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Nächster Erfolg: Traum der Nürnberg Falcons fliegt weiter

Franken kommen dem Aufstieg in die Bundesliga immer näher - 23.04.2019 14:10 Uhr

Falcons-Profi Robert Oehle schenkte sich im Duell gegen Heidelbergs Daniel Oppland einmal mehr nichts. © Sportfoto Zink


Der Kapitän und junge Vater Sebastian Schröder hatte sich zu dieser Zeit wahrscheinlich schon im Erziehungsurlaub vermutet. Beim Partner Werk:b sahen sich Verantwortliche am Osterwochenende irgendwo im Süden am Strand, bei so manchem Berichterstatter verhielt es ähnlich.

Robert Oehle hatte immer damit gerechnet. Anfang des Jahres musste sich der Center der Nürnberg Falcons von seinem Trainer dafür einiges anhören. In einem Fernsehinterview hatte er seine Mannschaft am Ende der Punkterunde auf Platz vier oder fünf gesehen, eine im Anbetracht der damaligen Leistungen einigermaßen verrückte Idee. Am Ende wurde es sogar Platz drei. "Für mich ist das keine große Überraschung bei der Qualität, die wir haben", sagte Oehle nun, nachdem er mit seinen Kollegen Trier im Playoff-Viertelfinale glatt in drei Spielen in den Sommerurlaub geschickt und Fans wie Experten ein weiteres Mal überrascht hatte.

Mit 13 Siegen am Stück hatte sich Nürnberg von einem Abstiegs- zu einem Aufstiegskandidaten gemacht und sich so ins Playoff-Halbfinale gespült. Die erstaunliche Entwicklung mussten die Falcons im ersten von mindestens drei und maximal fünf Vergleichen aber erst im dritten Viertel unter Beweis stellen.

Mit dem Kopf durch die Wand

Natürlich hat auch der Alterspräsident des Teams zwischendurch mal gezweifelt. "So haben wir nichts in den Playoffs verloren", sagte er im Interview mit den Nürnberger Nachrichten, als die Falcons im Winter mal wieder an einem nominell schwächeren Gegner verzweifelt waren; als sie sich ihrer Qualität noch nicht bewusst waren, als sie es einmal mehr mit dem Kopf durch die Wand probierten anstatt sich auf den von Ralph Junge eingeforderten Team-Basketball zu besinnen.

Am Ostersamstag in Heidelberg erinnerten die Falcons im dritten Viertel wieder an diese Mannschaft. Mit 22 Punkten Vorsprung im Rücken nach einer maximal effizienten Phase vor der Halbzeitpause spazierten die Gäste mit dem Ball über die Mittellinie, sie ließen die Kugel nicht laufen, suchten zu schnell den Abschluss – und brachten die Gastgeber so zurück in die Partie. "Nur menschlich" nannte Junge das hinterher. Auch ihm war bewusst, dass bei einer 48:26-Führung keine Halbzeitansprache der Welt eine etwas sorglosere Arbeitsauffassung verhindern kann. Schröder ärgerte sich dennoch: "Das darf uns nicht passieren. So wurde es anstrengender als es hätte sein müssen."

Eindrucksvolle Serie 

Heidelberg kämpfte sich so Punkt für Punkt heran, Nürnberg verlor dagegen nach und nach den Faden. Shyron Ely durfte doch noch seine Scorer-Qualitäten unter Beweis stellen, Niklas Würzner untermauerte sein Selbstbewusstsein, Phillipp Heyden und Niklas Ney wühlten unter dem Korb oder schlossen spektakulär ab. Zu Beginn des Schlussabschnitts lagen die MLP Academics plötzlich in Führung. Zum ersten Mal seit Minute eins.

Nur: Die Falcons sind nicht mehr die Mannschaft aus dem Winter 2018/19. Die eindrucksvolle Siegesserie, die Anfang Februar in Heidelberg begonnen hatte, hat den Falcons ein nachhaltiges Selbstbewusstsein beschert. Nachdem Heidelberg mit 66:65 in Führung gegangen war, erinnerten sich Nürnbergs Zweitliga-Basketballer wieder ihrer Qualitäten und drehten die Begegnung ein weiteres Mal.

Zeit für den Nachwuchs

Angeführt von Robert Oehle (17 Punkte, 14 Rebounds) klauten die Falcons ihren Gastgebern den Heimvorteil und sorgten dafür, dass sie sich mit einem weiteren Sieg am Dienstag (19.30 Uhr) vor den eigenen Fans bereits drei Matchbälle organisieren könnten. Das dritte Viertel in Spiel eins sollte ihnen dabei eine Warnung sein. "Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen", sagte Sebastian Schröder hinterher. "Schnell nach vorne, aggressiv und trotzdem konzentriert", so beschreibt er die Vorgehensweise, die es braucht gegen eine erfahrene Mannschaft, die aber auch schneller müde wird. Es wird wohl noch etwas länger dauern, bis der Kapitän mehr Zeit hat für seinen Sohn.

  

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