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Mutmacher Mathenia: Der Club will den Abstieg verhindern

Showdown gegen Gladbach: Rechnerisch ist für den FCN noch alles möglich - 07.05.2019 05:57 Uhr

Christian Mathenia (links) und Ewerton werden in dieser Saison wohl nicht mehr gemeinsam auf dem Platz stehen. Dass man den Abstieg irgendwie abwenden kann, glaubt man am Neuen Zabo trotzdem noch. © Sportfoto Zink


Selbst Hannover 96 glaubt noch an das Wunder, es ist nicht zu fassen. 18 Punkte hat der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga erst eingesammelt und damit sogar einen weniger als der 1. FC Nürnberg. Und trotzdem, rechnerisch ist noch alles möglich. Der VfB Stuttgart auf Rang 16 hat zwei Spieltage vor Saisonende schließlich bloß sechs Zähler mehr und ein atemberaubend schlechtes Torverhältnis von minus 41.

Hier also zwei Siege (gegen Freiburg und in Düsseldorf), da zwei Niederlagen (gegen Wolfsburg und auf Schalke), und zack: Wären die Niedersachsen plötzlich für die Relegation qualifiziert. Was natürlich extrem unwahrscheinlich ist, weil der 1. FC Nürnberg ja ebenfalls zweimal gewinnt. Behauptet zumindest Christian Mathenia. Und der Torwart hat schon einiges mitgemacht in seiner Karriere. Er war ja zwei Jahre beim HSV.

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Schon seit ungefähr vier Jahren, hat Mathenia am späten Samstagnachmittag im Bauch der Wolfsburger Arena nachgerechnet, durfte er eigentlich kein Spiel mehr verlieren, auch beim SV Darmstadt ging es ja erst um den Auf- und danach gegen den Abstieg. Deshalb empfindet er auch die vergangenen Wochen und Monate mit dem Club als ziemlich normal. "Es ist", sagt Mathenia, "nichts Besonderes für mich." Selbst die sich mit dem 0:2 in Wolfsburg noch verschärfende Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen Mönchengladbach am Samstagnachmittag bringt Mathenia nicht um seinen Schlaf. "Jetzt haben wir unseren Showdown", sagt Mathenia, Sieg oder Abstieg, so einfach ist das, eventuell auch noch eine Woche später in Freiburg. Das hängt wiederum vom VfB Stuttgart ab.

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Der mit großem Abstand notenbeste Nürnberger traut seiner Mannschaft nach wie vor zu, noch die Kurve zu kriegen. Erschwert wird dieses Unternehmen allerdings dadurch, dass der Club ersatzgeschwächt in den Endspurt startet. In Wolfsburg verletzten sich ja sowohl Innenverteidiger Ewerton als auch Offensivspieler Matheus Pereira. Die Diagnose gab es am Montag, sie war keine gute: Für Ewerton ist die Saison nach einem Muskelfaseriss in den Adduktoren wohl beendet, Pereira ist mit einer Zerrung im Oberschenkel zumindest für die Partie gegen Mönchengladbach am Samstag fraglich.

Was da noch Hoffnung machen soll? Unter anderem: Mathenia. Dass ausgerechnet er zum Gesicht des sportlichen Niedergangs geworden ist, zählt zu den kurioseren Randnotizen. Kein anderer Club-Profi kann so traurig schauen wie die Nummer eins nach der nächsten Enttäuschung. Die Augen zusammengekniffen, Schmollmund, wie am Samstag gegen 17.20 Uhr. "Ich finde, wir machen’s echt gut, belohnen uns aber einfach nicht", sagt Mathenia.

Ein Sieg in 31 Spielen

Saisonübergreifend hat er von den vergangenen 31 Bundesliga-Partien nur eine gewinnen können, kürzlich gegen den FC Augsburg, jetzt muss es sogar zweimal in Folge passieren, soll es nicht der zweite Abstieg seiner Karriere werden. "Es gibt Charaktere in der Mannschaft, denen ich zutraue, den ganzen Laden auf Vordermann zu bringen", sagt Mathenia, "die Spieler gehen gut damit um." Mit dem chronischen Misserfolg, mit dem Druck – der seit Samstag nicht größer sein könnte.

"Wir werden uns mit allem dagegenstemmen, um den Club in der Liga zu halten", kündigt Mathenia ein, "unglaublich" seien gar die Nehmerqualitäten seiner Kollegen, die ihn nach wie vor hoffen lassen. Und wenn selbst der Tabellenletzte noch an die Rettung glaubt, sollte das der Vorletzte erst recht. "Wer weiß, vielleicht ist der Fußballgott am Ende doch Hannoveraner", sagte 96-Trainer Thomas Doll nach dem 1:3 in München. Oder vielleicht doch: ein Nürnberger.

Wolfgang Laaß

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