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Neumarkter Basketballer bezwingen Rote Teufel

Wiedervereinigung der Trummeter-Brüder brachte den Oberpfälzern Energie-Schub - 12.10.2020 12:09 Uhr

Paul Trummeter (rechts) avancierte beim Neumarkter Heimsieg gegen Weilheim zum fleißigen Abräumer und Zulieferer für Topscorer Maximilian Richter.

© Foto: Hubert Bösl


Nachdem er in den vergangenen vier Jahren unzählige Hallen in Süddeutschland kennengelernt hat, wollte Paul Trummeter im Vorfeld seines ersten Heimspiels als ausschließliches Mitglied der Neumarkter Regionalliga-Mannschaft "nicht zu sehr an Basketball denken". Die Enttäuschung, den Sprung aus der Bundesliga-U19 der Nürnberg Falcons in höhere Gefilde verpasst zu haben, hält sich beim 20-Jährigen dennoch in Grenzen. "Ich will mich auf mein Jura-Studium konzentrieren", erklärt der knapp 1,90 Meter große Shooting Guard, der durch eine mehrfache Spielberechtigung bereits einige Einsätze als Teilzeitkraft für seinen Heimatverein absolvieren durfte.

Dort möchte Trummeter jetzt eine größere Rolle mit mehr Verantwortung übernehmen, freut sich zudem über das Zusammenspiel mit seinem dreieinhalb Jahre jüngeren Bruder Leo, der wiederum noch vom Durchbruch ins Profigeschäft träumt. "Eines der schönsten Gefühle" nennt Paul die Konstellation, dass sich der im erweiterten Nürnberger Zweitliga-Aufgebot geführte Leo zwischendurch an seiner Seite an die robustere Gangart bei den Erwachsenen gewöhnen soll. Seit frühester Kindheit haben die Brüder beim Ballspiel im Garagenhof den familieninternen Wettstreit gepflegt. Dennoch stehe auf dem Feld niemand im Schatten des anderen, meint Paul Trummeter.

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Dreier-Festival in Neumarkt: Fibalon Baskets gewinnen Heim-Debüt

Für ihre Auftakt-Schlappe in der 2. Regionalliga Süd 2020/21 haben sich die Fibalon Baskets Neumarkt erfolgreich rehabilitiert. Vor gut 90 Besuchern in der heimischen Mittelschule West setzten sich die Hausherren gegen den TSV Weilheim mit 103:97 durch und glänzten offensiv mit elf verwandelten Distanztreffern.


Tatsächlich lief das gegen den vermeintlichen Keller-Kandidaten TSV Weilheim von Beginn an aufgebotene Duo zunächst ohnehin hinterher. Seine persönlich vor allem beim verpatzten Saisonauftakt in München verspürte Nervosität linderte zwar Paul Trummeter, dem die erste Aktion noch misslang, mit einem Treffer zum 4:3 etwas. Aber dann produzierten die Hausherren ein halbes Dutzend Fehlwürfe in Serie und gerieten mit 4:9 in Rückstand (4.). Nach einer Auszeit sendete unter anderem Paul Trummeter einen Weckruf, in dem er einen abgefangenen Ball zum 9:11 verwertete und sich fortan zum fleißigen Zulieferer für Topscorer Maximilian Richter aufschwang.

In einem munteren Schlagabtausch vor 90 Zuschauern übernahm Neumarkt ab dem 13:13 die Kontrolle, baute die knappe Führung vom Ende des ersten Viertels (21:20) zum 51:40-Pausenstand aus. Weil Leo Trummeter ebenfalls Akzente setzen konnte, lobt Ex-Profi Mario Göhring hinterher, "Energie und Herz" der Geschwister. Göhring wiederum sprang in Vertretung des aus privaten Gründen kurzfristig verhinderten Coaches Tom Gieritz an der Seitenlinie ein. 

Mit Intensität aus der Behäbigkeit 

Schließlich musste sich Göhring im zweiten Durchgang mit Blick auf einen rapide dahin schmelzenden Vorsprung ernsthaft sorgen. Aus einem vermeintlich bequemen 55:47 wurde binnen 180 Sekunden ein 58:59. "Zu behäbig", konstatiert Göhring, habe das Team in dieser Phase agiert und lief Gefahr, von den Verklemmungen der Vorwoche eingeholt zu werden. "Das war schon ein Zeichen des guten Charakters. Über die Intensität in der Verteidigung haben die Jungs offensiv zurück zu ihrer Stärke gefunden." Neumarkt erholte sich über das 64:61, bog mit 74:69 auf die Zielgerade ein.

Zusätzliche Energie fürs Finale, das durch mehrere Distanztreffer der Weilheimer spannend blieb, lieferten einmal mehr Leo und Paul Trummeter. Abfangjäger Paul Trummeter stibitzte einen Ball zum 88:78 (35.) und ballte demonstrativ die Faust, nachdem er einen Dreier zum 98:89 (38.) verwandelt hatte. Auf dessen Vorlage beseitigte Leo mit dem 101:91 die letzten Zweifel. Endstand: 103:97. "Es hat richtig Spaß gemacht mit unseren Fans im Rücken. Wir konnten schon im ersten Viertel konstant punkten, von daher war ich immer sicher, dass wir das Ding gewinnen", berichtet ein strahlender Paul Trummeter. Mit dieser Leichtigkeit soll es gerne weitergehen.

Fibalon Baskets: Aliu 9/2 Dreier, Bauer 7, Handt 15, Kuhn 4, Raum, Maximilian Richter 29/7, Leo Trummeter 12/1, Paul Trummeter 11/1, Wycisk 16.

KEVIN GUDD

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