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Muhrer rast mit 60 km/h durch den Eiskanal

Im Sommer ist Florian Gruber Kitesufer, im Winter stürzt er sich Eiskanäle hinab - 25.02.2021 17:14 Uhr

Florian Gruber (rechts) im direkten Duell mit Konkurrenten.

22.02.2021 © Joerg Mitter


Florian Gruber ist im Urlaub. Nun ja, zumindest könnte es auf den ersten Blick so scheinen. Vom Sandstrand der Kanareninsel Fuerteventura meldet sich der Kitesurfer um von seinem jüngsten sportlichen Abenteuer zu berichten. Doch auch wenn das Wetter dort bei wohlig warmen 20 Grad zum Entspannen einlädt – Gruber muss arbeiten. Fotoshootings für Sponsoren und Trainingseinheiten im Atlantik stehen für den Kitesurfer an. Auf dem Kiteboard gehört er zur internationalen Spitze.


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Allerdings fühlt er sich auch dann noch wohl, wenn das Wasser seinen Aggregatszustand gewechselt hat und zu Eis geworden ist. Jeden Winter nimmt er an Ice Cross-Wettbewerben teil. Die Athleten jagen dabei auf Schlittschuhen einen mehrere hundert Meter langen Eiskanal hinab. Sie rasen durch enge Kurven, springen über Eiskuppen und knallen auch mal in die Bande. "Für mich ist das ein besseres Hobby", sagt Gruber. "Es macht Spaß und sorgt für einen Adrenalinkick."

"Man ist gut geschützt"

Zur Vorbereitung spielt er im Winter eigentlich Eishockey. In den vergangenen Wochen war das nicht möglich – Mannschaftssport ist aufgrund der Corona-Pandemie bekanntlich untersagt. Ein paar Mal Schlittschuhlaufen, das musste reichen vor den beiden Rennevents im österreichischen Judenburg am 6./7. und 13./14. Februar.

Florian Gruber jagt den Eiskanal nach unten. Nur wer in den Einzelrennen eine gute Zeit schafft, qualifiziert sich für die Endrunde der besten 32 Starter.

22.02.2021 © Foto: Joerg Mitter


Etwa 60 Stundenkilometer werden die Sportler im Eiskanal schnell, da sind Verletzungen nicht ausgeschlossen. "Man ist aber gut geschützt", beruhigt der 27-Jährige. "Ich fühle mich sicher und wenn man mal ins Straucheln kommt, kann man sich oft auch noch retten." Trotzdem reiste er einen Tag früher als erforderlich nach Judenburg, um noch einmal trainieren zu können.

Das erste Rennwochenende war dann allerdings schnell beendet. Die Rennleitung disqualifizierte den Muhrer. "Ein Konkurrent hat behauptet, ich hätte ihn geschubst und so zu Fall gebracht", beschreibt Gruber die Situation. Stimmt nicht, sagt er. An der Entscheidung änderte das aber nichts mehr.

Corona diktiert den Zeitplan

Besser lief es eine Woche später. Schon im Einzellauf, durch den sich die Athleten für die Runde der besten 32 qualifizieren können, zeigte Gruber eine starke Leistung. Auch in den anschließenden Ausscheidungsrennen – immer vier Sportler treten gegeneinander an, die ersten zwei kommen weiter – behauptete er sich lange gut. Besser als manche Konkurrenten, die das ganze Jahr auf die Ice Cross-Veranstaltungen hin trainieren. Am Ende reichte bei Gruber für Platz zehn. "Damit bin ich zufrieden. Für ein noch besseres Ergebnis hätte schon alles optimal laufen müssen", sagt er. Ob er in diesem Winter nochmal die Schlittschuhe schnüren wird, hat er noch nicht entschieden.


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Schließlich schreibt er gerade an seiner Bachelorarbeit – und allmählich muss es sich auch auf die anstehende Saison im Kitesurfen vorbereiten. Ab April soll es die ersten Wettkämpfe geben, erzählt Gruber, "aber dahinter steht noch ein großes Fragezeichen." Welche Rennen wo tatsächlich stattfinden können, hängt vom Verlauf der Pandemie ab. Zum Abschluss der Vorbereitung will er in ein paar Wochen nach Südfrankreich, bei Starkwind trainieren. Das könnte ungemütlicher werden als sein Aufenthalt auf Fuerteventura.

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