmen kann, ist uns schon auch bewusst", sagt Mühl, aber gut, "so ist das Geschäft, einmal ist man unten, einmal ist man oben."

Im Training Selbstvertrauen holen

Mühl hat gelernt, damit umzugehen, indem er die sozialen Netzwerke wie sein Trainer konsequent meidet. Stattdessen versucht er, schwächere Darbietungen zügig abzuhaken und sich im Training neues Selbstvertrauen zu holen. In der vergangenen Woche scheint das prima geklappt zu haben.

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Lucky Punch in Karlsruhe: Bewerten Sie die Leistung der FCN-Akteure!

Drei Punkte schienen im Voraus ein sehr hoch gestecktes Ziel gegen die beste Zweitligamannschaft im Jahr 2021. Doch im Abstiegskampf braucht der Club so viele Zähler, wie er nur kriegen kann - und die hat er sich in Karlsruhe durch ein spätes Tor von Mats Möller Daehli am Sonntagnachmittag geholt. Nicht unverdient, denn vor allem im Vergleich zu den vorherigen Partien zeigte der Club sich deutlich organisierter und stabiler. Wie bewerten Sie die FCN-Akteure beim KSC?


Mühl wirkte in Karlsruhe stabil, konzentriert auf seine Aufgabe namens Philipp Hofmann, machte kaum Fehler. "Für mich ist das Schwerste am Fußball, Woche für Woche konstant zu sein", gibt Mühl ehrlich zu, "das nehmen wir uns natürlich vor jedem Spiel vor."


FCN-Sieg beim KSC: Für Nürnberger ein gebrauchter Tag mit schönem Ende


Gegen Braunschweig wird es am Sonntag ebenfalls zunächst darum gehen, physisch dagegenzuhalten. "In der zweiten Liga zählen einfach die Zweikämpfe, die zweiten Bälle, erst dann kommt das Fußballerische", sagt Mühl, "es wird nicht so sein, dass wir gegen Braunschweig auf einmal Tiki-Taka spielen." Was wohl schon der Schwur von Karlsruhe verbieten würde.

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Unter Cluberern: "Endlich hat die Einstellung gestimmt!"

In Karlsruhe hat sich der Club drei Punkte gesichert und kann so den Abstiegskampf wieder etwas entspannter angehen. Die Fans geraten nach dem Sieg eher nicht in Freudentaumel - Unter Cluberern blickt man bereits angespannt auf die nächste Partie.



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