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Neu in Nürnberg! Fischöder trainiert nun die Ice Tigers

Der 48-Jährige stellt sich in der Noris vor - 26.06.2020 13:39 Uhr

"Ich sitze hier voll Freude und Erwartung": Frank Fischöder an seinem ersten Arbeitstag als Trainer der Ice Tigers. © Sportfoto Zink / ThHa


Seine erste Pressekonferenz in Nürnberg ist bereits 43 Minuten alt, da formuliert Frank Fischöder eine Hoffnung, die nichts mit seinem neuen Arbeitgeber zu tun, sondern alleine mit ihm selbst. "Ich hoffe, ich verändere mich nicht", sagt der neue Trainer der Nürnberg Ice Tigers, "ich bin ganz zufrieden, wie ich bisher mit meinen Mannschaften umgegangen bin." Es war der ehrliche Schlusssatz eines bemerkenswert ehrlichen ersten Auftritts.

Frank Fischöder als den erfolgreichsten deutschen Eishockeytrainer zu bezeichnen, ist nicht falsch. Vor 48 Jahren in Dortmund geboren, kann Fischöder nicht auf die Karriere eines Eishockeyspielers zurückblicken, die zwangsläufig hinter der Bande eines DEL-Klubs endet. Iserlohn, Unna, Hennef, Herford, Dortmund, Unna, Herne und ein abgebrochenes Sportstudium waren die Stationen, ehe Fischöder die Möglichkeit bekam, sich als Nachwuchstrainer bei den Mannheimer Adlern hochzuarbeiten.

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"Ich hatte Glück in meinem Leben", sagt er am Anfang seiner ersten Pressekonferenz. So kann man auch formulieren, dass er am Ende jeder Saison von Mannheimer Nachwuchsspielern mit Wasser und im Laufe der Zeit auch mit Bier nassgespritzt wurde. Leon Draisaitl, der derzeit nachweislich beste Eishockeyspieler der Welt, die Nationalspieler Dominik Kahun, Marc Michaelis, Moritz Seider und Tim Stützle, Fischöder hat im letzten Jahrzehnt herausragende Talente trainiert. "Entwickelt habe ich sie nicht. Dafür waren sie schon selbst verantwortlich."

"Das spricht für die Ice Tigers"

Dass er in 19 Jahren in Mannheim kein einziges Angebot aus der Deutschen Eishockey Liga vorliegen hatte, verrät wohl mehr über das deutsche Eishockey als über die Fähigkeiten Fischöders. Als er im Frühjahr tatsächlich mit den Ice Tigers über eine Fortführung seiner Karriere in Nürnberg verhandelt hatte, sagte er sofort zu – und musste erst einmal warten. Sportdirektor André Dietzsch bezeichnete Fischöder als "Wunschtrainer", konnte sich dabei aber nicht auf die jüngste Vergangenheit bezogen haben. Denn offiziell gesprochen hatte Geschäftsführer Wolfgang Gastner nur mit Kurt Kleinendorst, der sich nicht zwischen einem zweiten Jahr in Nürnberg und einem Familienleben in Salt Lake City entscheiden konnte.


Abschied von den Ice Tigers: Kleinendorst kommt nicht zurück


Ultimaten wurden gesetzt und verstrichen, während Fischöder darauf warten musste, im Alter von 48 Jahren "den nächsten, logischen Schritt" gehen zu können. Dass sein neuer Arbeitgeber Kleinendorst diese Zeit zur Entscheidung gewährte, "spricht für die Ice Tigers. Ich sehe das nicht als negativ an". So sieht das Frank Fischöder, er spricht von einer Familie, seiner neuen Familie. Und im Hintergrund meint man, seine Ehefrau und seine Tochter unter den Masken schmunzeln zu sehen.

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