Aufstieg in die Regionalliga

Neumarkter Fußballjugend freut sich auf Club und Bayern

Kevin Gudd
Kevin Gudd

Neumarkter Nachrichten

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4.7.2021, 19:08 Uhr
Die U15-Kicker des ASV Neumarkt feierten in der kurzen Spielzeit 2020 fünf Siege. Monate später ergibt sich daraus der Aufstieg in die Regionalliga.

Die U15-Kicker des ASV Neumarkt feierten in der kurzen Spielzeit 2020 fünf Siege. Monate später ergibt sich daraus der Aufstieg in die Regionalliga. © Foto: ASV Neumarkt

Von der historischen Dimension ihrer Leistung hatten die jungen Helden keine Ahnung, als sie sich am 18. Oktober vor heimischer Kulisse über einen glanzlosen 2:0-Erfolg über den TSV Weißenburg freuten. Dabei bewiesen die Schützlinge des Trainergespanns um Oliver Wittmann und Frederic Schmidt-Heck, die keine 48 Stunden zuvor auswärts in Nördlingen gefordert waren, trotz der körperlichen Belastung nicht zum ersten Mal einen beeindruckend langen Atem. Sie erzielten tatsächlich in fünf Partien alle ihre zwölf Treffer in der zweiten Hälfte und sicherten sich so die maximale Punktausbeute.

Zur Belohnung notierten die U15-Kicker des ASV Neumarkt nach dem herbstlichen Corona-Lockdown über den Jahreswechsel an der Tabellenspitze der Nordwest-Staffel einer vorsorglich zu je zehn Mannschaften viergeteilten Bayernliga. Die Platzierung "war für uns eine absolut positive Überraschung", erklärt der stellvertretende Jugendleiter Markus Meyer.

Schließlich stand die Vorbereitung im Sommer 2020 wie keine andere im Zeichen von Ungewissheit und Anpassung. Wie üblich musste sich die Formation, die in der zuvor erstmals pandemiebedingt abgebrochenen Saison Rang 5 belegt hatte, nach dem altersbedingten Wechsel wesentlicher Stammkräfte in die B-Jugend neu finden. Nicht zuletzt der im Vergleich zur vorherigen Pause kurze Zeitraum, um Spielidee und Vorgaben der Trainer zu verinnerlichen, verlieh dem ASV wie vielen Konkurrenten den Status einer "Wundertüte". Einfach "gut mitzuspielen" lautete das Ziel für den aufgerückten Jahrgang 2006, erinnert sich Markus Meyer.

Es folgten fünf Siege in Serie, die in den Augen des Funktionärs die konzeptionelle Arbeit im Nachwuchs – auch U13 und U14 schlossen als BOL-Spitzenreiter ab – des Neumarkter Bayernligisten und "die besondere Einsatzbereitschaft" der Übungsleiter bestätigt. Ein spontan auf die Beine gestelltes Trainingslager in Lengenfeld sowie diverse digitale Initiativen zum eigenverantwortlichen Individualtraining, die im Frühjahr 2021 eine Fortsetzung fanden, verfehlten ihre Wirkung nicht. Dank der Qualitäten im Bereich Athletik und Gemeinschaftsgefühl konnten Rückstände aufgeholt werden.

Hochmotiviert sah die U15 der Aufgabe entgegen, ihre glänzende Ausgangsposition zu behaupten. Doch die Runde wurde bekanntlich nicht mehr angepfiffen. "Schade für die Jungs" findet Meyer die Situation, "wir hätten es natürlich lieber auf dem Rasen ausgetragen." Monate später ist der Höhenflug schon fast verblasst, die Akteure in den U16/U17-Bereich entschwunden, da erfährt die Herbstmeisterschaft eine fulminante Aufwertung. Wie der Verband jüngst bekanntgab, wurde der ASV Neumarkt unter den Staffel-Siegern als einer von zwei Aufsteigern in die Regionalliga bestimmt. "Irgendwie auch absurd", nennt Meyer das Losverfahren. Es beschert dem Verein allerdings gleichzeitig den größten Erfolg seiner Geschichte.

Sprungbrett mit Risiko

In der bundesweit höchsten Spielklasse der Altersstufe trifft man demnächst in Punktspielen auf den FC Bayern München und den 1. FC Nürnberg. Das war vorher noch keiner ASV-Generation vergönnt. 2018/19 schnupperte die U15 schon einmal in der Relegation, scheiterte jedoch klar. Auskosten darf das Abenteuer wiederum der bisherige U14-Jahrgang 2007. "Das gehört zu unserer Entwicklungsphilosophie", betont Markus Meyer. Die beinhalte freilich das Risiko, dass begabte Talente die kontinuierliche Herausforderung im Profi-NLZ eines Bundesligisten suchen.

In Regensburg empfahl sich kürzlich der Ex-Neumarkter Henrik Heid für die U16-Nationalmannschaft. "Wir freuen uns mit, wenn einer den Sprung schafft", sagt der stellvertretende ASV-Jugendleiter, der sich mitunter über die unterstellte Abwerbe-Politik aus kleineren Landkreis-Vereinen wundert. Es lohne sich stets, einen offenen Austausch zu pflegen, denn der eine oder andere mache später einen Schritt zurück und bringt dann seine höherklassige Erfahrung wieder für Neumarkt – aktuelles Beispiel ist Jannis Hampl – auf den Platz. Und schreibt vielleicht sogar mit an einer neuen Erfolgsgeschichte.

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